Warum die Anwohner stinksauer sind auf die Radfahrer

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Auf den CDU-Ortstermin in Plettenberg-Blemke gab es eine große Resonanz der Anwohner.

Obwohl es nach der Zeitumstellung schon stark dämmerte, folgten am Montag zahlreiche Bewohner des Ortsteils Blemke der Einladung der Plettenberger CDU zu einer Ortsbesichtigung an der Abbiegung zu einem Wirtschaftsweg, denn dort sorgen rücksichtslose Mountainbiker für Unmut.

Dieser Weg hat es in sich – das wurde im Laufe der knapp einstündigen Zusammenkunft, zu der CDU-Ratsherr Patrick Hansmann auch Stefanie Schade vom städtischen Ordnungsamt, Kay Hömberg vom P-Weg-Team und Mitglieder des ADFC begrüßen konnte, deutlich. Der Wirtschaftsweg, der von Altenaffeln vorbei an gerodeten Waldflächen über ein kurzes Asphaltstück steil bergab führt und über den man später über eine Schotterpiste bis hinunter zur Blemke gelangt, ist ein Teilabschnitt der aktuellen P-Weg-Strecke. Früher führte die Strecke über Brüninghausen nach Teindeln, doch heute ist es diese Strecke, die die P-Weg-Teilnehmer hinab ins Tal bringt und sie vom Messingwerk über den Radweg weiter in Richtung Hilfringhausen leitet. 

Gegen das Renntempo der Mountainbiker beim eigentlichen P-Weg-Wochenende verlor keiner der Anwohner ein kritisches Wort, doch danach und vor allem vor dem eigentlichen Wochenende würde dort ebenfalls gerast – und zwar oft ohne Rücksicht auf Hundehalter, Pferdebesitzer und Anwohner. „Ich traue mich schon nicht mehr mit meinem Pferd auf dem Weg zu reiten und steige dort immer ab“, berichtete eine Pferdebesitzerin, die daran erinnerte, dass Pferde Fluchttiere sind und sich erschrecken können, wenn ein Mountainbiker mit hoher Geschwindigkeit und wenig Abstand vorbeirase. Hundehalter, die auf dem Weg bereitwillig Platz machten und um gemäßigtes Tempo bäten, würden mitunter wüst beschimpft. 

Doch problematisch ist nicht nur der abschüssige Waldweg, der auf die Straße In der Blemke mündet. Denn danach nehmen viele Mountainbiker erst richtig Fahrt auf. „Man muss wissen, dass wir hier keinerlei Fußweg haben und es sehr viele schlecht einsehbare Grundstücksausfahrten gibt“, merkte Anwohner Rolf Eigemeier an. Bei einem Unfall helfe dann auch ein Radhelm möglicherweise nicht mehr viel. Nicht nur er wünschte sich mehr Respekt und Rücksichtnahme der Mountainbiker – auch Patrick Hansmann und Dietmar Rottmann appellierten an die Radfahrer. „Es fahren ja nicht alle so“, sagte ein Anwohnerin. Doch die schwarzen Schafe könne man nicht ahnden, weshalb sich nicht wenige Anwohner eine Kennzeichnungspflicht für Mountainbiker wünschen würden. Auch Kontrollen durch die Polizei beziehungsweise den Bezirksdienstbeamten fände man sinnvoll. 

Stefanie Schade vom städtischen Ordnungsamt zeigte sich ebenfalls offen für Verbesserungsvorschläge. Rüttelstreifen lehnte sie aber ab – die Unfallgefahr sei zu groß. Den Vorschlag der Anwohner, eine große Tempo-30-Markierung hinter der Einmündung auf der Straße anzulegen, nahm sie auf. Zoran Grete vom ADFC Plettenberg schlug vor, diese aufgrund der Rutschgefahr ein Stück hinter der Einmündung anzubringen.

Auch vom P-Weg-Team und vom ADFC waren Vertreter beim Ortstermin.

 Kay Hömberg vom P-Weg-Team versprach, entsprechende Schilder zur Temporeduzierung am Ende des Waldweges und im Bereich der Ortseinfahrt anbringen zu lassen. Am sinnvollsten wäre es seiner Meinung nach, den Mountainbikern eine attraktivere Streckenalternative zu bieten, doch in dem Bereich sahen die Anwohner keine Ausweichmöglichkeit. „Wir lassen alle P-Weg-Teilnehmer die Verhaltensregeln unterschreiben – viel mehr können wir da nicht tun“, bat das P-Weg-Mitglied um Verständnis. Doch das Verständnis für rücksichtlose Mountainbiker ist – zumindest in der Blemke – nur noch ansatzweise vorhanden. Dort hätte man sich vom Lions-Club auch eine Information zum Spendentor-Wochenende gewünscht. Denn obwohl die Verantwortlichen des Lions-Clubs empfohlen hatten, die P-Weg-Strecke zu meiden, fuhren unzählige Biker mit hohem Tempo durch die Blemke.

 „Es ist eigentlich nur den rücksichtsvollen Anwohnern zu verdanken, dass hier noch kein schwerer Unfall passiert ist“, sagte ein Bewohnerin. Nun hoffen alle, dass die geplanten Maßnahmen Wirkung zeigen und die Mountainbiker den Abschnitt nicht mehr als Rennstrecke sehen.

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