Straße für einen Tag blockiert

Holztransporter fährt sich fest: Bergung wird zu einer kniffligen Aufgabe

Dieser Holztransporter fuhr sich am Donnerstagabend am Humberg in Plettenberg fest. Die Bergung war erst am nächsten Tag möglich.
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Dieser Holztransporter fuhr sich am Donnerstagabend am Humberg in Plettenberg fest. Die Bergung war erst am nächsten Tag möglich.

Es kam am Donnerstagabend vieles zusammen: ein Holztransporter steckte im Matsch fest und stand schräg, die Straße hielt dem Druck der Abschlepper nicht stand und die Dunkelheit setzte ein. So wurde die Bergung des Lkw zu einer kniffligen Aufgabe.

Plettenberg - Das Unglück nahm seinen Lauf, als zwei Lkw-Fahrer beim Holztransport einen anderen Weg nahmen, als die bisherigen Fahrer. Vom Sonneborn in Plettenberg aus sollte es zurück ins Tal gehen. Die Straßen hinunter sind zwar asphaltiert, aber eng und kurvenreich. Bisher sind die Transporter immer über den Oesterhammer gefahren. Den beiden Fahrern am Donnerstagabend aber habe das Navigationsgerät eine Route über den Humberg angezeigt, die bei der Firma Rempel auf der Hauptstraße mündet.

Mit jeweils einem Container voller Holz als Ladung steuerten die beiden Fahrer ihre Lkw über die Fahrbahn. Der erste hätte sich in Höhe der Ortschaft Humberg noch mit den linken Seite durch die matschige Wiese am Fahrbahnrand gekämpft, der zweite blieb stecken. So beschreibt es Dieter Wagner, der von seinem Haus am Humberg 3 perfekte Sicht auf die Szenerie hatte.

Dieter Wagner wurde Zeuge des Schauspiels, weil sich alles vor seiner Haustür abspielte.

Polizei und Feuerwehr wurden dazugerufen, später auch ein Abschleppunternehmen. Doch die Bergung gelang bei einsetzender Dunkelheit nicht mehr. Erstens reichte ein Abschleppfahrzeug dafür nicht aus und zweitens machte die „desolate Asphaltdecke der Straße“ Probleme und drohte, unter dem Gewicht des Abschleppfahrzeuges und des etwa 40 Tonnen schweren Lkw einzubrechen, wie Falk Meyer, Geschäftsführer des Abschlepp- und Pannenservice Rößler aus Lüdenscheid, vor Ort erklärte.

Die marode Straße drohte, unter der Stütze des Abschleppwagens zu brechen.

Also kamen die Fachleute aus Lüdenscheid am Freitagmorgen noch einmal zur Unglücksstelle - diesmal mit drei Fahrzeugen. Von hinten, von vorne und von der Seite wurde der Holztransporter gesichert, angehoben und auf die Straße gezogen. Nach zwei Stunden war die Bergung am Freitagmittag abgeschlossen.

Dass dies überhaupt gelang, war dem glücklichen Umstand geschuldet, dass sich neben der Unglücksstelle eine Einfahrt befand, die die Abschlepper nutzen konnten. „Wir haben schon Begegnungen gehabt, da lag der Lkw eine Woche da und musste auseinander gebaut werden“, berichtete Falk Meyer. Denn wo nicht ausreichend Platz ist, können auch die Abschleppfahrzeuge nicht mehr viel ausrichten.

Diese Einfahrt verschaffte dem Abschleppservice Rößler mehr Platz, um die Bergung durchzuführen.

Der Fahrer mit polnischem Wohnsitz war nach Polizeiinformationen in der Nacht bei einem anderen Lkw-Fahrer untergekommen. Den 51-Jährigen erwartet ein Verwarngeld, der Schaden dürfte über die Versicherung der Spedition geregelt werden.

Für das Ehepaar Wagner vom benachbarten Wohnhaus jedenfalls war es ein ungewohntes Schauspiel, denn auf der Straße vor ihrer Haustür herrscht üblicherweise wenig bis gar kein Verkehr. Vom Balkon aus verfolgte Dieter Wagner am Freitag die Bergung. „Das war spannender als jedes Fernsehprogramm“, lacht er.

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