Die helfenden Hände der Stadt Plettenberg - Neue Bufdis werden gesucht

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Eine der Aufgaben von Bufdi Michael Ikuzwe ist es, den Bewohnern des Flüchtlingsheims die Post auszugeben. Dazu gibt es am Büro ein Fenster in der Tür.

Plettenberg - Eine kaputte Heizung reparieren, bei einem Umzug helfen oder die Bewohner zu einem Amtsbesuch begleiten – wenn jemand in der Ohler Straße 100 Hilfe benötigt, stehen Michael Ikuzwe und Tim Sadowski ihm zur Seite. Sie absolvieren derzeit einen Bundesfreiwilligendienst, weshalb man sie Bufdis nennt. Doch ihr Dienst ist bald zu Ende und nun werden Nachfolger gesucht.

Die Plettenberger Michael Ikuzwe und Tim Sadowski unterstützen als Bufdis im Sonderprogramm Flüchtlingshilfe sowohl den Hausmeister des Flüchtlingsheims als auch die Sozialarbeiter. In der Regel beginnt ihr Arbeitstag um 7 Uhr morgens. Dann besprechen sie mit dem Hausmeister, was für den Tag ansteht. Es muss zum Beispiel ein Bett repariert, der Rasen gemäht oder auch Mal eine Türklinke ausgewechselt werden. „Ich habe hier etwas gelernt, was ich Zuhause noch nie gemacht habe“, sagt Michael Ikuzwe und meint damit viele Reparaturarbeiten. Anschließend fährt einer von beiden zum Rathaus, bringt Post dorthin und holt die für das Flüchtlingsheim dort ab, um sie später unter anderem an die Bewohner zu verteilen. Dabei kommt es auch schon mal vor, dass die Bufdis von den Bewohnern gebeten werden, einen Brief zu übersetzen, wenn er zum Beispiel vom Amt kommt. „Wir erklären das Amtsdeutsch dann mit einfacheren Worten, übersetzen ins Englische oder verständigen uns mit Händen und Füßen“, erklärt Tim Sadowski.

Tim Sadowski und Michael Ikuzwe absolvieren noch bis Ende Juli ihren Bundesfreiwilligendienst in der Ohler Straße 100.

Auch bei Veranstaltungen helfen die Bufdis ab und an aus, wie zum Beispiel dem Fußballturnier der Stadt Plettenberg, das vor einigen Monaten stattfand, oder dem Demenztag. Ist im Rathaus mal Not am Mann, helfen sie in Ausnahmefällen auch den Sachbearbeitern mit kleineren Aufgaben aus – eben immer da, wo eine helfende Hand benötigt wird. „Es ist abwechslungsreich als Bufdi“, sind sich die beiden jungen Männer einig.

In den letzten Monaten lernten die Bufdis viele verschiedene Menschen kennen, sowohl aus dem Flüchtlingsheim, Mitarbeiter im Rathaus als auch andere Bufdis. Mit diesen machten die beiden Plettenberger zum Beispiel auf einigen Seminaren, die sie zur Weiterbildung besuchten, Bekanntschaft. Die Themen waren dabei vielfältig und waren zum Beispiel Migration, Integration oder Sport. Für Tim Sadowski steht in dieser Woche zum Abschluss seines Dienstes ein viertägiges Reflektionsseminar an. Michael Ikuzwe, der dieses schon besucht hat, versichert seinem Kollegen: „Das war wirklich toll.“

Beide sind durch einen Zeitungsartikel auf die Stelle als Bufdi aufmerksam geworden. Doch warum haben sie sich beworben? „Ich wollte den Leuten helfen und etwas zurückgeben“, erklärt Michael Ikuzwe. Seine Mutter habe selbst einmal im Flüchtlingsheim gelebt. Aber er habe das Jahr auch genutzt, um sich zu orientieren, welchen beruflichen Weg er einschlagen möchte.

Bei Tim Sadowski war es genauso. Er wusste nach seinem Abitur am Albert-Schweitzer-Gymnasium noch nicht, wie es weiter gehen sollte und fing im Dezember als Bufdi an. Geplant war eigentlich, einmal einen technischen Beruf zu ergreifen, nachdem er im Abitur in Mathe und Physik die Leistungskurse besuchte. Durch die Arbeit in den letzten Monaten könnte er sich nun jedoch vorstellen, Soziale Arbeit oder etwas in der Richtung zu studieren. Einig sind sich die beiden auch, dass die Arbeit als Bufdi sie erwachsener gemacht hat. „Das hat nichts mehr mit Schule zu tun“, stellten sie fest.

Auch Rasenmähen auf dem Gelände der Ohler Straße 100 gehört zu ihren Aufgaben.

Am 31. Juli beenden Michael Ikuzwe und Tim Sadowski ihren Bundesfreiwilligendienst. Daher sucht die Stadt Plettenberg neue Bufdis. Wer Interesse hat, kann sich im Rathaus bei Christiane Wilk melden unter der Telefonnummer (0 23 91) 92 31 73. Es ist auch möglich ein bis zwei Tage die derzeitigen Buftis zu begleiten, um sich zuvor anzusehen, wie die Arbeit als Bufdi in Plettenberg aussieht. Drei Stellen können besetzt werden, gesucht werden sowohl Männer als auch Frauen. Auch Flüchtlinge können sich melden.

Nach mehreren Monaten als Bufdi wissen Michael Ikuzwe und Tim Sadowski auch, welche Eigenschaften ihre Nachfolger mitbringen sollten. „Man hat mit vielen verschiedenen Charakteren zu tun. Für jemanden, der nicht mit Menschen kann, ist das schwierig“, erklären sie. Auch jemand, der seine Meinung permanent durchsetzen wolle, sei in der Stelle als Bufdi nicht gut aufgehoben. Stattdessen sollte ein gewisses Maß an Offenheit mitgebracht werden – sowohl was die Menschen als auch die Arbeit angeht.

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