Betrieb läuft, Löhne gezahlt

Hauptkunde weg: Insolvenz bei Groll

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Blick auf die Firma Groll, die am 20. Juli Insolvenz anmelden musste und nun nach einem Investor sucht. 

Plettenberg - Über der fast 100 Jahre alten Karl Groll GmbH haben sich erneut dunkle Wolken zusammengezogen – und das nach dem erfolgreichen Abschluss des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung im April.

Dabei hatte man zuletzt eigentlich optimistisch in die Zukunft geschaut und sogar noch in eine neue vollautomatisierte Hammerlinie investiert.

Doch genau die steht jetzt still, nachdem der Hauptkunde, für dessen Produkte man die Investition unter anderem tätigte, jetzt Abstand davon genommen hat, neue Aufträge zu erteilen. „Damit ging unser Sanierungskonzept leider nicht auf“, bedauert Geschäftsführer Dr. Jörg Peddinghaus.

Der Unternehmensführung blieb daher nichts anderes übrig, als beim Hagener Amtsgericht Insolvenz anzumelden. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Markus Wischemeyer aus Dortmund bestellt. Der setzte sich zunächst dafür ein, dass die Juni-Löhne ausgezahlt wurden. 

Zudem wurden mit den verbliebenen Kunden Gespräche geführt. „Wir haben es erstmal geschaft, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren. Es wird weitergearbeitet“, erklärte Wischemeyer, der in den nächsten Monaten versuchen will, einen Investor für den 130 Mitarbeiter zählenden Schmiedebetrieb zu finden. 

„Wir haben einen professionellen Investorenprozess eingeleitet und bereits jetzt eine Handvoll Interessenten“, freute sich der Insolvenzverwalter, der eine „übertragende Sanierung“ anstrebt. Voraussichtlich bis Oktober könne man den Geschäftsbetrieb aufrechterhalten, da die übrigen Kunden alle gut mitziehen würden. 

Da bei der zweiten Insolvenz kein Insolvenzgeld gezahlt wird, muss das Unternehmen die benötigten Löhne und die Mittel für den Einkauf, den Betrieb und den Insolvenzverwalter selbst erwirtschaften, was derzeit aber sehr gut funktioniere. Daher zeigte sich Wischemeyer gestern auch optimistisch, die Firma Groll aus der Krise führen zu können.

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