Für Ilayda Dogan heißt es: Auf nach Amerika

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Ilayda Dogan (15) darf dank des Parlamentarischen Patenschafts-Programms für ein Jahr nach Amerika reisen. Ihre Patin ist die Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag (r.). Ilaydas Schulleiterin Elisabeth Minner (l.) und ihr Politiklehrer Bastian Rupprecht freuen sich, dass sich ihre Schülerin im Bewerberverfahren durchsetzen konnte.

Plettenberg - Ilayda Dogan vom Albert-Schweitzer-Gymnasium wird dank eines Stipendiums ein Jahr in den USA verbringen.Was sie dort erwartet und warum sie die perfekte Bewerberin war.

Wie ticken die Amerikaner? Wie denken sie politisch? Und welches Bild haben sie von den Deutschen? Ilayda Dogan will diesen Fragen auf den Grund gehen. Für fast ein Jahr reist die Schülerin des Albert-Schweitzer-Gymnasium im Sommer in die Vereinigten Staaten.

Ihre Vorfreude ist schon jetzt riesig, auch wenn die 15-Jährige bis dato noch nicht weiß, in welchem Bundesstaat und bei welcher Gastfamilie sie leben wird. Was aber schon sicher ist: Sie wird mindestens eine Woche in Washington verbringen.

Möglich macht das Auslandsjahr ein Stipendium. Ilayda Dogan hat sich für das Parlamentarische Patenschafts-Programm beworben, schaffte es in die letzte Bewerberrunde, in der sich drei Kandidatinnen persönlich vorstellen konnten. Dagmar Freitag, Bundestagsabgeordnete und Patin des Programms, zeigte sich während des Vorstellungsgesprächs sehr angetan von der Werdohlerin. Ein junges Mädchen, das politisch so interessiert ist wie die 15-Jährige, ist die perfekte Person für dieses Programm. Also fiel Dagmar Freitags Wahl auf Ilayda.

Ihre Schulleiterin Elisabeth Minner und ihren Politiklehrer Bastian Rupprecht hat die Wahl kaum überrascht. „Ilayda interessiert sich sehr für politische Fragen“, berichtet Minner, „sie hat das Grundgesetz und die Landesverfassung immer in der Tasche.“ An der Schule hat die Neuntklässlerin einen Debattierclub ins Leben gerufen. Zehn Schüler aus den Jahrgangsstufen sieben bis neun treffen sich einmal in der Woche, um in dieser Arbeitsgemeinschaft über politische Themen zu sprechen. Trump, die Ehe für alle, die Bundestagswahl – es wird über das debattiert, was gerade aktuell ist. Obendrein ist Ilayda auch noch Schülersprecherin am Albert-Schweitzer-Gymnasium.

Auch in ihrer Freizeit ist die 15-Jährige stark engagiert. In Werdohl ist sie Mitglied bei den Jungsozialisten (Jusos), sie sitzt im Werdohler Kinder- und Jugendparlament und bringt sich darüber hinaus bei der Bürgerbeteiligung in Plettenberg ein.

Woher kommt dieses starke Interesse an der Politik? Ilayda erlebte ihren Aha-Moment vor fünf Jahren. Als Zehnjährige wurden sie und ihre Eltern an den Ständen zur Bundestagswahl mit bunten Ballons, Kugelschreibern und Prospekten zugeschüttet. „Mama, wofür ist das alles?“, hat sie seinerzeit gefragt – und Feuer gefangen für die Politik. „Vielleicht liegt das auch in der Familie“, sagt Ilayda. „Mein Großvater war Bürgermeister in der Türkei und auch mein Onkel ist politisch engagiert.“

Für exakt elf Monate geht es nun also für die Werdohlerin in die USA. Sie wird in dem Ort ihrer Gastfamilie eine Highschool besuchen und hofft außerdem auf ein Praktikum im amerikanischen Congress. „Nur einige wenige Stipendiatin dürfen das machen“, berichtet Patin Dagmar Freitag. Aber die Bundestagsabgeordnete will ihre Kontakte spielen lassen. Anfang Mai reist Freitag nach Washington und will für Ilayda bei den Congressabgeordneten ein gutes Wort einlegen.

„Wir freuen uns als Schule und sind schon gespannt auf Ilaydas Rückkehr und auf das, was sie dann zu berichten hat“, sagt ASG-Rektorin Elisabeth Minner. Wie es für die 15-Jährige nach ihrer Rückkehr aus Amerika im Sommer 2019 schulisch weitergeht, soll dann besprochen werden. Wenn sich Ilayda fit fühlt, kann sie direkt in die Stufe elf gehen, ansonsten bleibt ihr die Möglichkeit, mit der zehnten Klasse weiterzumachen.

So oder so ist Patin Dagmar Freitag schon gespannt auf Ilaydas Lebensweg nach der Schulzeit. „Die Leute, die ins Ausland gegangen sind, haben später sehr interessante Lebenswege eingeschlagen. Es sind viele dabei, die auch danach wieder ins Ausland gegangen sind.“

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