Herscheider Straße muss entlastet werden - Mitarbeiter-Shuttle als Lösung für den Lärm?

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Matthias Schröder bei einer Lärmstichprobe auf der Herscheider Straße.

Plettenberg -  Stellen Sie sich vor, Sie müssten dauerhaft das Knattern eines Rasenmähers ertragen. Denn dann wissen Sie, wie sich die Anwohner an der Herscheider Straße fühlen. Sie müssen teilweise mit einem „Grundrauschen“ von durchschnittlich 90 Dezibel leben. Die Stadt will und muss dringend etwas dagegen tun – und bittet dafür auch die Bevölkerung um Mithilfe.

Matthias Schröder, der bei der Stadtverwaltung für den Lärmaktionsplan zuständig ist, schwebt eine ambitionierte Idee vor. Er will versuchen, die Arbeitnehmer des Industriegebietes dazu zu bewegen, auf ihr Auto zu verzichten. Was dazu nötig ist? Das will Schröder von den Arbeitnehmern selber wissen und fragt deshalb ganz konkret; „Was müssen wir tun, damit Sie für den Weg zur Arbeit und zurück auf Ihr Auto verzichten würden?“

Matthias Schröder könnte sich folgendes vorstellen: einen speziellen öffentlichen Nahverkehr. Also Busse, die die Menschen direkt von ihrer Haustür pünktlich zum Schichtbeginn zur Arbeit bringen und nach Schichtende wieder zurück. Würden die Betroffenen ein derartiges Angebot annehmen? Oder werden sie sagen, „bleib’ mir weg, ich möchte unter keinen Umständen auf mein Auto verzichten“? Oder hat jemand vielleicht eine ganz andere Idee, um das Lärmproblem an der Herscheider Straße zu entschärfen? Das sind die Fragen, auf die sich Matthias Schröder Antworten erhofft, am besten per Email (mat.schroeder@plettenberg.de) oder per Telefon (9 23 - 1 71).

Klar, was den Anwohnern an der Herscheider Straße helfen würde, wäre der Bau der seit Jahrzehnten geplanten Elsetalentlastungsstraße. „50 bis 70 Prozent des Lkw-Verkehrs wären dann weg“, schätzt Schröder. Die Anwohner dieser neuen Entlastungsstraße könnten sich darauf verlassen, dass die Straße mit einem „vernünftigen Lärmschutz“ gebaut werde, sodass es für die angrenzenden Bewohner „relativ ruhig“ bleibe. Aber: Der Bau dieser Straße könnte sich noch über Jahre hinziehen.

So lange kann die Stadt nicht mehr warten. Eine EU-Richtlinie gibt vor, dass jede Kommune in Deutschland alle fünf Jahre einen Lärmaktionsplan anlegen muss, um Problemgebiete zu kennzeichnen und Lösungen aufzuzeigen. Aus diesem Plan, der nun neu aufgelegt wurde, geht hervor, dass es in Plettenberg eine Strecke mit großen Problemen gibt: die Herscheider Straße. Statistische Erhebungen haben ergeben, dass die Tagesdurchschnittswerte teilweise bei 90 Dezibel und damit die Lautstärke eines Rasenmähers erreichen. „Das sind zwar theoretische Werte, aber mit einem hohen Zuverlässigkeitswert“, berichtete Matthias Schröder vor Wochenfrist den Mitgliedern des Planungsausschusses, denen er den Lärmaktionsplan vorstellte. Stichproben mit dem Dezibel-Messgerät an der Herscheider Straße untermauern diese Zahlen. Vor allem in Höhe der Einmündung Holbeinstraße zeigt das Gerät Werte von 70 oder 80 Dezibel an, wenn ein Lastwagen vorbeidonnert. Hier ist die Situation besonders schlecht, weil die Fassaden der dortigen Unternehmen wie ein Schalltrichter wirken.

Auch für zwei andere Straßen sieht der Lärmaktionsplan Handlungsbedarf: die Lennestraße in Ohle und die L 697 im Bereich Wall und der Hochbrücke. Aber im Gegensatz zur Herscheider Straße sind die Probleme hier aus Sicht der Stadt überschaubar.

Zur Info:

Jährlich verkehren auf der L 561 zwischen Hüinghausen und dem Hestenbergtunnel geschätzte 4,9 Millionen Fahrzeuge. Das ergibt fast 13 500 Fahrzeuge am Tag. J Mehr hat laut Lärmaktionsplan in Plettenberg nur die L 697 mit der Westtangente und der Hochbrücke zu bieten. Hier gehen die Schätzungen von rund 6,9 Millionen Fahrzeuge pro Jahr aus. Das Lärmproblem ist hier deshalb nicht so groß, weil an der Strecke viele Schallschutzelemente verbaut worden sind.

Wer sich den Lärmaktionsplan im Detail ansehen möchte, kann diesen

HIER

abrufen. Der Link führt zu dem Dokument auf der Internetseite der Stadt Plettenberg.

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