Gebürtige Plettenbergerin Antonietta Manzke stellt sich ihrer Konkurrenz bei der „Miss-Happy-Curvy-Wahl“ 2018

„Ich war immer schon ein Pummelchen“

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Plettenberg - „Ich war immer schon ein Pummelchen“, sagt die 45-Jährige und lacht. Sie weiß, dass sie ein paar Kilo mehr auf den Hüften hat – aber genau das ist es , worauf sie sehr stolz ist und was ihr ihr Hobby ermöglicht, denn sie ist Übergrößenmodel und wird in der kommenden Woche bei der Wahl zur „Miss Happy Curvy“ teilnehmen.

Antonietta Manzke arbeitet hauptberuflich im Plettenberger Krankenhaus, als sogenannte „Case Managerin“. Übersetzt bedeutet ihr Job die Patientenbetreuung von der Aufnahme bis zur Entlassung. „Das ist aber eher administrativ, also hat nichts mit den pflegerischen Aufgaben zu tun“, erklärt sie im Gespräch mit der Heimatzeitung. In ihrer Freizeit steht die Plettenbergerin, die aktuell in der Voreifel lebt, für Fotoshootings vor der Kamera. „Es fing alles damit an, dass ich mich von meinem Mann getrennt habe und irgendwann schöne Aufnahmen von mir selbst haben wollte – einfach, um mein Selbstwertgefühl zu verbessern“, so das Model. Die Fotos veröffentlichte Manzke schließlich über ihre Profile in den sozialen Netzwerken, woraufhin sie hauptsächlich positive Rückmeldungen bekam, obwohl die Mutter weit entfernt von üblichen Modelmaßen ist. Mit einer Kleidergröße zwischen 42 und 46 ist sie nämlich genau das, was ein Übergrößenmodel mitbringen muss – weibliche Rundungen. „Irgendwann fing es an, dass mich Fotografen anschrieben, die mich für besondere Shootings haben wollten“, erinnert sich die gebürtige Plettenbergerin noch ganz genau an die Anfänge ihrer Hobby-Karriere 2014. Von dem Zeitpunkt an wurden es immer mehr Shootings, und das Netzwerk wurde immer größer. „Es war nicht so einfach, wie es sich auf den ersten Blick vielleicht anhört. Meine Figur war nicht immer erwünscht – viele Fotografen wollten teilweise nur mein Gesicht, da ich ihnen zu dick war“, so Antonietta Manzke. „Das war für mich okay, aber es gab auch Erfahrungen, die sehr weh taten“, berichtet sie über die Schattenseiten des Modelns. An ihre schlimmste Erfahrung könne sie sich noch ganz genau erinnern. Ein Fotograf habe damals bei einem Shooting immer ein Tuch über ihre Oberschenkel legen wollen. „Du bist ja doch üppiger, als gedacht“, hätte er gesagt, was die 45-Jährige damals sehr verunsicherte. „Ich bin erst einmal ins Auto gegangen und habe nur noch geweint“, so Manzke. Auch Situationen in Geschäften, in denen sie mit dem Satz: „In Ihrer Größe haben wir nichts“ begrüßt wurde, habe sie nicht nur einmal erleben müssen. 

 „Das ist mittlerweile zum Glück Schnee von gestern und ich kann über solchen Aussagen stehen. Ich fühle mich absolut wohl in meiner Haut und weiß, dass es viele Menschen gibt, denen ich gefalle“, so Mazke. Wer sie nicht sehen wolle, der solle doch einfach wegschauen – da sei sie mittlerweile knallhart. „Einmal hat Peyman Amin, der Juror der TV-Show ‘Curvy Supermodel’ und Ex-Juror von ‘Germanys next Topmodel’ eines meiner Fotos im Internet geliked – das war eine richtig tolle Bestätigung für mich“, freut sich die 45-Jährige noch bis heute über die Gefällt-mir-Angabe des berühmten Model-Agenten. Es habe eine Zeit gegeben, direkt nach der Scheidung von ihrem Mann, in der sie sich bis zur Kleidergröße 36 gehungert habe. „Da habe ich mich absolut nicht wohlgefühlt in meiner Haut – das war nicht mehr ich selbst!“, weiß sie heute. Sie selbst, dass sei sie jetzt dafür umso mehr und sie wisse jetzt genau, dass es verschiedene Typen gebe: „Der Figurtyp ist genetisch bedingt. Auch meine Mama ist kein gertenschlanker Mensch, deshalb kann ich abnehmen wie ich will – ich werde einfach niemals eine Bohnenstange sein. Dafür ist mein Körper einfach nicht gemacht“, so Manzke. Abgesehen davon wolle sie das aber auch gar nicht, obwohl sie in ihrem „Wohlfühlkörper“ auch ihre Problemzonen habe. „Na klar haben auch Models ihre Körperstellen, die sie nicht perfekt finden – ich habe drei Kinder geboren, die alle drei jeweils eine Kaiserschnitt-Narbe hinterlassen haben“, so Manzke. 

Aber auch das sei für die 45-Jährige kein Problem, schließlich habe sie in ihren mittlerweile vier Jahren als Model gelernt, wie man bestimmte Stellen kaschieren könne. „Allein Körperspannung ist bei einem Shooting schon die halbe Miete. Mit Spannung wirkt alles vorteilhafter“, verrät sie. Antonietta Manzke hofft, dass sie mit ihren Hobby irgendwann einmal Geld verdienen kann – und sie ist auch schon auf einem guten Weg dahin. Sie hat es ins große Finale geschafft und darf am kommenden Samstag, 28. April, in Leinfelden bei Stuttgart bei der Wahl zur „Miss Happy Curvy“ gegen 21 Konkurrentinnen antreten. „Ich freue mich wahnsinnig auf diese Wahl und darauf, die ganzen verschiedenen Frauen kennenzulernen. Auch wenn ich nicht am Ende unter die ersten drei Gewinner komme – ich werde weiter machen, denn das Modeln macht mir super viel Spaß“, verrät die gebürtige Plettenbergerin. Drei große Fans hat sie bereits gefunden – ob sie nun gewinnt oder nicht, ihre drei Töchter seien sehr stolz auf ihre Mama: „Sie unterstützen mich sehr bei allem, was ich mache und sind gleichzeitig meine größten Kritiker. Sie finden super, dass ich modele und sagen immer, ich sei jetzt schon ein kleiner Star, was mich sehr rührt“, so Manzke. Sich bei der TV-Show „Curvy-Supermodel“ zu bewerben, sei aktuell aber noch keine Option für die 45-Jährige. „Da fehlt mir ehrlich gesagt noch der Mut“, gibt sie zu. Dennoch habe sie schon das ein oder andere Mal mit dem Gedanken gespielt. Am Samstag muss sie mehrmals laufen. Einmal lässig in Jeans und schwarzen Oberteil, dann für verschieden Designer und dann in Abendgarderobe, wofür sie sich extra ein Kleid schneidern lässt. „Soviel kann ich schon einmal verraten – es wird ein Kleid im Kimono-Style. Das macht ein koreanischer Designer aus Köln.“ Man darf also gespannt sein, wie weit es die gebürtige Plettenbergerin bei der Miss-Wahl schafft. 

Aber auch wenn es nur eine Erfahrung bleibt – gewonnen hat Antonietta Manzke so oder so, denn seitdem die 45-Jährige sich dem Modeln widmet, hat sie ein ganz anderes Selbstbewusstsein und damit verbunden auch eine positive Ausstrahlung, denn die Männer schauen ihr nicht selten hinterher und verteilen Komplimente.

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