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Grünes Licht für mehr Industrie: Gewerbefläche statt Bauernhof

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Von: Georg Dickopf

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Können sich nun erweitern: Blick auf die Firmen Nedschroef (im Vordergrund) und die Firma Junior (Mitte oben), die beide vom Rat grünes Licht bekamen für Erweiterungsbauten im Elsetal.
Können sich nun erweitern: Blick auf die Firmen Nedschroef (im Vordergrund) und die Firma Junior (Mitte oben), die beide vom Rat grünes Licht bekamen für Erweiterungsbauten im Elsetal. © Dickopf

Bereits seit Jahren grübelt man, wie man der Industrie im oberen Elsetal mehr Platz bieten kann, denn viele freie Flächen waren hier zuletzt nicht mehr vorhanden. 

Plettenberg - Der Abriss eines Bauernhofes macht es nun möglich: Die Erweiterungsfläche für Unternehmen wird von 3,5 auf 8,5 Hektar erhöht. Die nun realisierbare Fläche ist so groß wie zwölf Fußballfelder.

Durch die Neuaufstellung des Regionalplanes war es möglich geworden, im Bereich des Flächennutzungsplans Oberes Elsetal I Gewerbeflächen großflächiger zu gestalten. Anstelle der ursprünglich von der Bezirksregierung Arnsberg genehmigten 3,5 Hektar an Gewerbeflächen konnte durch die Hinzunahme der Fläche des Hofs Schulte diese Fläche auf 8,5 Hektar vergrößert werden.

Bedanken könne man sich dafür laut Bürgermeister Ulrich Schulte bei Planungsamtsleiter Till Hoffmann, der einen Termin mit dem Regierungspräsidenten genutzt habe und im Nachgang beharrlich daran gearbeitet habe, dass die im Regionalplan vorgesehene Fläche nun zweieinhalb mal so groß werden darf. Dafür spendeten die Ratsmitglieder am Dienstag spontan Beifall.

Rund um den Bauernhof Schulte, den die Stadt Plettenberg im Tausch gegen Waldflächen im Bereich Hohe Molmert erwarb, können dank der Bemühungen von Planungsamtsleiter Till Hoffmann jetzt statt der zuvor vorgesehenen 3,5 rund 8,5 Hektar für Gewerbeansiedlungen genutzt werden. Der Bauernhof wird im Zuge dessen abgerissen.
Rund um den Bauernhof Schulte, den die Stadt Plettenberg im Tausch gegen Waldflächen im Bereich Hohe Molmert erwarb, können dank der Bemühungen von Planungsamtsleiter Till Hoffmann jetzt statt der zuvor vorgesehenen 3,5 rund 8,5 Hektar für Gewerbeansiedlungen genutzt werden. Der Bauernhof wird im Zuge dessen abgerissen. © Dickopf

Für die Umsetzung war die Aufhebung einer früheren Änderung im Teilbereich „Im Erlney westliches Köbbinghausen“ und die Aufstellung eines neuen Bebauungsplans Nr. 414 Oberes Elsetal I notwendig, der sowohl im Planungsausschuss als auch im Rat einstimmige Zustimmung erhielt.

Dachflächen begrünen

Klaus Ising (CDU), Vorsitzender des Planungsausschusses, sprach sich zudem dafür aus, kürzere Fristen für die Bebauung zu setzen, damit nicht eine Firma die ganze Fläche auf Vorrat erwerben könnte und dann nur einen Teil bebaue. Vielmehr sei eine kleinteiligere Gewerbeansiedlung kleinerer Firmen wünschenswert, die an ihren bestehenden Standorten nicht mehr wachsen könnten.

4,5 Hektar im Bereich Mühlhoff

Ausgewiesene, aber noch nicht überplante Gewerbeflächen – davon gibt es in Plettenberg nicht viele. 4,5 Hektar groß ist das Gebiet zwischen Frehlinghausen und Mühlhoff, das nun überplant wird, denn die Firma Nedschroef möchte sich auf längerfristige Sicht vergrößern. Ausschuss und Rat fassten einstimmig den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 415 „Gewerbegebiet Mühlhoff“.

Nanobrauerei kann kommen

Der Rat folgte dem Planungsausschuss auch in der beschlossenen Änderung der Außenbereichssatzung für Frehlinghausen, sodass nun auch kleinere Handwerks- und Gewerbebetriebe zulässig sein sollen.

Konkret geht es um den Betrieb einer Nanobrauerei (wir berichteten), deretwegen ein Frehlinghauser Bürger die Änderung beantragt hatte. Dieser muss jedoch die Planungskosten tragen. Die Stadt will sich laut Bürgermeister Ulrich Schulte um eine schnelle Umsetzung bemühen, damit über Fördermittel die Planungskosten aufgefangen werden können.

Erweiterung der Firma Junior

Wie schon der Ausschuss, beschloss auch der Rat einstimmig, die förmliche Beteiligung und öffentliche Auslegung für den Bebauungsplanentwurf Nr. 412 Osterloh-West II einzuleiten. Im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung hatten Untere Umwelt- und Untere Immissionsschutzbehörde Bedenken angemeldet, woraufhin die Pläne überarbeitet wurden. Die Grundzüge der Planung – die Firma Junior möchte sich hier in Richtung Hüinghausen erweitern – bleiben jedoch erhalten.

Wie Hoffmann ausführte, seien absolute Obergrenzen für die Gebäudehöhe festgesetzt worden. Das bedeutet, dass bei einer möglichen Modellierung des Geländes, die Gebäude entsprechend niedriger werden müssten.

Klaus Ising betonte im Rat, dass für dieses Vorhaben rund 600 Seiten an Stellungnahmen, Gutachten und sonstigen Ausführungen zusammengekommen seien. „Da steckt eine Heidenarbeit drin“, hob der CDU-Ratsherr mit Blick auf die geplante Junior-Erweiterung auf einer Fläche von 150 000 Quadratmetern. Die Fläche unterhalb des Waldrandes ist damit fast doppelt so groß wie das städtische Gewerbegebiet Oberes Elsetal I.

Gerätehaus der Feuerwehr in Selscheid

Für Selscheid haben Ausschuss und Rat die Satzung so geändert und ergänzt, dass der Neubau des Feuerwehrgerätehauses möglich wird. Dieses soll direkt neben dem alten entstehen, das jedoch während des Baus weiter genutzt werden wird. Die Satzung wird um eine Fläche von rund 750 Quadratmeter erweitert.

Zudem erfolgt auf einer Fläche von 210 Quadratmetern, die bislang für die Wertstoffsammelstelle festgesetzt ist, eine Nutzungsänderung; die Wertstoffsammelstelle wird auf eine andere Fläche am Selscheider Gerätehaus verlegt.

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