Start der Erdarbeiten ab Frühjahr 2019

Der Glasfaser-Zug nimmt in Plettenberg Fahrt auf

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Armin Judas und Ralf Engstfeld von der Telekom freuen sich zusammen mit Bürgermeister Ulrich Schulte (von links) über die 1700 Menschen, die sich für einen Glasfaserausbau eingetragen haben.  

Plettenberg - Bürgermeister Ulrich Schulte spricht von einem „lohnenden Ziel“, Telekom-Mitarbeiter Armin Judas von der „Technologie der nächsten Jahrzehnte“: Die Rede ist von den schnellen Glasfaserleitungen. Ende 2019 sollen alle Haushalte, die sich eingetragen haben, mit schnellem Internet versorgt sein. Die ersten Planungen wurden bereits angestellt. Richtig los geht es mit den Erdarbeiten Anfang 2019. Das erklärten Telekom-Mitarbeiter im Gespräch mit der Redaktion. Die wichtigsten Fragen.

Was ist Glasfaser?

Mit dem neuen Glasfaserkabeln sind schnellere Übertragungsraten möglich. Das Internet wird deutlich schneller. Bis zu einem Gigabit die Sekunde werden mit diesem Netz möglich sein. „In zehn Jahren werden wir darüber lachen“, erklärte Armin Judas, Produktion Technische Infrastruktur West der Telekom. Aber: Im Vergleich zu Kupfer ist bei Glasfaser noch jede Menge Luft nach oben – und damit zukunftssicher. „Das ist das Netz der nächsten Jahrzehnte“, erklärte Judas und sprach Übertragungsraten im Terabitbereich an (also mehr als tausend Mal so schnell wie jetzt).

Wieviele haben schnelles Internet bestellt?

Damit der Ausbau durchgeführt wird, waren 1500 Aufträge nötig. Jetzt sind es 1725. Telekom und Stadt „sind hoch zufrieden.“ Plettenberg wurde – gemeinsam mit sechs anderen Kommunen in Deutschland ausgewählt – als potenzielle Ausbaugebiete wurden die Stadtteile Böddinghausen, Eschen, Kersmecke. Sundhelle und Bracht sowie der Plettenberger Stadtkern definiert. Alle anderen müssen sich noch gedulden.

Was ist für diesen Ausbau genau nötig?

Die Telekom wird eine komplett neue Infrastruktur anlegen. Das bedeutet: Es werden rund 180 Kilometer Glasfaserkabel verlegt und 56 neue Verteilerkästen aufgestellt. Das bestehende Kupfernetz bleibt bestehen und könne weiter von denen genutzt werden, die noch nicht auf Glasfaser umgestellt haben.

Ich habe einen Vorvertrag abgeschlossen. Wann habe ich schnelles Internet?

Läuft alles nach Plan, sind die Arbeiten Ende 2019 abgeschlossen. Die Anbindung an das schnelle Internet läuft nach und nach.

Wo wird zuerst ausgebaut?

Das wird die Planung ergeben. Damit es zeitlich hinhaut, „werden wir wahrscheinlich an mehreren Stellen gleichzeitig loslegen“, so Judas.

Was kommt auf die Hausbesitzer zu?

Eine kleine Baustelle. Jeder bekommt das Glasfaserkabel direkt in die eigenen vier Wände. Es werden Gräben bis zu jedem Haus gelegt. Die sind laut Judas 30 Zentimeter breit und 60 Zentimeter tief. Straßen müssen aufgerissen werden. Mit welchem Verfahren diese Gräben gemacht werden, wird die Planungsphase ergeben. Möglicherweise muss der Boden bis zum Haus auch nicht komplett aufgerissen werden. Die Arbeiten werden in „Absprache mit der Stadt und partnerschaftlich“ durchgeführt. Das Ziel lautet: Die Belastung gering halten und die Arbeiten schnell durchzuführen. Da das Glasfaser in das Haus gelegt werden muss, ist eine Mauerdurchbohrung nötig. „Das Haus wird nachher genau so wasserdicht sein wie vorher“, versicherte Judas.

Wann beginnen die Arbeiten?

„Jetzt“, erklärt Ralf Engstfeld von der Telekom. Er spricht von Planungsarbeiten, die nach und nach Formen annehmen. Noch bis zum 15. September können sich Interessierte anmelden. Ab dann startet die endgültige Planung in enger Zusammenarbeit mit der Stadt. Der Grund: Reißt die Stadt an einer Stelle wegen anderer Arbeiten eine Straße auf, „können Synergien geschaffen und die Leitungen gleich mitverlegt werde“, erklärt Judas. Übrigens: Erst wird das Rohr verlegt, danach das Glasfaser eingeblasen.

Wann starten die Erdarbeiten?

Die Erdarbeiten beginnen Anfang 2019 „je nach Winter.“ Bei leichtem Frost könnten die Arbeiten durchgeführt werden, sei es mehrere Tage minus zehn Grad kalt, wären die Schäden – die zum Beispiel an Wasserleitungen entstehen könnten – einfach zu groß. Judas: „Dann müssten wir unterbrechen.“

Brauche ich einen neuen Router?

Die Router der letzten zwei bis drei Jahre sollten Glasfaser können, erklärt Engstfeld. Im Zweifel sollte man aber in der Bedienungsanleitung oder auf der Webseite des Herstellers nachschauen.

Kann ich mich noch für schnelles Internet eintragen?

Ja, das geht. Bis zum 15. September können sich Kunden noch hier anmelden. Der Vorteil: Wer sich in den nächsten Tagen noch für Glasfaser entschließt, spart die Kosten für den Hausanschluss in Höhe von knapp 800 Euro. Wer sich nachträglich anmeldet, muss nicht nur die 800 Euro zahlen, sondern auch länger warten. Der Grund: Geplant wird mit den Haushalten, die sich bis Mitte September anmelden.

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