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Hase oder Kaninchen? Rollende Waldschule begeistert und informiert

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Von: Dirk Grein

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Rollende Waldschule an der Realschule
Zwischen 6 000 und 8 000 Stacheln hat ein Igel, schätzt Hegering-Obmann Oliver Thole. © Dirk Grein

Die erste Reaktion wirkt überraschend: Mit einer gehörigen Portion Skepsis nähern sich die Fünftklässler den Tierpräparaten. So ganz geheuer erscheinen ihnen die Nachbildungen nicht. Das Angebot, ein echtes Fuchsfell anzufassen, will zunächst keiner der Realschüler annehmen.

Plettenberg – Doch Oliver Thole lässt sich nicht beirren: Der Obmann für Öffentlichkeitsarbeit des Plettenberger Hegerings hat an diesem Vormittag bereits drei anderen Klassen die rollende Waldschule gezeigt. „Nicht so schüchtern“, fordert er daher die 5d auf. Ein Appell, der Wirkung zeigt: Als Erste streichelt ein Mädchen zaghaft über das Fell. „Weich“, lautet ihr Kommentar, der ihre Mitschüler anstachelt. Nun wollen alle das Fell berühren.

Die anfängliche Scheu der Kinder weicht zusehends. Immer mehr Fragen sprudeln aus ihnen heraus, die der Fachmann geduldig beantwortet. Er erzählt den Fünftklässlern, dass die ausgestellten Tiere nicht etwa von Jägern erlegt wurden, sondern einst tot gefunden wurden. Sie seien dann präpariert worden, um Schülern anschaulich vermitteln zu können, welche Tiere in der heimischen Natur leben.

Davon gibt es eine ganze Menge – und einige scheinen den Kindern neu zu sein. Zum Steinmarder etwa erklärt Thole: „Das sind die Raubtiere, die bei euren Eltern die Autos kaputt machen.“ Die Realschüler schauen verblüfft: Diese kleinen Tiere sehen doch so niedlich aus.

Allen Kindern bekannt ist hingegen ein Igel – doch wieviele Stacheln besitzt er wohl? Eine schwierige Frage, auf die auch der Experte nur eine geschätzte Antwort nennen kann: Er geht von 6 000 bis 8 000 Stacheln aus.

Besonders schwer fällt die Unterscheidung der Vögel: Die Schleiereule kennt ein Mädchen aus dem Harry Potter-Film. Doch Rotmilan und Habicht können nicht ohne Weiteres benannt werden.

Lange Ohren, kräftige Hinterläufe – na klar, das muss ein Hase sein. Oder doch ein Kaninchen? Die Kinder schauen genauer hin, erkennen typische Merkmale und können die beiden Präparate schließlich problemlos auseinanderhalten. Für Erstaunen sorgt erneut Oliver Thole: Er zeigt auf ein Wiesel. „Im Winter bekommt es ein weißes Fell“, sagt der Jäger.

Die Kinder sammeln Informationen, notieren diese auf ihren Arbeitsblättern, stellen gezielt Fragen. Rund 20 Minuten tauchen sie ein in die heimische Tierwelt, dann geht es wieder zurück in die Klassenzimmer. Viel zu kurz, meint Lehrerin Nadine Piontek, die als Jägerin den Kontakt zum Hegering aufgebaut hat; bei diesem ersten Besuch der Wald- an der Realschule soll es nicht bleiben. Und auch Oliver Thole hat Gefallen gefunden und spricht eine Einladung für Lehrer und Schüler zu einer Revierbegehung am Saley aus.

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