Durch Corona-Lockdown:

Größtes Bad der Region verliert hundertausende Gäste

Die Verluste im Aquamagis sind hoch, Ausgleichszahlungen des Bundes noch nicht angekommen.
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„Geschlossen“ – das wird auch weiterhin am Aquamagis stehen. Die Verluste seien hoch, Ausgleichszahlungen des Bundes seien noch nicht angekommen.

Plettenberg – Das Wasser steht Aquamagis-Geschäftsführer Dr. Uwe Allmann angesichts des verlängerten Lockdowns zwar nicht bis zum Hals, aber bis zu den Knien, denn im Keller des Freizeitbades herrschte zu Wochenbeginn nach einem Pumpenschaden Land unter. 

„Zwei Sumpfbodenpumpen sind defekt“, erklärte der Geschäftsführer, um hinzuzufügen: „Die Anlage ist nicht für einen solchen Stillstand gemacht.“ Wenn das gesamte Zusammenspiel der Technik gestört sei, komme es zu Problemen.

In den großen Becken habe man das Wasser nur ganz wenig abgelassen, um die Fliesen nicht zu schädigen. Gechlort und umgewälzt werden müsse das derzeit 18 Grad kalte Wasser dennoch. Und auch die Heizung im Bad könne man nicht runterfahren, auch wenn seit Anfang November kein Badegast das Bad betreten habe.

Absolut ruhig ist es aufgrund des Lockdowns unter anderem auch im Wellcome, dem Fitnessbereich des Aquamagis.

Fettes Besucherminus

„Die Leimbinder der Deckenkonstruktion brauchen ebenso wie die Pflanzen eine gewisse Temperatur und Luftfeuchtigkeit“, erklärte der Bäderchef zum Standby-Betrieb des Bades. Nach dem Lockdown im März hatte das größte Freizeitbad der Region knapp fünf Monate geschlossen und durfte dann unter strengen Auflagen Anfang Juli öffnen, ehe das erneute Aus Anfang November kam. Entsprechend gingen die Umsätze und Besucherzahlen massiv zurück. Nach 390 000 Bade- und Saunagästen im Jahr 2019 verbuchte man im Coronajahr nur 176 000 Besucher – ein Minus von 214 000 Gästen. Wie sich das finanziell auswirkt, ist noch offen.

Noch kein Geld vom Bund

„Wir haben bisher noch keinen Cent bekommen“, erklärte Allmann. Ärgerlich sei, dass für die Ausgleichszahlungen des Bundes die Vergleichszahlen der Vorjahresmonate herangezogen würden. „Und da hatten wir sechs Wochen lang Revisionsarbeiten“, sagt Allmann, der deshalb nur wenig Hoffnung auf einen großen Geldsegen hat und glaubt, im Jahr 2021 ganz ohne staatliche Hilfe auskommen zu müssen. „Wir müssen an unsere Rücklagen ran“, sagt Allmann und richtet bereits jetzt den Blick auf das nächste Jahr.

Die Verwirklichung der spektakulären Außenrutsche wird um mindestens zwei Jahre verschoben.

Spektakuläre Außenrutsche verschoben

„Ab 2022 müssen die Geschäftsmodelle wieder funktionieren.“ Doch ob sich jemals wieder 2 500 Badegäste gleichzeitig dicht gedrängt im Bad tummeln werden, sei fraglich. Investitionen verschoben Definitiv verschoben werde die geplante Investition in eine 20 Meter hohe Außenrutsche mit dem Namen Sternenflug. Diese werde wohl nicht vor 2023 verwirklicht. „Im nächsten Jahr ist erst einmal Wunden lecken angesagt“, so Allmann.

Mitarbeiter in Kurzarbeit

Derzeit befänden sich 30 Aquamagis-Mitarbeiter in Kurzarbeit. Eine Handvoll Beschäftigte würden das Bad technisch am Laufen halten. Weiterhin geschlossen hat auch das Fitnessstudio Wellcome. Hier und auch im Badbereich rechnet Allmann mit einer Öffnung nicht vor Anfang März. „Dabei ist der Januar ein sehr wichtiger Monat mit vielen Neuanmeldungen“, so Allmann, der die Beiträge der in Spitzenzeiten bis zu 1 400 Mitglieder im Fitnessstudio seit der Schließung nicht mehr abbuchen lässt.

Auch im benachbarten Resort läuft seit Anfang November nichts mehr. „Vor der Badöffnung macht es keinen Sinn, das Resort wieder zu öffnen“, sagt der Geschäftsführer, der sich abschließend erleichtert zeigte, dass es keinen einzigen mit Corona infizierten Mitarbeiter im Badbereich gab.

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