Dresscode auf der Arbeit

Kurze Hosen sind im Büro tabu

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Kurze Hosen sind in den meisten Büros nicht gern gesehen. 

Plettenberg – Schon um 8.45 Uhr in der Früh zeigte das Thermometer in den vergangenen Tagen 28 Grad Celsius an – nicht unnormal im Sommer, aber für Ende Juni schon ziemlich heiß. Die Hitze ist das Dauerthema und Gesprächsthema überall.

Die Plettenberger Schüler konnten sich Dienstag und Mittwoch  freuen: Die Schulleiter des Böddinghauser Schulzentrums hatten sich kurzgeschlossen und einstimmig entschieden, den Schülern nach der 4. Unterrichtsstunde „Hitzefrei“ zu geben. Auch Dr. Eberhard Stroben, Schulleiter der Zeppelinschule, meldete sich in der Redaktion: „Wir schließen uns dem Schulzentrum an und entlassen die Schüler auch nach der 4. Stunde“, gab er durch. Die Schulleiter sind sich einig darüber, dass auch als junger Mensch die Konzentration im aufgeheizten Klassenraum bei etwa 40 Grad Celsius im Schatten einfach nachlässt. 

Auch einige Plettenberger Betriebe entschlossen sich schon zu Beginn der „Rekord-Hitzewoche“ dazu, den Arbeitsalltag für die Arbeitnehmer etwas angenehmer zu gestalten. So überlegte sich Ralf Schawag von Schawag Technik und Service: „Ich habe mir das am Wochenende spontan überlegt, als ich gehört habe, dass es so heiß werden soll“, erklärt Ralf Schawag. Auf vielen Baustellen sei es nachmittags unerträglich. „Das wünscht sich natürlich keiner, dann arbeiten zu müssen und deshalb kommen die Mitarbeiter in den nächsten Tagen schon um 6.30 Uhr anstatt 7.30 Uhr und dürfen dann um 15 Uhr gehen“, so der Diplom-Ingenieur. 

Für die meisten Arbeitnehmer in Plettenberger Unternehmen heißt es jedoch diese Woche: Zähne zusammenbeißen. In der Hauptstelle der Vereinigten Sparkasse am Umlauf besteht für die Bankkaufleute weiterhin zwar generell Krawattenpflicht, aber diese Woche hat Chef Kai Hagen eine Ausnahme gemacht – der Schlips darf also im Schrank bleiben. „Wir dürfen aber immer kurzärmelige Hemden tragen“, erklärt der Sprecher der Sparkasse, Tomislav Majic. Bei den Frauen seien Kleider, Röcke und Sandalen erlaubt – im Gegensatz zu den männlichen Mitarbeitern. „Kurze Hosen sind verboten“, so Majic. Aber auch bei den Frauen sollte das Outfit nicht nach Freibad oder Strand aussehen – Business-Look ist angesagt. 

Eine Klimaanlage gebe es auch nicht. „Es ist aber noch erträglich, was die Temperaturen in den Büros angeht“, versichert Majic. Im Vergleich dazu ist es in der Volksbank am Lindengraben erträglicher, denn dort sei letzte Woche erst noch der Techniker für die Klimaanlage gekommen, wie Pressesprecher Achim Sommer im ST-Gespräch verriet: „Da war irgendetwas defekt. Da es ja diese Woche so heiß werden soll, wollen wir natürlich, dass die Anlage aktuell wieder funktioniert“. 

Generell sei die Kleiderordnung nicht mehr so streng, wie sie es vor einigen Jahren einmal gewesen sei. Zwar seien auch für Herren keine kurzen Hosen erlaubt, dennoch bestünde schon länger keine Krawattenpflicht mehr. Kurze Hemden ohne Krawatte plus lange Hose für die Männer – luftiger Business-Look für die Damen. Christoph Hüls von der Polizei im Märkischen Kreis erklärt: „Bei uns herrscht allgemein eine Uniform-Pflicht – auch an den heißen Tagen ist Schwitzen angesagt“, bestätigt Hüls. Zum Glück trage man aber kurzärmelige Hemden. 

Bei der Feuerwehr ist es ähnlich. Zwar trage man keine Hemden, dafür aber Poloshirts und eine dünne, lange Tages-Diensthose. „Wir arbeiten ja im Tagesdienst – also zwischen den Einsätzen – genau so, wie andere Mitarbeiter im Büro auch. Es ist auf jeden Fall gut zu ertragen hier auf der Wache – da gibt es schlimmere Arbeitsplätze in Plettenberg“, sagt Thomas Gritschke, Sprecher der Feuerwehr. 

Er verweist auf die vielen Schmieden in Plettenberg, in denen die Arbeiter sicherlich kein Hitzefrei bekämen. Außerdem wolle man in Zukunft eine Klimaanlage in den Räumlichkeiten installieren und einen Wasserspender anschaffen. Im Einsatz sei es natürlich schweißtreibender, aber das sei nun einmal ihr Job, so der Beamte. Es gäbe aber auch Einsätze, bei denen man bei Hitze auch auf die dicke, schwer entflammbare Kleidung verzichten könne und leichtere Einsatzkleidung tragen dürfte. Beim Saley-Waldbrand letztes Jahr sei das beispielsweise so gewesen.

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