1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Plettenberg

Heimathaus saniert: Tausende Archivalien erhalten ein neues Zuhause

Erstellt:

Von: Hartmut Damschen

Kommentare

Mit Hilfe einer Menschenkette wurden die Archivalien über die enge Treppe aus den unteren Etagen zum Dachboden getragen. 	FotoS: DAMSCHEN
Mit Hilfe einer Menschenkette wurden die Archivalien über die enge Treppe aus den unteren Etagen zum Dachboden getragen. © Damschen

Einmal nach unten und wieder zurück: Es nahm kein Ende, was da am Samstag aus den unteren Räumen des Heimathauses wieder in das Lager auf den Dachboden transportiert werden musste.

Plettenberg - Nachdem die umfangreichen Sanierungsarbeiten am Heimathaus am Kirchplatz abgeschlossen worden sind, galt es nun, mehrere tausend Ausstellungsstücke wieder zurück an ihre angestammten Plätze zu bringen.

Der Grund war der Einbau einer neuen Heizung und einer Klimaanlage (beides durch das Leader-Programm gefördert), die unter dem Dach Platz gefunden hatten. Dieses war auch neu gedämmt worden. So sind die zum Teil empfindlichen Ausstellungsstücke vor weiterem Verfall besser geschützt. Hier soll nun ein neues, zentrales Archiv entstehen.

Menschenkette half

Stabile neue Regale, deren Anschaffung durch Unterstützung der Firma Industriebedarf Bröcker ermöglicht wurden, standen zur Aufnahme der verschiedensten Raritäten bereit. 21 Mitglieder des Heimatkreises hatten mit angepackt und die Archivalien über die enge, gewundene Treppe hinauf getragen. Nach einigen Minuten Gewusel hatte sich eine Menschenkette gebildet, die unaufhörlich ein Teil nach dem anderen auf den Boden schaffte. Nach und nach füllten sich die Regale mit alten Schreibmaschinen, Töpfen, Feuerwehrhelmen, Firmen- und Reklameschildern, Werkzeugen, Haushaltsartikeln und vielem mehr.

Die fleißigen Helfer nahmen sich kaum Zeit, das eine oder andere Teil näher zu betrachten. Und wenn doch, dann kamen Erinnerungen an alte Zeiten gleich dazu: „Das hat unsere Oma auch gehabt“, oder „Wofür ist das denn?“, „Wie, das kennst du nicht?“ – manches regte zum Überlegen, aber manches auch zum Schmunzeln ein.

Mit Hilfe einer Menschenkette wurden die Archivalien über die enge Treppe aus den unteren Etagen zum Dachboden getragen.
Mit Hilfe einer Menschenkette wurden die Archivalien über die enge Treppe aus den unteren Etagen zum Dachboden getragen. © Dickopf

Ein Gummihammer und eine verbeulte Pfanne mit langem Griff? Klar! Eine Pfanne zum Krempen. Da hatte wohl so mancher schmerzliche Bekanntschaft mit den Grenzen des Schützenvereingeländes oder zur Aufnahme in eine Gemeinschaft gemacht. Oder zwei noch gut erhaltene Zylinder, heute völlig aus der Mode gekommen, aber früher zu feierlichen Gelegenheiten getragen. Einmal aufgesetzt wurden Fotos und Scherze gemacht.

Günter Heerich, erster Vorsitzender des Heimatkreises, meinte nach der Anzahl der Exponate gefragt: „Vor zwei Jahren hatten wir 1 900 gezählt und archiviert. Das waren aber längst nicht alle. Ich schätze, dass wir um die 4 000 Ausstellungsstücke haben.“ Am späten Mittag wurde die Aktion beendet – vorerst. Bis dahin, so Heerich, seien bestimmt 80 Prozent die Treppen hinaufgeschafft worden. Eine weitere Aktion dürfte wohl erforderlich sein.

Auch interessant

Kommentare