Schöne Bänke und verbotene Dosen

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Eine schöne neue Bank am Tanneneck. Doch das Bild wird getrübt durch zwei achtlos abgestellte Coladosen ohne Pfand.

Plettenberg – Sie sind neu, sie sind schön und sie bieten eine tolle Aussicht auf Plettenberg. Die Installation von zwei neuen Sitzbänken und einer Liegebank am Wanderparkplatz Sehnsuchtsbirke wird auf breiter Front gelobt.

In den ersten Tagen stand noch kein Mülleimer neben dem Bankensemble, weil der Naturpark als Investor bewusst darauf verzichtete. Stattdessen wurde der heimische Bauhof aktiv und installierte jetzt einen Abfalleimer. Das nebenstehende Bild mit der Bank im Sonnenuntergang und zwei geleerten Coladosen wäre dann vielleicht nicht entstanden. Im Normalfall hätte der Konsument die Dosen mitgenommen, um insgesamt 50 Cent Pfand bei der Abgabe zu bekommen. 

Diese Coladosen aus Dänemark werden in Plettenberg ohne Pfand vertrieben.

Die Exemplare am Tanneneck wären vom Automaten aber wieder ausgespuckt worden, denn die Dosen wurden in Dänemark abgefüllt und ohne Pfand in Plettenberg verkauft. Doch warum zahlt man im Supermarkt und an der Tankstelle 25 Cent Pfand für jede Dose, in manchen Imbissbetrieben aber nichts? Und wenn das strafbar ist, wer kontrolliert dann die diejenigen, die die Dosen einfach so verkaufen und mit dafür verantwortlich sind, dass manche leere Dose im Straßengraben, neben einer Panoramabank oder sonstwo landen und langsam vor sich hin verrotten? 

Thorsten Spiegel, Leiter des Ordnungsamtes, war auf Anhieb überfragt, wer genau für die Kontrolle des Pfandsystems zuständig ist und tippte spontan auf den Zoll. Doch es ist nicht der Zoll, sondern die Untere Landschaftsbehörde des Märkischen Kreises, die verantwortlich ist. Das erklärte Pressesprecherin Ursula Erkens auf Anfrage und nach eigener Recherche im Kreishaus. 

„Die Kollegen im Bereich Natur- und Umweltschutz arbeiten auf Zuruf. Wenn ihnen ein Verstoß gemeldet wird, gehen sie der Sache nach.“ Die verhängten Bußgelder würden sich zumeist in einem Bereich zwischen 500 und und 10 000 Euro bewegen.

Gesetzesvollzug liegt bei Ordnungsbehörden

Zum Verkauf von pfandfreien Coladosen befragte die Heimatzeitung auch Stefanie Effner, Pressesprecherin von Coca Cola Deutschland mit Sitz in Berlin, die folgendes mitteilt: „Derartige Verstöße gegen das Verpackungsgesetz sind nicht im Interesse von Coca-Cola. Aufgrund des freien Warenverkehrs haben wir allerdings keinen Einfluss darauf, wenn ausländische Lieferanten Ware an deutsche Kunden abgeben. 

Jeder Importeur ist verpflichtet, seine Importe bei der Deutschen Pfandgesellschaft zu lizensieren und Getränke in pfandpflichtigen Verpackungen auch mit Pfand zu verkaufen. Der Vollzug des Gesetzes liegt bei den Ordnungsbehörden. Die Verbraucherpreise legen unsere Kunden fest.“

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