Seitenhieb in Sachen Schmiedemuseum

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Die Mitglieder des Heimatkreises mit dem neuen zweiten Vorsitzenden Dieter Bornemann (re.) würden laut Wittkopp-Beine das Heimathaus nicht nur als kleines Museum, sondern auch als „sozialen Anlaufpunkt“ nutzen.

Diesen kleinen Seitenhieb in Richtung Politik konnte sich Heimatkreis-Vorsitzende Martina Wittkopp-Beine nicht verkneifen: Im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Plettenberger Heimatforscher bedauerte die Stadtarchivarin, dass die geplante Realisierung des Schmiedemuseums irgendwann nicht mehr in den Händen des Heimatkreises gelegen habe.

Dies erklärte Wittkopp-Beine bei einem Rückblick auf die Projekte, die sie gemeinsam mit Ulrich Kühne, bisherigem zweiten Vorsitzenden, in Angriff genommen hatte. Kühne hatte am Montagabend seinen Rücktritt aus rein privaten Gründen von diesem Vorstandsposten verkündet.

Auch wenn das Schmiedemuseum in diesem Zusammenhang nicht explizit genannt wurde – allen Anwesenden, rund zwei Dutzend, war bewusst, dass dieses gescheiterte Projekt gemeint war. „Wir konnten leider nicht alles verwirklichen, was wir uns vorgenommen haben. Manches liegt leider nicht in unserer Hand, manchmal wird von außen eben reingegrätscht“, erklärte Wittkopp-Beine. Die Heimatkreis-Vorsitzende dankte Kühne für dessen Engagement und die „ausgesprochen produktive und respektvolle Zusammenarbeit“.

Kühne wiederum bedankte sich für die „schöne Zeit“ und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass sich der Plettenberger Heimatkreis auch weiterhin so engagiert für die Erforschung und Bewahrung der Plettenberger Heimatgeschichte einsetze.

Wittkopp-Beine erklärte, dass ihr durchaus bewusst sei, dass die Arbeit des Heimatkreises von der örtlichen Politik wertgeschätzt würde. Dieses positive Zeichen an die Vereinsmitglieder würde noch deutlicher werden, sollte der Rat in seiner Sitzung in der kommenden Woche den im Haushalt eingestellten Mitteln von 72 000 Euro für Reparaturen am Heimathaus auch zustimmen. „Dann könnten der Dachboden, die feuchte Rückwand und die Klappläden endlich saniert werden“, sagte Wittkopp-Beine.

Und dies sei auch dringend nötig. Schließlich könne sich die Stadt Plettenberg „glücklich schätzen“, einen so „agilen Verein“ zu besitzen. „Der Heimatkreis besitzt eine enorm wichtige Bedeutung für das geschichtliche Bewusstsein der Stadt“, erklärte die erste Vorsitzende.

Denn beim Rückblick auf die Aktionen des vergangenen und laufenden Jahres wurde deutlich, dass sich die Mitglieder des Heimatkreises bei vielen städtischen Veranstaltungen wie ‘Wir sind Kultur’, dem Generationentag oder der ‘PleWo’ einbringen würden. Ungebrochen groß sei beispielsweise auch das Interesse an den Stadt- und Grubenführungen. Insgesamt 209 Interessierte hatten im Verlauf des Jahres an den Führungen durch die Stadt teilgenommen. „Darunter befanden sich erfreulicherweise sehr viele Schulkinder“, sagte Wittkopp-Beine. An den Grubenführungen hätten 2016 insgesamt 45 Menschen teilgenommen – dabei ist die Teilnehmerzahl hier begrenzt. Außerdem sei der Heimatkreis in verschiedenen Gremien vertreten, so auch im Kulturkreis der Stadt Plettenberg.

Während Günter Heerich (vorne) von einem „gesunden Kassenstand“ berichten konnte, dankte Vorsitzende Martina Wittkopp-Beine allen Mitgliedern für deren tatkräftiges Engagement.

Auch die Veranstaltungen innerhalb des Heimathauses würden sich weiterhin großer Beliebtheit freuen – egal, ob es sich um die Mittwochs- oder Sonntagstreffen oder aber um Vorträge und Ausstellungen handele. „Wir hatten 1 054 Besucher im Heimathaus in 2016“, sagte Wittkopp-Beine. Dabei seien die ohnehin vor Ort befindlichen Mitglieder des Vereins nicht mit eingerechnet. Es sei aber sehr schön, dass auch die Vereinsmitglieder das Haus am Kirchplatz in regelmäßigen Abständen nutzen würden. „Das Heimathaus ist ein kleines Museum, aber auch eine soziale Anlaufstelle“, erklärte Wittkopp-Beine. Diesen Umstand gelte es zu unterstützen und zu stärken.

Die erste Vorsitzende dankte allen ehrenamtlichen Mitarbeitern des Vereins, die sich wie selbstverständlich engagieren würden – sei als Stadt- oder Grubenführer oder aber als ‘Sammler’ und ‘Aussteller’ von Exponaten.

Besonders erfreulich entwickle sich die ‘facebook’-Seite des Heimatkreises, auf der unter anderem auch immer wieder mal historische Filme aus Plettenberg gezeigt würden. „Manche Bilder erhalten bis zu 1 900 Klicks“, konnte Kassierer Günter Heerich ergänzen. Laut Wittkopp-Beine gelte es, diesen Internetauftritt weiter zu pflegen. „Denn da müssen wir ganz ehrlich sein: Hier erreichen wir Zielgruppen, die im Verein nicht so sehr repräsentiert sind“, sagte Wittkopp-Beine.

Die Stadtarchivarin richtete in diesem Zusammenhang einen Appell an alle historisch begeisterten Plettenberger: „Aktive Personen sind immer sehr herzlich willkommen!“ Darüber hinaus würden auch weitere Plettenberger gesucht, die sich als Stadt- oder Grubenführer betätigen möchten.

Finanziell stehe der Verein auf gesunden Füßen, wie Kassenwart Günter Heerich erklärte, sodass auch der Vielzahl an geplanten Aktionen für das kommende Jahr nichts im Wege stehen dürfte. Auch Vorträge und Ausflüge stünden auf dem Programm. Der Plettenberger Heimatkreis wird dann allerdings von einem leicht veränderten Vorstand geführt. Als Nachfolger von Ulrich Kühne (zweiter Vorsitzender) wurde der begeisterte Hobby-Historiker Dieter Bornemann gewählt, neuer Kassenprüfer ist Bernd Ziegler.

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