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Impfaktion für Jugendliche und Erwachsene: Ärzte zufrieden

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Von: Nina Scholle

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Michael Achenbach impfte bei dem Aktionstag Kinder und Jugendliche.
Michael Achenbach impfte bei dem Aktionstag Kinder und Jugendliche. © Nina Scholle

Gleich zwei Impfangebote gab es am Samstag in Plettenberg: Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg Dr. Dr. Marcus Brehme behandelte die Erwachsenen, bei Kinderarzt Michael Achenbach erhielten Kinder und Jugendliche ihre Impfung. Beide Ärzte zeigten sich mit der Resonanz zufrieden.

Plettenberg – „Ich finde es schön, dass die Patienten die Aktion so gut angenommen haben“, sagte Brehme. Bis zum Mittag hatte er bereits mehr als 100 Dosen verimpft; die Mehrheit waren Boosterimpfungen, es gab aber auch gut zehn Erstimpfungen. Gespritzt wurden gemäß der geltenden Empfehlungen die Vakzine von Biontech und Moderna.

Am 28. Dezember und 15. Januar wird in der Praxis von Marcus Brehme erneut gegen das Coronavirus geimpft. Das Team weist darauf hin, dass im Vorfeld keine Termine gemacht werden müssen. Impfwillge können einfach vorbeikommen. Hilfreich wäre es allerdings, wenn der Anamnesebogen bereits ausgefüllt mitgebracht werde. Diesen gibt es zum Herunterladen sowohl auf der Website der Praxis als auch auf der des Robert Koch Instituts.

Michael Achenbach gehört zu den ersten Ärzten, die seit Beginn der Woche auch Kinder gegen das Coronavirus impfen. Der Hersteller Biontech/Pfizer stellt dafür seit Kurzem einen eigenen Impfstoff zur Verfügung. Rund 90 Kinder haben bislang bei Achenbach ihre Erstimpfung erhalten – mehr als 15 waren es am vergangenen Samstag. „Wir drängen keinen“, machte Achenbach deutlich. Er betonte aber, dass es dennoch wichtig sei, möglichst viele Personen zu impfen.

Gleichzeitig stellte Achenbach klar: Es gibt 5,3 Millionen Kinder zwischen fünf und elf Jahren in Deutschland; dem gegenüber stehen circa 14 Millionen Erwachsene ohne vollständigen Impfschutz. „Selbst wenn wir jetzt alle Kinder impfen, schließend wir die Lücke nur zum kleinen Teil.“

Das Team um Dr. Dr. Marcus Brehme versorgte die Erwachsenen mit Impfstoff.
Das Team um Dr. Dr. Marcus Brehme versorgte die Erwachsenen mit Impfstoff. © Nina Scholle

Auch appellierte er an die über 30-Jährigen, sich mit Moderna impfen zu lassen. Dieser Impfstoff sei problemlos lieferbar. Zudem nehme jeder Ältere, der auf Biontech bestehe, einem Jüngeren die Chance, überhaupt geimpft zu werden – Moderna wird zurzeit nämlich nicht für Personen unter 30 Jahren empfohlen.

Für die Zwölfjährige Marysol Moseley stellte sich die Frage nach dem Impfstoffhersteller am Samstag nicht: Sie erhielt das Vakzin von Biontech/Pfizer, das für Jugendliche zugelassen ist. Warum sie sich impfen lasse? „Zum einen möchte ich mich und andere schützen“, sagte sie. „Und zum anderen fühlt man sich sicherer. Und auch ein bisschen wie ein Held.“ Dem konnte Achenbach nur zustimmen und in Nullkommanichts war die Impfung auch schon vorüber.

Viele Eltern seien noch unsicher, ob sie ihr Kind gegen das Corona-Virus impfen lassen sollen, sagte Achenbach. Er hatte den Eindruck, „dass die, die im Moment kommen, wenig Aufklärungsbedarf haben“. Sie hätten sich bereits eingehend mit der Frage beschäftigt und ihr Entschluss stehe fest. Größtenteils handle es sich um Kinder mit Vorerkrankungen wie Asthma oder um Kinder, bei denen ein Familienmitglied stark gefährdet ist, weil es zum Beispiel eine Chemotherapie erhält. „Da macht die Impfung natürlich Sinn“, so der Mediziner. Er ist sicher: „Der Beratungsbedarf wird noch steigen.“

Für diese Woche hat Achenbach noch Impfstoff für etwa 60 impfwillige Kinder vorrätig. Zwischen den Jahren soll in seiner Praxis nicht geimpft werden, weil einige Kinderarztkollegen ihre Praxen in dieser Zeit schließen und er aufgrund der anzunehmenden Mehrbelastung keine Kapazitäten fürs Impfen sieht.

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