Überall Süßigkeiten für die Kinder

Halloween in Corona-Zeiten? Wie diese Eltern das Fest doch noch retten wollen

So könnte die Süßigkeiten-Verteilung zu Halloween in Corona-Zeiten aussehen: Monja Frese und Waldemar Schön wollen die Leckereien in durchsichtigen Handschuhen am Zaun befestigen. Tochter Lucia-Oxana Frese ist schon ganz neugierig und hat sich für das Foto extra in Schale geworfen.
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So könnte die Süßigkeiten-Verteilung zu Halloween in Corona-Zeiten aussehen: Monja Frese und Waldemar Schön wollen die Leckereien in durchsichtigen Handschuhen am Zaun befestigen. Tochter Lucia-Oxana Frese ist schon ganz neugierig und hat sich für das Foto extra in Schale geworfen.

Halloween, das Fest der Monster und Gespenster, scheint dieses Jahr angesichts von Corona weitestgehend ins Wasser zu fallen. Doch einige Eltern wollen das nicht zulassen. Sie schließen sich zusammen, um Halloween zu retten.

Plettenberg - Lucia-Oxana macht schon ganz große Augen. Lecker sehen sie aus, diese ganzen Süßigkeiten, die Mama und Papa da gerade in Portionen aufteilen. Die Anderthalbjährige stülpt sich ihre Kapuze auf den Kopf. Hui Buh! Im Nu sieht Lucia-Oxana aus wie ein richtiges Gespenst.

Die Vorfreude auf das bevorstehende Halloween-Fest ist der Kleinen schon deutlich anzumerken. Dass derzeit auf dem ganzen Planeten eine Pandemie namens Corona grassiert und das öffentliche Leben fast komplett zum Stillstand gebracht hat – das versteht Lucia-Oxana noch nicht. Und jetzt soll mit Halloween das bei Kindern so beliebte Fest der Geister und Monster ins Wasser fallen?

Nein, wird es nicht. Lucia-Oxanas Mutter Monja Frese will sich dafür einsetzen, dass die Kinder in Plettenberg am morgigen Halloween-Samstag doch noch etwas erleben können. Sie hat zahlreiche Süßigkeiten gekauft und will sie an den Zaun ihrer Einfahrt an der Ziegelstraße hängen, damit sich die Kinder bedienen können. Und sie will nicht die Einzige bleiben. Deshalb hat sie am Mittwoch auf der Internet-Plattform Facebook eine Gruppe gegründet und sucht Bürger, die ebenfalls an der coronagerechten Halloween-Aktion teilnehmen möchten.

„Man hat in Zeiten von Corona ja nicht mehr viele Möglichkeiten, etwas mit den Kindern zu machen“, sagt die junge Mutter. Deshalb versucht sie mit ihrer Idee, den Kindern zumindest noch ein bisschen den Alltag zu versüßen. Im besten Fall können die Sprösslinge dann sogar verkleidet durch die Stadt laufen und finden an vielen Orten Süßigkeiten – je mehr Bürger sich beteiligen, desto schöner wird es für die Kinder.

Monja Frese selbst macht das so: Sie packt die Süßigkeiten in 30 durchsichtige Handschuhe und befestigt diese mit ein paar Ballons am Zaun. Jedes verkleidete Kind kann sich – ohne zu klingeln – einen Handschuh nehmen, wobei die Mutter auch darauf geachtet hat, dass die Leckereien keine Schweinegelatine enthalten, sodass wirklich alle Kinder, egal welcher Herkunft oder welchen Glaubens, bedenkenlos zugreifen können. „Aber jedes Kind nur einen Handschuh“, bittet die Mutter, „damit auch alle anderen noch etwas abbekommen.“

Mehrere Bürger haben bereits in den letzten beiden Tagen für die Aktion zugesagt. Sandra Igel zum Beispiel will an ihrer Wohnung an der Bergstraße ebenfalls verkleidete Kinder willkommen heißen. Sie sollen einen Eimer vor die Tür stelle, klingeln, zwei Meter zurücktreten, dann öffnet Sandra Igel die Tür und befüllt die Eimer mit Süßigkeiten. „Ich will ja auch die tollen Kostüme sehen“, sagt sie.

Auch im Oestertal wird’s was geben. Dort hat zum Beispiel Andrea Saladdino, der normalerweise Feste und Partys organisiert, seine Teilnahme zugesagt. Er will auf dem Parkplatz der Oesterhalle etwas anbieten. „Es wäre doch gelacht, wenn die Kinder nichts Süßes bekommen“, sagt Saladdino.

Der Wieckmerther Weg im Grünetal, die Slevogtstraße in der Hechmecke, Unterm Grünen Berg in der Nähe der ehemaligen Firma Dura – aus all diesen Straßen haben sich bereits Bürger gemeldet, die Süßigkeiten aufhängen oder verteilen möchten. Und es dürfen gerne noch viel mehr werden. Damit Kinder, pardon, Gespenster wie die kleine Lucia-Oxana am morgigen Samstag einen aufregenden Tag haben können.

Wer an der Aktion teilnehmen möchte, meldet sich am besten in der von Monja Frese gegründeten Facebook-Gruppe „Kinder Halloween 2020 in Plettenberg“ an und postet dort seine Straße. So entsteht später ein guter Überblick für alle Eltern, die mit ihren Kindern morgen auf Süßigkeiten-Jagd gehen möchten. Alternativ ist es aber natürlich auch möglich, ohne An- oder Rückmeldung Süßigkeiten nach draußen zu hängen – sie sollten dann aber gut in Szene gesetzt werden, zum Beispiel durch bunte Beleuchtung oder Luftballons.

Übrigens: Auch das Weidenhof-Kino in Plettenberg plant eine Halloween-Aktion. Dort werden am Samstag (und damit zwei Tage vor der Schließung durch den nächsten Corona-Lockdown) passende Gruselfilme für alle Generationen gezeigt. Und wer verkleidet kommt, erhält sogar eine Tüte Popcorn gratis zum Kinoticket.

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