Fuchsangriff steht im Raum

Hahn irrt zerrupft und verletzt durch Innenstadt im MK - dann bekommt er eine Wunderheilung

Ole in Plettenberg ist jetzt der Hahn im Korb
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Zwischen seinen Damen ist Ole jetzt der Hahn im Korb.

Die Geschichte eines ungewöhnlichen Polizeieinsatzes machte letzte Woche im Internet Schlagzeilen: Ein zerrupfter und verletzter Hahn wurde herrenlos in der Innenstadt gesichtet. Am Ende nahm der Vorfall ein gutes Ende.

Plettenberg – Als Ole die anderen Hühner erspähte, war alles vergessen. Die Schmerzen waren offenbar wie weggeblasen und auch der Hunger schien verflogen zu sein. „Es war wir eine Wunderheilung“, sagt sein neuer Besitzer Christian Legvart. Ole war über Umwege in seinem Paradies gelandet.

Die Odyssee des Hahns begann ohne Namen und ohne Besitzer am letzten Montag in der Innenstadt. Plötzlich stand er in der Einfahrt eines Hauses am Schibecker Weg, oberhalb der Schwarzenbergstraße. Woher er kam, ist bis heute nicht geklärt. Jedenfalls befand sich das Tier in miserabler Verfassung. Das Gefieder war zerrupft, sein Hinterleib völlig verdreckt, Kotreste klebten am Körper; schon beim Anblick war klar, dass dieser Hahn krank und ausgelaugt war.

Eine Anwohnerin bemerkte den Vogel und wollte ihm helfen, allerdings ließ der sich in seiner Aufregung nicht so einfach einfangen und flüchtete in das angrenzende Waldgebiet.

Polizei sucht zwischenzeitlich nach dem Hahn - erfolglos

Gegen 15.30 Uhr traf ein Hilferuf bei der Polizei ein. Die Beamten schauten an der angegebenen Adresse vorbei, konnten den Hahn aber ebenfalls nicht mehr finden und rückten wieder ab. Die Anwohnerin gab nicht auf, startete eine Suche nach dem Besitzer über Facebook. Diese Suche blieb zwar erfolglos, dafür konnte sie aber wenig später den Hahn einfangen und zum Tierarzt bringen.

In der Praxis von Dr. Zöllner konnte er schließlich erstversorgt werden. Möglicherweise sei der Vogel von einem Fuchs attackiert oder mitgeschleppt worden und habe daher seine Verletzungen, berichtete die Finderin bei Facebook, die dem Hahn spontan in der Praxis noch einen Namen geben musste. Sie taufte ihn auf den Namen Ole.

Und während Ole im Wartezimmer bei Dr. Zöllner munter vor sich hin gackerte, machte sich Christian Legvart vom Tierschutzverein Plettenberg auf den Weg, um Ole zu sich holen und ihn wieder aufzupeppen. Auf Facebook hatte er von der Geschichte gelesen und die Tierschutzverein-Mitglieder informiert, dass er sich um den Fall kümmern könne.

Christian Legvart hat dem Hahn Ole bei seinen Hühnern, die so zutraulich sind, dass sie auch mal auf die Schulter springen, ein neues Zuhause gegeben.

Christian Legvart kennt sich aus mit Hühnern, hat selbst in seinem Garten zwischen Minischweinen, Schafen und Gänsen einen Hühnerstall. Zwei Tage steckte er Ole zunächst in Quarantäne, damit sich der Hahn von den Ereignissen der letzten Tage erholen konnte. Frisch gewaschen und gestutzt sollte die Eingliederung im Hühnerstall, der bisher ohne Hahn auskam, eigentlich erst erfolgen, wenn Oles Verletzungen verheilt waren, damit die Hühner nicht an seinen Wunden picken. So lange wollte Ole aber offenbar nicht warten. Er ließ am Donnerstag beim ersten Anblick der Hühner die Futterschale in seinem Quarantäne-Nachbarstall unberührt stehen und mischte sich unter die Damen.

Seitdem ist Ole nicht mehr von den Hühnern wegzubekommen. Er thront sogar schon zwischen den zehn Ladies auf der Hühnerstange. Er hat seine Rolle gefunden und man kann ohne Umschweife sagen: Ole ist im Stall von Christian Legvart jetzt der Hahn im Korb.

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