Wie es wirklich um die Bahnhofs-Buche steht

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Um die Buche am Bahnhof in Eiringhausen steht es schlecht. Die Stadt hat kürzlich einen Pflegeschnitt durchgeführt und einiges an Totholz aus der Krone entfernt.

Es steht wirklich schlecht um die kranke Buche vor dem Eiringhauser Bahnhof. Das bestätigt auch das vor Kurzem erstellte Baumgutachten. Darin wird dem Baum wegen eines Pilzbefalls nur noch eine geringe Überlebenschance eingeräumt. Eine Fällung ist nicht ausgeschlossen.

Plettenberg - Anfang September hatte Tony Meyer auf Facebook auf den schlechten Zustand des Baums aufmerksam gemacht hatte. Statt mit vollem Blattwerk wie in den Vorjahren präsentierte sich die Buche im September 2020 mit schlapp herunterhängenden Ästen, hatte Teile des Laubs schon abgeworfen. Der Baum leide an der Trockenheit mehrerer aufeinanderfolgender Jahre, es fehle ihm an ausreichend Wasser, schlug Meyer Alarm. Dabei beließ er es nicht, sondern wurde selbst aktiv: Mit einigen wenigen Mitstreitern wurde eine Bewässerungsaktion organisiert, denn Meyer bezweifelte, dass die Mitarbeiter den Baum genug wässerten. 

Dieser Vorwurf wurde mehrfach seitens der Stadt zurückgewiesen. Der Baum erhalte täglich nachmittags 1 000 Liter (gewässert) und zusätzlich werktags nochmals morgens ebenfalls 1 000 Liter, hatte die Stadt im September erklärt. Um herauszufinden, was dem Baum fehlt, wurde auch ein Baumgutachten in Auftrag gegeben. Dessen Ergebnis zeigt, dass das Problem nicht in der Bewässerung liegt, sondern wesentlich tiefer.

 Wie Sebastian Jülich, Fachbereichsleiter Planen und Bauen mitteilt, sei bei der Untersuchung ein starker Befall mit einem Pilz festgestellt worden. Laut dem Gutachter handle es sich dabei sehr wahrscheinlich um den Riesensporling, dessen Fruchtkörper mittlerweile auch schon deutlich zu erkennen seien. „Dieser verursacht eine Weißfäule im Wurzelbereich“, so Jülich weiter. Diese habe zur Folge, dass Teile des Wurzelwerks absterben bzw. in ihrer Funktion eingeschränkt sind und die Baumkrone, wie an der Buche erkennbar sei, nicht mehr ausreichend versorgt werden könne. 

„Die Buche als sehr feuchtigkeitsliebende Baumart war durch die Trockenheit der letzten Jahre ohnehin stark beeinträchtigt“, so Jülich. Dabei haben offenbar die bisherigen Maßnahmen den Zustand des Baumes nicht verbessern können. Jülich schreibt: „Die im Vorjahr auf Empfehlung des Gutachters durchgeführten Maßnahmen – Bodenlüftung und Injektion von Bodenhilfsstoffen, Langzeitdünger und Stützgranulat mit einer Luftdrucklanze bis ca. 60 cm Tiefe durch eine Fachfirma – waren ebenso wie das regelmäßige Wässern nicht erfolgreich.“ 

Das Baumgutachten hat einen Pilzbefall festgestellt: Die Fruchtkörper des Riesensporlings sind am Baum deutlich zu entdecken.

Die Folgen des Pilzbefalls seien eine „sichtbare Vitalitätsminderung im Bereich der Krone und Absterben der Wurzeln“, wie Jülich erläutert. Langfristig ergäben sich Probleme mit der Standsicherheit des Baumes aufgrund der Beeinträchtigungen im Wurzelbereich, die auch durch einen hohen Pflegeaufwand – also regelmäßiges starkes Zurückschneiden – nicht behoben werden könnten. 

„Der Gutachter bescheinigt dem Baum nur noch eine geringe Lebenserwartung“, so Jülich. In der vergangenen Woche wurden Pflegeschnittarbeiten durchgeführt und dabei Totholz entfernt. Neben diesen kurzfristigen Maßnahmen soll der Baum weiter laufend beobachtet werden, so Bauamtsleiter Jülich. Je nach weiterer Verschlechterung des Zustands wäre eine Fällung und Ersatzpflanzung schon im nächsten Jahr möglich. „Da blutet mir das Herz“, sagt Tony Meyer angesichts dieser Prognose. Dabei hatte er die kürzlichen Baumschnittarbeiten, bei denen aus der Krone einige richtig dicke Äste entfernt wurden, eigentlich als gutes Zeichen gewertet, dass etwas zum Erhalt des Baums getan werde. Doch die tieferliegenden Probleme des Baums, gar eine mögliche Fällung, stimmen ihn traurig. „Das wäre wirklich sehr schade, denn der Baum begleitet mich schon mein ganzes Leben lang.“

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