Gute Stimmung trotz verkürzter Mottowoche am ASG

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Jesus führte gestern die Polonaise der angehenden Abiturienten an. Als Kindheitshelden verkleidet stürmten sie unter anderem die Schulhöfe der benachbarten Real- und Hauptschule.

Plettenberg - Die angehenden Abiturienten des Albert-Schweitzer-Gymnasiums starten mit kreativen Kostümen in die Mottotage, obwohl die Folgen der verkürzten Woche noch etwas schwer im Magen liegen...

Mit vielfältigen Kostümen, die sich gestern rund um das Thema ,,Kindheitshelden“ drehen, stürmen die angehenden Abiturienten aus ihrem Stufenraum heraus auf den Schulhof. Der Umstand, dass die Jugendlichen nur an drei Tagen statt an fünf Tagen verkleidet zur Schule kommen dürfen, lauert zwar immerzu im Hintergrund, kann die Stimmung aber nicht bremsen.

Die Schüler der unteren Stufen warten schon auf die Zwölftklässler und verfolgen gespannt das Geschehen auf dem Schulhof. Welche beiden Motti können sie wohl in den kommenden Tagen erwarten? Inside kann es euch schon verraten: Heute steht das Thema ,,Alles außer Kleidung“ an und am Freitag können sich die Abiturienten an dem Motto ,,American High School“ orientieren.

Doch wie empfinden die angehenden Abiturienten die verkürzte Mottowoche? „Eigentlich haben wir gedacht, dass es sich beim letzten Jahrgang um eine Ausnahme handeln würde“, berichtet Jule Jacques, Stufensprecherin des Abiturjahrgangs. Normalerweise dauerte die Mottowoche – wie der Name schon sagt – eine Schulwoche an, doch seitdem der Jahrgang vor zwei Jahren beim wiederholten Alkoholkonsum erwischt worden ist, gehört dieser Zeitraum der Vergangenheit an. „Zwar müssen wir zwei Kostüme weniger anschaffen“, äußert sich auch Schülerin Luise Wolff zu dem Thema, ,,aber den Schülern wird trotzdem ein wenig der Spaß weggenommen.“ Auch ihre Freundin pflichtet ihr bei: „Für uns ist es nicht gerechtfertigt, dass wir die Folgen ausbaden müssen. Wir haben nichts mehr damit zu tun.“ Luise Wolff bekräftigt: „Wir sind ja auch eigentlich eine ruhige Stufe.“

Mottotage am Plettenberger Albert-Schweitzer-Gymnasium eingeläutet

Die verkürzte Schulwoche begründet die Schulleiterin Elisabeth Minner unter anderem damit, dass sich das Albert-Schweitzer-Gymnasium mit dieser Maßnahme in guter Gesellschaft befinden würde. Schulen in ganz Nordrhein-Westfalen haben in jüngster Vergangenheit auf Eskapaden bei den Mottowochen reagiert – unter anderem haben auch die drei Lüdenscheider Gymnasium und die Adolf-Reichwein-Gesamtschule ihre Mottowochen auf jetzt vier Tage und im nächsten Jahr drei Tage verkürzt. ,,Selbst Nordrhein-Westfalens Schulministerin Yvonne Gebauer hat sich zu der Mottowoche geäußert, und das kommt ja auch selten vor“, erklärt Elisabeth Minner und teilt die Meinung von Gebauer: „Unser Ziel ist es, den Bestand der Mottowoche aufrechtzuerhalten und dabei Regeln aufzustellen, die möglichen Auseinandersetzungen entgegenwirken sollen. Wir haben diesen Mittelweg so gewählt und wollen ihn in den nächsten Jahrgängen beibehalten“, fügt sie mit Ausblick auf die Zukunft hinzu.

Als Zugeständnis sieht die Schulleiterin ein Frühstück, das die Lehrer den Schülern zum Auftakt der Mottowoche servieren. „Dazu gehört Kuchen, Obst, eine Käseplatte; allgemein alles, was man für ein vernünftiges Frühstück braucht. Ich kenne auch keine andere Schulen, die das macht“, sagt die Rektorin. Das Zeichen der Wertschätzung, das die Lehrer mit den selbst gemachten Speisen vermitteln wollen, kommt auch bei den Schülern gut an: ,,Das Frühstück ist eine nette Geste“, sagt Luise Wolff und auch ihre Mitschüler haben das Frühstück sehr positiv aufgenommen.

Trotzdem: So ganz können und wollen sich die angehenden Abiturienten mit der verkürzten Mottowoche nicht abfinden. Genau aus diesem Grund haben die Schüler, wie im letzten Jahr, ein Schlupfloch genutzt: Für Montag hatten sich die Zwölftklässler dazu verabredet, sich richtig herauszuputzen – frei nach dem Motto „Business“ Die meisten Lehrer nahmen das professionelle Auftreten der Schüler positiv auf, wie Jule Jacques berichtet. Am darauffolgenden Tag ließen sich die Schüler von den Lehrern bei ihrer Kleidungswahl inspirieren. Lehrer wie Susanne Kottmann, Jeanette Grünewald und Hendrik Mendel wurden dabei anhand ihrer Kleidung nachgezeichnet.

Am kommenden Freitag können die angehenden Abiturienten dann ihre Schullaufbahnbescheinigung entgegen nehmen, danach startet der Autokorso durch die Stadt. „Wir werden dafür zuerst die Autos schmücken und irgendwann zwischen 10.00 und 10.30 Uhr starten, müssen uns aber an die Vorkehrungen der Polizei halten“, erläutert Jule Jacques. Auf die Osterferien folgt dann der Prüfungsstress. „Die erste Prüfung startet am 11. April in Biologie, Chemie und Physik – anders als in den vorangegangenen Jahren, in denen es traditionell mit Deutsch los ging“, erläutert Elisabeth Minner.

Danach folgt eine weitere Woche, in der es wieder heiterer zugeht: Der Abi-Ulk, der jedes Jahr unter einem bestimmten Motto stattfindet und stets für großes Vergnügen bei den Mitschülern sorgt, findet am Mittwoch, 27. Juni, in der fünften und sechsten Stunde in der Turnhalle, daher in gewohnter Umgebung, statt. An dem Freitag dieser Woche sind die Schüler der zwölften Klasse zu einem alljährlichen Gottesdienst eingeladen. Der letzte Meilenstein für die angehenden Abiturienten ist also nur noch die Entlassfeier am Samstag, 30. Juni, und der Abiball am Abend.

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