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Harsche Kritik an Innenstadtsanierung: „Irgendwie planlos gebaut“

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Von: Georg Dickopf

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Dass mitunter nur ein Pflasterer in der Innenstadt im Einsatz war, ärgert Dr. Peter-W. Baetzel.
Dass mitunter nur ein Pflasterer in der Innenstadt im Einsatz war, ärgert Dr. Peter-W. Baetzel. © Dickopf

Dr. Peter W. Baetzel ist in Plettenberg kein Unbekannter. Vor vier Jahren schrieb der Zahnarzt das letzte Mal einen Leserbrief, um loszuwerden, „was mich als alten Plettenberger Jungen, der in der Innenstadt aufgewachsen ist und viele Jahre dort gelebt und gearbeitet hat, stark beschäftigt.“

Plettenberg - Viel sei diskutiert, geplant, wieder verworfen und neu geplant worden.

Und nun hat „Pew“ Baetzel erneut das Gespräch mit der Heimatzeitung gesucht – zweieinhalb Jahre nach dem Startschuss zur Innenstadtsanierung. „Voller Euphorie wurde mit den Bauarbeiten begonnen. Und seitdem? Ziehen sich die Bauarbeiten unendlich hin“, findet Baetzel.

Unverständlich ist für ihn, dass „nur ein oder zwei einsame Pflasterer tätig waren.“ Noch dazu stört er sich am Verlegebild. „Wenn man sich das Pflaster mal richtig betrachtet, fällt auf, dass es gelinge gesagt miserabel verlegt wurde. Viel zu große Fugen, in denen so mancher Absatz der Frauen oder so manche Gehhilfe hängen bleibt.“

Immerhin, wie die Heimatzeitung berichtete, hat auch das städtische Bauamt diverse Pflasterabschnitte moniert und ließ sogar einen großen Bereich am Graf-Engelbert-Platz komplett neu pflastern.

Baetzel betont an der Stelle, dass er nicht nur meckern wolle. „Meine Schwester und ich waren für die Innenstadtsanierung als direkt Betroffene und sind es immer noch.“ Die Planung und Ausführung sollte aber „gut und zügig“ durchgeführt werden.

Nervende Parksituation

Am Herzen liegt dem Plettenberger auch die Parksituation der Anwohner: „Wenn man in der Innenstadt wohnt, hat man keine Möglichkeit, seinen Pkw irgendwo ordnungsgemäß abzustellen. Rund um den Stadtkern gibt es nur Parkplätze mit einer Höchstparkdauer von maximal zwei Stunden. Das Parkhaus Röther ist von 18 bis 7.30 Uhr und sonntags ganz geschlossen. Im Parkhaus an der Brachtstraße muss man sein Auto von 5.30 bis 6.30 Uhr rausfahren, um nicht im absoluten Halteverbot zu stehen, wegen angeblicher Reinigungsarbeiten. Ich habe nirgendwo ein Parkhaus gesehen mit einer solchen Regelung“, so Baetzel.

Auch das obere Parkdeck an der Offenbornstraße sei zum Parken gesperrt. „Was mich wirklich erbost, ist die Tatsache, dass man nicht mal sein Auto zum Entladen für kurze Zeit am Haus abstellen darf, ohne Gefahr zu laufen, innerhalb von fünf Minuten ein Knöllchen zu bekommen – so wie ich, meine Mieter, meine Schwester es bekommen haben in der kurzen Zeit, in der wir Gepäck ins Haus gebracht haben.“

Es sei den Anwohnern nicht zuzumuten, dass sie irgendwo weit entfernt vom Stadtkern parken und von dort dann Baby, Einkaufstaschen, Getränkekisten oder Ähnliches zu ihrem Haus zu schleppen. Es müsse eine Möglichkeit geben, dass Anwohner zumindest in den Nebenstraßen ihre Autos abstellen können – „vielleicht mit einem Anwohnerparkausweis, wie in vielen anderen Städten“, schlägt Baetzel vor, der sich abschließend auch an die Bürger richtet.

Vernachlässigte Immobilien

„Es wäre sehr schön, wenn sich mehr Bürger, die in der Innenstadt Immobilien besitzen, auch ein wenig an der Verschönerung der Stadt beteiligen würden. Zum Beispiel die Fassaden ihrer Häuser mit Mitteln aus dem Fördertopf der Stadt streichen lassen oder instand setzen.“ Stattdessen werde nicht einmal das wuchernde Moos entfernt.

Auch werde er eine Müllbehältereinhausung anschaffen. „Es ist ein Jammer, dass sich außer uns noch zwei andere Eigentümer dazu durchgerungen haben das Gleiche zu tun“, so Baetzel der sich abschließend wünschen würde, dass die Baugrube an der Ecke zwischen Röther und Wagner-Villa verfüllt wird und der neue Kreisel am Grafweg / Zeppelinstraße mit Phantasie und ohne Kunstrasenbelag gestaltet werde, so Baetzel, der sich „ein gutes Gelingen zum Wohle unserer Stadt“ wünscht.

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