Pläne müssen noch mit dem Denkmalschutz abgestimmt werden

Plettenberger Heimathaus vor der Sanierung: So sieht es mit der Finanzierung aus

+
Das Heimathaus am Kirchplatz.

Plettenberg – Die Wiederherstellung einer alten Dachgaube, der Einzug eines zentralen Archivs für den Heimatverein – die Pläne für die Sanierung des Heimathauses sind ambitioniert. Wann sie umgesetzt werden, ist noch offen, aber die Planungen laufen weiter. Denn die Finanzierung des Projekts ist gesichert, der Corona-Pandemie zum Trotz.

„Wir sind da ein bisschen weitergekommen“, berichtet Günter Heerich, Vorsitzender des Heimatkreises Plettenberg, über das Projekt Heimathaus-Sanierung. Bei der weiteren Planung habe man auch einen Denkmalexperten hinzugezogen. Auch das städtische Bauamt bestätigt einen Termin mit einem Fachplaner für die Bereiche Energie,Wärmeschutz und Bauphysik.

Bei dem Termin habe man sich unter anderem mit den Fenstern beschäftigt, sagt Heerich. Um eine bessere Wärmedämmung zu erzielen, hatte der Heimatkreis ursprünglich die Idee, neben den bestehenden Außenfenstern auch nach innen eine zusätzliche Verglasung anzubringen. „Da rät uns der Denkmalexperte aber dringend von ab“, sagt Heerich, sodass man die Fenster im historischen Zustand belassen wolle.

Einen Zeitplan zur Umsetzung des Projekts gibt es noch nicht, denn dieses muss noch genau mit dem Denkmalschutz – zuständig ist die Denkmalpflege des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) in Münster – abgestimmt werden. Grundlage dafür sei eine Planung, was genau vorgesehen ist, so Sebastian Jülich, Fachbereichsleiter Planen und Bauen bei der Stadt Plettenberg. Die Planung erarbeite dazu derzeit die Unterlagen. Jülich rechnet damit, dass im Juli der entsprechende Planungsstand vorliegt, sodass man diesen mit dem LWL abstimmen könne.

Im Januar hatte die Leader-Region LenneSchiene entschieden, die Sanierung das Plettenberger Heimathauses mit Leader-Mitteln zu fördern. In das „Digitale Zukunft der analogen Geschichte Plettenbergs“ genannte Projekt sollen rund 106000 Euro aus dem Leader-Förderprogramm fließen – 65 Prozent der Gesamtkosten von 163550 Euro.

Unter anderem soll dabei das Dach nach den neuesten Vorschriften gedämmt und eine neue Heizungsanlage eingebaut werden. Außerdem soll die historische Dachgaube, die nach der letzten Renovierung des Dachstuhls, Ende der 1950er, Anfang der 1960er Jahre, entfernt wurde, wiederhergestellt werden.

Danach sollen im Dachgeschoss des Heimathauses die derzeit dezentral gelagerten Archivbestände des Heimatkreises ein neues zentrales Zuhause finden. Zudem soll eine Digitalisierungsstation angeschafft werden, um möglichst viele Exponate nachhaltig zu sichern.

Wie Heerich betont, sei weder das Projekt an sich noch die Leader-Förderung durch die Corona-Pandemie in Gefahr. Geändert hat sich trotzdem etwas: Es könne laut Heerich nun nicht mehr der Heimatverein selbst die Leader-Fördermittel beantragen, sondern dies müsse stattdessen über die Stadt laufen.

Bauamtsleiter Sebastian Jülich erklärt warum: „Das Leader-Förderprogramm finanziert sich durch Landesmittel und Mittel der EU.“ Im Moment sei allerdings nicht klar, ob die Landesmittel ausreichen werden, daher habe eine Finanzierung über die EU Vorrang. „EU-Mittel können aber nicht von privaten Dritten, also auch nicht vom Heimatkreis, abgerufen werden“, so Jülich: „Um dieses Problem zu umgehen, ist die Stadt Plettenberg an die Stelle des Heimatkreises in den Förderantrag eingetreten. Das ist in diesem Falle ohne weiteres möglich, da die Stadt ja auch Eigentümerin des Heimathauses ist.“

Auch die Finanzierung des städtischen Anteils sei gesichert, wie Jülich ausführt. Im letzten Haushaltsjahr seien Finanzmittel für die Dachsanierung eingeplant gewesen. Da im vergangenen Jahr Überlegungen zu den jetzt vorgesehenen Maßnahmen begonnen, aber nicht ausgeführt wurden, stellte man am Ende des Haushaltsjahres 40 000 Euro für die Gebäudeunterhaltung zurück. „Diese Rückstellungen werden im Zuge der Sanierung aufgelöst und stellen den städtischen Eigenanteil an der Baumaßnahme dar“, erklärt der Bauamtsleiter. „Eine Belastung des coronageplagten Haushaltes 2020 erfolgt dadurch nicht.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare