Startplatz in Plettenberg?

Gleitschirmfliegen von den Höhen des MK aus? Der Stand der Planungen

Vom Hemberg aus, der oberhalb von Ohle liegt, hätten die Gleitschirmflieger einen idealen Startpunkt, doch der Waldbesitzer ist dagegen.
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Vom Hemberg aus, der oberhalb von Ohle liegt, hätten die Gleitschirmflieger einen idealen Startpunkt, doch der Waldbesitzer ist dagegen.

Plettenberg – „Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“, sang Reinhard Mey einst und mancher Gleitschirmflieger würde das wohl unterschreiben, auch wenn die Betreiber der hier noch recht exotischen Sportart meist unterhalb der Wolken durch die Lüfte gleiten.

Plettenberg - Wer einen guten Aufwind erwischt und beispielsweise vom Startplatz in Altena-Hegenscheid aus in die Lüfte geht, kann mit etwas Glück über das gesamte Lennetal bis Richtung Siegen gleiten.

Und genau dort häufen sich derzeit die kahlen Bergkuppen. Dort, wo der Borkenkäfer zuschlug, blieben an vielen Stellen im Stadtgebiet abgeholzte und kahle Berggipfel zurück. „Davon eignen sich einige im Bereich Hohe Molmert und Hemberg ideal als Startplatz für Gleitschirmflieger“, sagt Markus Böhnisch, selbst aktiver Gleitschirmflieger und Mitglied im Aero Club Altena-Hegenscheid.

Und genau deshalb wandten sich die Gleitschirmflieger auch mit einer Anfrage an die Stadt Plettenberg. „Wir würden gerne einige der Stellen als Startplätze testen, um zu schauen, ob sie überhaupt geeignet sind“, sagt Böhnisch. Der Sport werde dabei im Einklang mit der Natur ausgeübt. Es seien keine großen Eingriffe nötig und der Platzbedarf sei mit rund 200 Quadratmetern auch sehr überschaubar.

„Und anders als Wanderer und Mountainbiker wollen wir den Wald gar nicht umsonst nutzen, sondern wären auch zu einer Pachtzahlung bereit“, sagt der Neuenrader, der entsprechende Startplätze ebenso wie seine Vereinskameraden zu Fuß ansteuert und dann emmissionsfrei in die Lüfte entschwebt.

Für den Start benötigen die Gleitschirmflieger lediglich eine Fläche von rund 200 Quadratmetern.

„Das Lennetal ist ein Paradies für das Gleitschirmfliegen, weil man gute Bedingungen vorfindet und per Zug schnell wieder an den Ausgangspunkt zurückkommt“, findet Böhnisch, der sich von den Waldbesitzern mehr Offenheit wünschen würde. Oft würde vor allem mit Blick auf die Jagdpächter ein Startplatz abgelehnt, dabei spreche man von vielleicht 40 Starts pro Jahr und das weder im Morgengrauen noch in der Abenddämmerung.

Überzeugungsarbeit ist notwendig

Doch (noch) scheint auch in Plettenberg viel Überzeugungsarbeit nötig zu sein, wie auch Bürgermeister Ulrich Schulte auf Anfrage bestätigte: „Ich habe von den Gleitschirmfliegern zwei mögliche Startplätze in Plettenberger Wäldern genannt bekommen. Die entsprechenden Waldeigentümer habe ich angeschrieben und um Freigabe eines Startplatzes für die Gleitschirmflieger gebeten. Dies wurde beide Male abgelehnt“, so der Bürgermeister, der zu den Gründen keine Angaben machen könne.

„Die Entscheidung mag schade sein, allerdings ist zu beachten, dass Waldflächen Privateigentum sind und nicht der Öffentlichkeit gehören. So wie niemand von uns fremde Personen im eigenen Garten haben möchte, bleibt es den Waldeigentümern natürlich belassen, sich gegen eine Nutzung ihrer Flächen zu entscheiden“, bittet Schulte um Verständnis.

Markus Böhnisch akzeptiert die Entscheidung der Waldbesitzer, auch wenn er es schade findet, dass erst gar nicht das Gespräch mit den Gleitschirmfliegern gesucht werde. Deshalb habe man sich auch an den Waldbauernverband NRW gewandt, der dem Thema offener gegenüber stehe.

Gute Gespräche im Kreis Olpe geführt

In aussichtsreichen Gesprächen befinde man sich auch im Kreis Olpe. In Plettenberg wird man dennoch in Zukunft wohl eher selten einen Gleitschirmflieger am Plettenberger Himmel sehen. Und wenn, dann befindet er sich wahrscheinlich bei guter Thermik auf der Durchreise.

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