Bei  der Rückgabe der Uniformen flossen Tränen

Die halbe Löschgruppe quittiert den Dienst im MK

+
Ende März letzten Jahres gaben Dirk Seuthe und Lutz Glingener bekannt, dass sie und ihre Kameraden aus der Löschgruppe Holthausen zurücktreten wollen. Danach gab es diverse Krisensitzungen und eine Art Güteverhandlung vor dem Verwaltungsgericht Arnsberg. Doch der Burgfrieden währte nicht lange, denn am Mittwoch haben beide zusammen mit vielen weiteren langjährigen Feuerwehrleuten ihre Ausrüstungsgegenstände in der Feuerwache abgegeben und ihren freiwilligen Dienst endgültig quittiert.

Plettenberg – Das Tischtuch ist zerschnitten. Wer auf einen längeren Burgfrieden zwischen großen Teilen der Holthauser Feuerwehr und der Stadtverwaltung Plettenberg gehofft hatte, wurde eines Besseren belehrt.

Am Mittwochabend betraten mehr als ein halbes Dutzend Holthauser Feuerwehrleute die Feuerwache Am Wall und händigten Oberbrandmeister Thorsten Brill ihre komplette Dienstkleidung aus. Viele der gestandenen Männer sollen dabei Tränen in den Augen gehabt haben. Dem Beispiel folgten in den letzten Tagen noch weitere langjährige Holthauser Wehrleute und gaben ebenfalls ihre komplette Ausrüstung bei der Feuerwehr zurück. 

Eine bislang einmalige Austrittswelle bei der Plettenberger Feuerwehr, die die Holthauser Löschgruppe nahezu halbiert und den Altersschnitt massiv senkt. Auch zwei Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung schlossen sich dem Rücktritt an.

 Vor etwas mehr als einem Jahrberichteten wir erstmals über den drohenden Boykott der Holthauser Löschgruppe, die diesen Weg seinerzeit aufgrund einer mangelnden Kommunikation mit der Wehrleitung und fehlender Visionen ging. Während sich Wehrleiter Markus Bauckhage in den Folgemonaten gänzlich aus der Diskussion heraus hielt, machte Bürgermeister Ulrich Schulte das Thema zur Chefsache. Es wurden Disziplinarverfahren verhängt und mehrere Mitglieder der Löschgruppe mit sofortiger Wirkung vom Dienst freigestellt. 

Dagegen klagten die Betroffenen und trafen sich Anfang Dezember mit den Verantwortlichen der Stadt Plettenberg vor dem Verwaltungsgericht Arnsberg. Die Beurlaubung der Freiwilligen Feuerwehrleute wurde danach zurückgenommen. Doch offenbar schwelte der Streit weiter und die Holthauser zogen die Reißleine, weil es nach ST-Informationen „kein Weiterkommen gab“. Dabei ist offenbar der Umgang mit den noch laufenden Disziplinarverfahren gemeint, der dazu führte, dass nun der endgültige Austritt erfolgte. Zu den genauen Gründen wird derzeit eine Stellungnahme von Rechtsanwalt Matthias Weber vorbereitet. 

Bürgermeister Ulrich Schulte bezog auf Anfrage Stellung zu den Vorgängen: „Es ist schade, dass es so gekommen ist. Die Kompromissangebote haben nicht den Erfolg gebracht“, sagte Schulte, der sich weniger überrascht zeigte über den Rücktritt, als vielmehr über die Anzahl. „Es ist schade, um jeden Feuerwehrmann, der geht“, bedauerte der Bürgermeister die Entwicklung, wollte aber zu möglichen Inhalten der Gespräche keine Auskunft geben. Für diejenigen, die ausgetreten seien, sei nun auch das Disziplinarverfahren beendet. „Es gibt dann einen Einstellungsbescheid“, so Schulte abschließend.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare