Verstärkte Sicherheitsmaßnahmen nicht nötig 

Immecke-Rock: "Wir wollen hier einfach nur feiern"

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Die Band "Order of the Emperor" aus Rotterdam sorgte für einen Höhepunkt des Festivals. 

Plettenberg. Die pure Lust am Leben: Auf dem ImmeckeOpen-Air 2017 versprach das Line-Up der Gastbands aus Deutschland, Schottland, Frankreich und den Niederlanden heiße Bühnenacts mit dem gewohnt schrillen Stilmix von Punk bis Reggae, von Ska bis Metal.

Dafür stehen die Macher des I-Rock-Festivals, die unter festgelegten Auswahlkriterien neuen Bands eine Plattform geben, ihre Musik einem breiteren Publikum vorzustellen. Für eine laute, aber durchaus friedliche Fete steht der Immecke-Rock nun bereits zum 27. Mal. 

Das unterschiedliche Publikum unterscheidet sich vielleicht im Äußeren oder im Bekleidungsstil, gemeinsam ist allen jedoch die Begeisterung an der Musik und die einzigartige Atmosphäre dieses Festivals. Mit Blick auf die Unterbrechung des Rock-am-Ring-Festivals wegen terroristischer Gefährdungslage äußerte sich Sänger Boots der französischen Band "Ze Gran Zeft": „Wir wollen hier einfach nur gute Party machen.“ 

So sahen das auch die Organisatoren des I-Rock und der Sicherheitsdienst sah keine Veranlassung zu verstärkten Sicherheitsmaßnahmen. Einzig das Wetter (Regenschauer), an dem man bekanntlich ja nicht drehen kann, sorgte zwischendurch für eine räumliche Abspaltung des Publikums vor der Bühne. Als klassische Newcomerband hat "WTF Boom" aus Oberhausen bereits im vergangenen Jahr beim EurogigContest die Jury begeistert und wurde als Eröffnungsband für den I-Rock eingeladen. 

Mit ihrem energiegeladenen Party-Punk begeisterten die Jungs gerade die sehr jungen Festivalgäste. Eine energetische Verbindung von Hard Rock mit Funk-Elementen sind die Jungs der schottischen Band "The Mawb" eingegangen. Mit die sem Stilmix versprachen sie die Zuhörer von ihren Plätzen zu reißen. Für einen ersten Höhepunkt sorgte die niederländische Band "Order of the Emperor" aus Rotterdam. 

Judas Priest, Black Sabbath und Thin Lizzy sind ihre Vorbilder und so klingen sie denn auch: klassischer Metal mit harten und eingängigen Riffs, schnörkellos und nicht zu verspielt, zweistimmige Soli, tragende Vocals und Refrains zum Mitgröhlen. Mit ihrem Sound haben die Holländer voll den Geschmack der Metalfans getroffen. So gar aus dem eigenen Land reisten Fans an, um ihre Lieblingsband anzuhören. Mit diesem Gig werden die Musiker allerdings bestimmt auch hier neue Fans gewonnen haben.

Wieder eine komplett andere Stilrichtung schlug die französische Band aus Toulon "Ze Gran Zeft" ein. In ihrer Heimat haben sie bereits Kultstatus. In Deutschland traten sie zum ersten Mal auf. Sie stehen für alternativen Crunk-Rock und mixen HipHop mit New Metal-Einflüssen. "Pogo" und "Headbanging" waren bei dieser Musik ein Muss. Auch wenn die Sonne nicht so wirklich durch die Wolken dringen konnte, so sorgten die Jungs der fränkischen Band "Rafiki" schnellstens für sommerliches Lebensgefühl.

Eine ausgelassene Stimmung herrschte am Sonntag in der Immecke.

 

Deutschsprachiger Skapunk, eingängige Bläserthemen, kraftvoller Punkrock mit schnellen Offbeats, gepaart mit mehrstimmigem Gesang, kurzum: gute-Laune-Musik für Sommer, Sonne und Spaß. Wen kümmerte das Wetter – hierzu konnte man nur abtanzen bis der Arzt kommt. Mit viel Bühnenpower, Spaß (Herr Kapell meister, bitteschön) und Spielfreude war der Draht zum Publikum ganz fix hergestellt.

Frank the Tank aus Gießen spielte mit seinen Freunden bereits in mehreren Formationen. "PC Hermann & the Destroyers" gaben ihr Debüt in stilechter 1970er-Kostümierung und rockten die Bühne klassisch im Stile von AC/DC oder ZZ Top. Danach trumpften die Immecke Allstars als einzige Coverband auf. Viele Immecke-Rock-Fans kommen hauptsächlich wegen dieses Gigs der versierten Musikergemeinschaft.

In diesem Jahr bestand die Formation aus Stefan (Gesang) und Carsten Langenbach (Bass), Jörg Grossmann (Gesang), den Drummern Volker Sulitze, Kevin Reichling und Hans Sahm, den Gitarristen Andrew Burton, Mick Schirmeyer, Jens Maslo und Frank the Tank sowie Allan Dumbreck am Keyboard. Dass die alten Hasen sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen, sondern bereits frühzeitig für eigenen musikalischen Nachwuchs sorgen, zeigte der Auftritt Stefan Langenbachs zusammen mit seinem Sohn Miguel. Gemeinsam performten sie den Song "Ich kenn den Bruder" und ernteten großen Applaus. Die Allstars durften natürlich nicht ohne Zugabe von der Bühne und spielten das obligatorische "I’m a passenger" von Ig gy Pop. 

Mit Shirley Holmes aus Berlin brannte die Bühne. Zwei Sängerinnen an Gitarre und Bass und ein Typ am Schlagzeug, der nicht langsam kann. Kein Stuss, keine Berührungsängste – nur 100 Prozent reine Energie. Musik zum Tanzen und dabei Rock, Rock und Rock mit einer Prise knallhartem Pop. Man kann sich auch einfach Ideal, Kraftklub und die 1990er vorstellen. Als Headliner beendeten die "Betrayers of Babylon" mit sonnigem Reggae und Ska auf der Hauptbühne ein erneut erfolgreiches Immecke-Rock-Festival. 

Nebenschauplatz, doch von vielen Festivalbesuchern hoch geschätzt, war die so genannte "Scotch Corner." Drei Lieder und keine Moll-Akkorde, so steht es gewissermaßen augenzwinkernd auf dem Banner. Hier traten in den Umbaupausen der Hauptbühne die Musiker "Fährmann", "Cat Caldwell", "Fraser Lindsay", "Beck P.EI.D & the chicken peps" sowie "Andrew Burton" auf. Letzterer ist seit Jahren Stammgast beim I-Rock, pausierte im vergangenen Jahr, und wurde frenetisch gefeiert. Seine einzigartige Stimme verbreitet Gänsehautgefühl und manch einer findet Burton in der Scotch Corner besser als in der Rockversion auf der Bühne. Auch er durfte nicht ohne Zugabe gehen.

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