Alles neu auf der Spitze des Hestenbergs

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Von der neu errichteten Bank aus kann der Blick über die Vier-Täler-Stadt nun wieder richtig genossen werden.

Wer es bis ganz hoch auf den Hestenberg geschafft hat, wird mit einem wirklich tollen Blick belohnt. Doch der Platz rund um die unter anderem neu errichtete Bank dient nicht nur als besonderer Aussichtspunkt – er erinnert auch an den patriotischen Taumel, der in Plettenberg nach dem Krieg 1871 herrschte.

„Bürgermeister Ulrich Schulte hat hier seine Handschrift hinterlassen“, erklärt ST-Reporter Tony Meyer, der den beschwerlichen Aufstieg zum Hestenberg nicht scheute, um den neu hergerichteten Platz auf der Spitze zu begutachten.

„Alles wurde erneuert oder, wie zum Beispiel der Gedenkstein, aufgearbeitet“, sagt Meyer, der nicht nur die herrliche Aussicht über die Vier-Täler-Stadt genoss. Denn es handelt sich hierbei um einen geschichtsträchtigen Ort, der erst im Zuge des Sieges über Frankreich im Krieg 1870 / 71 entstanden war.

Der von Meyer erwähnte Gedenkstein wurde wahrscheinlich auf Anregung des Plettenberger Fabrikanten Carl Meuser (1832-1910) errichtet. Auf diesem sind die Namen der drei gefallenen Plettenberger des deutsch-französischen Krieges verewigt. Das Kriegerdenkmal im Wieden, das ebenfalls an die Gefallenen dieses Krieges erinnert, wurde erst 1879 errichtet.

Auch in Plettenberg schlugen die Wogen der patriotischen Begeisterung nach dem Sieg über Frankreich hoch. Die Gründung des Deutschen Reiches 1871 sorgte für Aufbruchstimmung – selbst in „Provinznestern“ wie dem damaligen Plettenberg.

Es war ebenfalls Carl Meuser, der noch im selben Jahr die Anlegung vieler Wanderwege am Hestenberg und Anlagen wie dem Springbrunnen angestoßen und finanziert hatte. Der Verschönerungsverein, ein Vorläufer des späteren SGV, hatte die ersten Wanderwege angelegt.

Der Platz am Fahnenmast besaß jedoch auch aus einem anderen Grund eine wichtige, patriotische Bedeutung für die Plettenberger: Hier wurde lange Jahre stets um den 2. September herum der Sedantag gefeiert. Dieser erinnerte an die Kapitulation der französischen Armee und die Gefangennahme Kaiser Napoleons III. nach der Schlacht bei Sedan am 2. September 1870. Es war der erste, gesamtdeutsche Feiertag, der auch in der Vier-Täler-Stadt eine entsprechende Bedeutung besaß. Erst nach dem Ende des Kaiserreiches wurde auch der Sedantag als Feiertag abgeschafft.

Zu den zwei neuen Bänken gesellt sich auch der wiedererrichtete Fahnenmast. Von diesem soll bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts nur noch die stählerne Halterung erhalten geblieben sein.

Nachdem nun die Wanderwege am „Hausberg der Stadt“ erneuert worden sind und auch die Spitze zum Verweilen und „Ausblick-genießen“ einlädt, findet nicht nur Tony Meyer: „Der Hestenberg lebt wieder!“

Tony Meyer und Christos Christogeros

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