Ein verregnetes Festival kann den Plettenberger nicht schocken – so auch beim ‘Open Flair’

Immerhin gab es keine Probleme mit der Bierkühlung

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Wie kommt man am besten trocken über den durchgeweichten Boden? Diese Festivalbesucher hatten auf diese Frage eine sehr kreative Lösung gefunden... 

Plettenberg - Regendurchtränkte Klamotten, kalte Ravioli vom Vortag und ohrenbetäubender Lärm der Nachbarn – allesamt Garanten für einen schlechten Start in den Tag.  

Nicht so bei den Besuchern des Open-Flair-Festivals in Eschwege. Bespickt mit Gummistiefeln und Regenponchos trotzten rund 20 000 Gäste dem Dauerregen und feierten im Nordosten von Hessen auf den Campingplätzen sowie vor den zahlreichen Bühnen eine ausgelassene Party.

An Programm mangelte es nicht: Die Organisatoren des Festivals sind Jahr für Jahr darum bemüht, für alle Geschmäcker etwas anzubieten. Während sich auf der imposanten Hauptbühne Rockgrößen wie Rise Against, Billy Talent oder die Broilers die Klinke in die Hand gaben, sorgten Singer-Songwriter, Satiriker oder Buchautoren für die willkommene Abwechslung vom Crowdsurfen und Pogotanz. 

Das Open Flair bietet für jeden etwas, in diesem Jahr leider auch für Schlechtwetterliebhaber. Da der Regen aber auch im Sauerland dazugehört, ließen sich auch wieder zahlreiche Plettenberger nicht von den Plänen abbringen, in Eschwege ein paar schöne Tage zu genießen. Bereits zum fulminanten Auftakt der Sondaschule – rund um den lange Zeit in Attendorn wohnhaften Posaunisten Chris Altmann – am frühen Mittwochnachmittag, sangen und tanzten die Besucher aus der Heimat bei Altbekanntem ebenso lautstark mit wie bei den Klängen des erst kürzlich veröffentlichten Albums „Schere, Stein, Papier“. 

Die gute Stimmung sollte auch die nächsten Tage bei den energiegeladenen Auftritten von Madsen am Donnerstagabend oder The Prosecution am Freitagnachmittag weiter anhalten. Auch auf den Campingplätzen konnten nur zufriedene Gesichter ausgemacht werden. Lebensweisheiten wie „bei Regen gibt es keine Probleme mit der Bierkühlung“ oder „fünf Tage ohne Duschen können nicht schaden“ kursierten durch die Gespräche mit den hart gesottenen Fans. 

Am Samstag sollte sich neben den Künstlern der zahlreichen Bands auch eine ganz besondere Festival-Spezies vor die Kamera der Fotografen mogeln: Der Schneemann, um genau zu sein, fünf Schneemänner – allesamt aus dem Sauerland, allesamt bester Laune und allesamt darum bemüht, in der Öffentlichkeit nur auf den Namen „Olaf“ zu hören. 

Getreu dem Motto „Falsche Jahreszeit, aber richtige Musik“ zündete das Quintett zusammen mit der ältesten Newcomer-Band Deutschlands „Elfmorgen“, der bekanntesten unbekannten Band „SDP“ oder dem hanseatischen Trio „Liedfett“ ein musikalisches Feuerwerk ab. Bis in die späten Abendstunden feierten die Schneemänner im Eschweger Winterwonderland. Zum krönenden Abschluss eines famosen Festivals, das ohne die rund 1 700 ehrenamtlichen Helfer in dieser Form nie stattfinden könnte, outete sich am Sonntag auch Petrus als wahrer Rocker. 

Bei nun strahlendem Sonnenschein konnten Anti-Flag, Biffy Clyro und Rise Against mit harten Gitarrenriffs und stimmungsvollen Bühnenshows den Schlusspunkt unter ein Open-Flair-Festival setzen, das das Duell Rock vs. Regen nach fünf Tagen in eindrucksvoller Manier und hochverdient für sich entscheiden konnte. - Sven

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