Erster Plettenberger Friedwald auf dem Ohler Waldfriedhof?

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Auf dem Waldfriedhof in Ohle stehen einige Umstrukturierungs-Maßnahmen an. So soll ein Teil als eine Art Friedwald genutzt werden, ein weiterer Teil des Friedhofes soll geschlossen und später umgewidmet werden.

Die Stadt Plettenberg reagiert auf die sich wandelnde Bestattungskultur. So gibt es auch in der Vier-Täler-Stadt immer weniger Erdbestattungen und eine vermehrte Nachfrage nach Urnenbeisetzungen. Eine neue Bestattungsform soll auf dem Ohler Waldfriedhof realisiert werden.

Denn hier soll nach dem Willen der Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses künftig ein sogenannter Friedwald entstehen. Nicht nur der allgemeine Trend zu Urnenbeisetzungen sei dabei mitentscheidend. Denn auf dem Ohler Waldfriedhof herrscht bereits seit Längerem ein besonderes Problem: Durch den dichten, feuchten Lehmboden wird hier die Verwesung der Leichen verlängert und sogar gestoppt (Wachsleichenproblematik).

Aus diesem Grund sei der Friedhof für Sargbeisetzungen ungeeignet, sodass lediglich noch einzelne Erdbestattungen möglich seien.

Da auf dem Waldfriedhof Ohle nur noch Urnenbeisetzungen und nur wenige Erdbestattungen vorgenommen werden könnten, soll hier ein Friedhofsteil umgenutzt und zu einem sogenannten Friedwald werden.

Der gesamte Friedhof besteht aus fünf Teilen (A bis E), die in den Jahren seit seiner Eröffnung und nach Bedarf entstanden sind. Bei Teil A handelt es sich um den ältesten Teil des Friedhofs und bei Teil E um den jüngst angelegten.

Auf dem Teil A werden derzeit neben Kindergräbern noch Urnenwahlgrabstätten angeboten. Auf diesem Teil soll das Feld für naturnahe pflegefreie Urnenbestattungen entstehen.

Bei der naturnahen pflegefreien Urnenbestattung handelt es sich, wie auch bei den pflegefreien Urnenbeisetzungen, um anonyme Bestattungen. Hierfür soll jetzt eigens ein Bereich von Teil A ausgewählt werden, der über Sträucher und Bäume verfügt, sodass beispielsweise die Bestattung im Wurzelbereich oder unter einem Strauch ermöglich würde. Eine Pflege dieser Fläche durch den Baubetriebshof erfolge nur im eingeschränkten Maße (Rasen mähen).

Auf dem Ohler Waldfriedhof werden bereits die pflegefreien Urnenbeisetzungen angeboten. Diese erfolgen jedoch auf einer Rasenfläche ohne jegliche weitere Begrünung wie Sträucher oder Büsche.

Durch die neue Bestattungsform soll nun eine Mischung aus pflegefreien anonymen Urnengräbern und einem Friedwald beziehungsweise Ruheforst geschaffen werden. Die Beisetzung im Wurzelbereich ist, im Gegensatz zum Friedwald oder Ruheforst, nicht patentrechtlich geschützt und daher ohne weiteres möglich. Die Nutzungsrechtsgebühr hierfür dürfte der der pflegefreien anonymen Urnenbeisetzungen entsprechen. Genaueres stünde zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht fest.

Eine Anbringung von Plaketten oder Grabschmuck auf dem Feld wird ausgeschlossen. Es soll jedoch die Möglichkeit bestehen, Bronzetäfelchen auf der vorhandenen Stele anbringen zu lassen. Zudem könnte auch eine weitere kleine Stele in der Nähe des naturnahen Feldes errichtet werden. Die neue Bestattungsform soll zum 1. Januar eingeführt werden.

Doch auch ein weiterer Teil des Ohler Waldfriedhofes steht vor der Umstrukturierung: Teil B, der zweitälteste Teil, der zugleich am wenigsten genutzt würde. Bis auf aktuell 18 Wahlgrabstätten mit teilweise noch vorhandenen Belegungsrechten und der Möglichkeit einer Nutzungsrechtsverlängerung, würden dort keine weiteren Beisetzungen stattfinden. Aufgrund der flächenmäßig nur noch geringen tatsächlichen Nutzung, eigne sich der Teil B für eine Schließung, um später umgewidmet zu werden.

Denn der Städte- und Gemeindebund NRW empfiehlt, die Schließung solcher Friedhofsteile, um im zweiten Schritt, nach Ablauf der Nutzungsrechte oder einem Verzicht darauf, die Ent- oder Umwidmung – beispielsweise in einen öffentlichen Park – durchzuführen.

Der Haupt- und Finanzausschuss empfahl dem Rat, Teil B des Waldfriedhofs Ohle mit einer Größe von 3 323 Quadratmetern ab dem 1. Januar 2019 zu schließen sowie zugleich eine neue Bestattungsform der „naturnahen pflegefreien Urnenbestattungen“ einzuführen.

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