Grube >Neu Glück< bereits seit einem halben Jahr geschlossen

Holzrahmen von Pilzen befallen / Noch kein Termin für Wiedereröffnung

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Fünf der Holzrahmen in der Grube ›Neu Glück‹ seien von Pilzen befallen und müssten saniert werden.

PLETTENBERG   Die Bleierzgrube >Neu Glück< bedürfe dringend einer Sanierung: Bereits seit Anfang des Jahres ist das Besucherbergwerk für die Öffentlichkeit gesperrt - ohne, dass diese darüber informiert wurde.

"Die Bleierzgrube ist seit dem 1. Januar für Besucher nicht mehr zugänglich", erklärte Marilies Schulte-Henkel vom Sachgebiet Planen und Bauen auf Anfrage der Heimatzeitung. Bei der jährlich durchgeführten gutachterlichen Befahrung habe der Gutachter schwere Schäden am Türstockausbau festgestellt. Dabei handelt es sich um die alten Holzrahmen, die die Räume unter Tage absichern und offen halten.

Demnach seien fünf dieser Holzrahmen von Pilzen befallen und in Teilbereichen auch schon eingestürzt. Der eingesetzte Gutachter habe schon die Kosten für die Sanierung berechnen können: 6 300 Euro müsse die Stadt investieren, um die Schäden am Türstockausbau zu beseitigen.

Ein großes Problem stelle dabei die bisher nicht erfolgte Genehmigung des städtischen Haushaltes durch die Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) dar. Erst danach könne der Auftrag an ein Fachunternehmen erteilt werden.

Das Stadtarchiv, das die Werbung und die Durchführung der Führungen organisiert, hatte die Öffentlichkeit nicht über die Sperrung informiert. Auch auf der Homepage der Stadt Plettenberg wird die Grube >Neu Glück< noch als Ausflugsziel beworben.

Eine Anfrage im Stadtarchiv dazu blieb unbeantwortet. Archivarin Martina Wittkopp-Beine, gleichzeitig auch Tourismus-Beauftragte der Stadt, sei bis Freitag nicht erreichbar.

Wann genau die Arbeiten durchgeführt werden und wann das Besucherbergwerk wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird, konnte Schulte-Henkel noch nicht sagen. Alles hänge von der Genehmigung des Haushaltes ab. Sollte die Sanierung des Türstockausbaus abgeschlossen sein, müsse die Grube zunächst wieder durch einen Gutachter und einen Vertreter der Bezirksregierung Arnsberg abgenommen werden.

Die Bleierzgrube >Neu Glück< müsse sich laut Schulte-Henkel jährlich einer gutachterlichen Befahrung unterziehen. Im vergangenen Jahr sei ein Gutachter aus Witten gemeinsam mit Vertretern der Bezirksregierung in die Vier-Täler-Stadt gekommen.

Schon einmal war die Grube >Neu Glück< für rund ein Jahr gesperrt worden, als sich Felsbrocken von der Wand gelöst hatten. Erst im Februar 2012 konnte ein Gutachter das Besucherbergwerk wieder freigeben.

Grube >Neu Glück< 2008 eröffnet

Stadtarchivarin Martina Wittkopp-Beine hatte in Zusammenarbeit mit dem Heimatkundler und Bergbau-Experten Martin Zimmer die Eröffnung der Grube >Neu Glück< für die Öffentlichkeit vorangetrieben.

- Nachdem die Grube während des Zweiten Weltkrieges zum Luftschutzbunker für die Mitarbeiter der Firma Voß & Schröder umfunktioniert worden war, war der Stollen in den 1950er Jahren versiegelt worden.

- Erst auf Betreiben Zimmers, der beim Bau der Westtangente den Landesbetrieb Straßen.NRW darauf hingewiesen hatte, dass man bei den Arbeiten für den Hestenbergtunnel wahrscheinlich auf die Grube >Neu Glück< stoßen würde, wurde das Bergwerk im Jahr 2002 wieder geöffnet. Zimmer hatte anschließend vorgeschlagen, den Stollen als Besucherbergwerk herzurichten.

- Zum >Tag des offenen Denkmals< im September 2008 wurde die Grube dann erstmals für die Öffentlichkeit geöffnet.

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