Städtische Kitas haben keine Probleme

Holthauser OGS: Neue Leiterin gesucht

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Die Holthauser OGS-Leiterin Corinna Sandor (3. v. re.), hier mit den anderen Leiterinnen Plettenbergs, hat zum 1. April gekündigt.

Plettenberg – Die OGS Holthausen ist dünn besetzt. Die Leiterin Corinna Sandor hat zum 1. April gekündigt. Das sorgt für Probleme – auch bei den Kindern. Die Stadt versuche, die Stelle so schnell wie möglich wieder zu besetzen, erklärt Christoph Wilk, Sachgebietsleiter Jugend, Schule und Sport. Deutlich besser sieht es bei den städtischen Kindergärten aus.

Hausaufgaben unter Aufsicht konnten die Kinder in den letzten Wochen in der Hausaufgabebetreuung häufiger nicht machen, berichtet Vater Dennis Hollmann. Der Grund: Es fehlt schlichtweg an Personal. „Die Stelle der Leiterin muss wieder besetzt werden“, sagt Wilk. Am Freitag steht das nächste Vorstellungsgespräch an. Wenn das klappt, könnte es für die Kandidatin theoretisch schon Montag losgehen. Wilk: „Wir würden jemanden so schnell wie möglich einstellen.“ Gesucht wird eine Sozialpädagogin/Erzieherin.

Die Personalnot in Holthausen hat bereits kreative Lösungen gefordert. Die Betreuung in den Osterferien findet in Kooperation mit dem Jugendzentrum und der OGS der Martin-Luther-Schule statt, erklärt Wilk. Konkret: Die Kinder werden nicht in Holthausen betreut, sondern im Jugendzentrum. Hier wird eine „vertraute Person“ vor Ort sein. Am Nachmittag geht es dann für die Kinder mit Kollegen der OGS Holthausen zur Martin-Luther-OGS.

Kaum Freizeit für Kinder

Für die Kinder stelle die Lage zurzeit eine Belastung dar, erklärt Hollmann. Kämen sie gegen 16.30 Uhr nach Hause, machten dann erst die Hausaufgaben, sei es schnell 17.30 Uhr. Dann gibts Abendessen und unter der Woche bleibt „im Prinzip nichts mehr an Freizeit“, sagt er.

Gibt es das Personal-Problem auch an städtischen Kindergärten? „Erfreulicherweise nicht“, erklärt Fachbereichsleiter Hans-Peter Kapitain. „Alle Plätze sind besetzt“. Das ist definitiv kein Normal-Zustand im Deutschland-Vergleich. Vor wenigen Tagen erst ist der Verband Bildung und Erziehung (VBE) nach der Befragung von 2600 Kita-Leitern zu dem Schluss gekommen, dass es in rund 90 Prozent der Einrichtungen zumindest zeitweise „bedenklich zu wenig Personal“ gibt.

Um das zu vermeiden hat die Stadt eine Springerkraft eingestellt. Die hat sich dazu bereit erklärt, in allen städtischen Einrichtungen zu arbeiten. Sie ist immer da, wenn gerade jemand fehlt, also zum Beispiel länger krank ist.

Neuer Ausbildungsweg "PiA"

Die Stadt bietet auch den neuen Ausbildungsweg „PiA“ (praxisintegrierte Ausbilung) für Erzieher an, der über das GBBK absolviert werden kann. Hier verdienen die Schüler über die drei Jahre der Ausbildung von vornherein Geld. Erst gehe es mehr in die Schule, dann für mehr Praxis in die Einrichtungen. „Die beiden Bereiche gleichen sich am Ende ungefähr aus“, erklärt Kapitain. Der Nachteil dieser Variante: „Man hat keine Ferien.“

Der „normale“ Ausbildungsweg sieht erst zwei Jahre Schule vor, die nicht bezahlt werden. Erst im sich anschließenden Anerkennungsjahr gibt es ein Gehalt. Bei der Stadt werden vier Ausbildungsstellen über den alten Weg und eine über den neuen angeboten – bis auf eine Stelle sind schon alle besetzt.

Also ist mehr Gehalt – wie von vielen gefordert – die Lösung für den Erziehermangel? Könnte gut sein, meint Kapitain. „Wir vermuten, dass der neue Ausbildungsweg in Zukunft mehr angenommen wird.“

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