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Geteilter Schmerz ist halber Schmerz: Selbsthilfe-Tour hält vor Ort

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Von: Hartmut Damschen

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Der NRW-Selbsthilfetour-Stopp in Plettenberg mit den Vertretern der beteiligten Gruppen und Organisationen.
Der NRW-Selbsthilfetour-Stopp in Plettenberg mit den Vertretern der beteiligten Gruppen und Organisationen. © Damschen

Eine chronische oder auch eine seltene Krankheit kann Menschen so beeinflussen, dass sie daran zu zerbrechen drohen.

Plettenberg - Doch es gibt eine gute Möglichkeit mit einer solchen Beeinträchtigung besser umgehen zu können: In einer Selbsthilfegruppe treffen sich Menschen mit den gleichen Beeinträchtigungen. Dadurch sprechen alle die gleiche Sprache, sie verstehen sich und versuchen, sich gegenseitig bei ihren gesundheitlichen, seelischen und sozialen Problemen zu stützen. Das geschieht dann selbstorganisiert und stärkt so auch den Willen, positiv denkend sich der Krankheit entgegenzustellen.

Das alte Sprichwort „Geteilter Schmerz ist halber Schmerz“ stimmt auch in diesem Fall zu einem großen Teil. Das haben auch die Mediziner längst erkannt und versuchen frühzeitig, solche Patienten den entsprechenden Selbsthilfegruppen zuzuführen. Gleich, ob es niedergelassene Ärztinnen oder Ärzte, oder Fachmediziner in Krankenhäusern sind.

Unser Krankenhaus, das bereits 2017 zum Selbsthilfefreundlichen Krankenhaus ernannt wurde, ist schon seit 2013 für die in Plettenberg etablierten Selbsthilfegruppen ein zentraler Anlaufpunkt und bietet fachliche Unterstützung.

Um die Wichtigkeit dieser Selbsthilfegruppen zu unterstreichen, findet unter dem Motto „Nimm dein Leben in die Hand“ vom Mai bis Oktober die NRW-Selbsthilfe-Tour 2022 statt, die in vielen Städten auf dieser Tour Halt macht. Das bedeutet Informationen aus erster Hand, Erfahrungsberichte von Betroffenen, Vorstellung von Selbsthilfegruppen, Interviews, Talkrunden, Musik und Unterhaltung.

Das traf auch in aller Gänze auf den Stopp des Trucks in Plettenberg am Freitag zu. Der Truck öffnete seine Seitenfläche, klappte noch ein großes Info-Display aus und schon war die Bühne frei für das, was die Gäste erwartete.

Gute Moderation

An dem gelungenen Freitagvormittag waren eine Menge Menschen und Organisationen beteiligt. Bei bestem Wetter fanden sich auch viele Gäste ein, die sich informativ unterhalten ließen.

Durch die Veranstaltung führte Cornelia Benninghoven, freie Autorin, Journalistin und Moderatorin aus Köln. Souverän ließ sie ihre Gesprächspartner/innen aus der Kommunalpolitik, vom Märkischen Kreis und vom Plettenberger Krankenhaus zu Wort kommen: Bürgermeister Ulrich Schulte, Bernd Grunwald vom Fachbereich Gesundheit und Soziales des Märkischen Kreises; Ina Rath (Selbsthilfe-Kontaktstelle Märkischer Kreis) und vom Krankenhaus Dr. Andrzej Ploch (Ärztlicher Direktor), Detlef Badekow (Qualitätsmanager), Yildiz Ammerpohl (Chefärztin für Innere Medizin und Geriatrie), André Scholz (Chefarzt für Allgemeine Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie), Ulrich Trompeter (Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie) und Muazzez Citlak (Chefärztin für Allgemein- und Viszeralchirurgie).

Sie trafen in den Gesprächsrunden auf die Vertreter der anwesenden Selbsthilfegruppen (SHG): Renate Hermes (Osteoporose-SHG), Brigitte Deley (Diabetes-SHG), Lothar Koch (Übungsleiter Koronar-Reha-Gruppe), Udo Lindig (1. Vors. der Koronar-Reha-Gruppe), Heidi Brieger (COPD-SHG), Beate Hüser (Crohn/Colitis), Marion Schneider (Frauenselbsthilfe Krebs), Christine Stuhldreier-Hochstein (YOKO Selbsthilfe Hautkrebs Sauerland), Annette Dunker (Lymphies Plettenberg-SHG) und Dr. Vera Gerling (Demographieberaterin).

Auftritt des Projektchors

Dass ihnen nicht die Luft ausgeht, bewies der Projektchor der COPD-SHG Plettenberg mit einigen Liedern, die von Rainer Migenda auf seiner Gitarre begleitet wurden. Migenda hatte mit den Hits der 70er und 80er-Jahre Plettenberger vor dem Truck zum Tanzen und begeistertem Mitklatschen gebracht. Klaus Hägerbäumer brachte mit seiner Gruppe rhythmische Ballgymnastik als Herzsport auf die Bühne.

Das beweist, dass zwar die Selbsthilfegruppen sich mit ernsten Themen auseinandersetzen müssen, dass aber auch die Gemeinsamkeit Freude und Spaß bedeutet.

Ina Rath, die mit Annette Dunker und Detlef Badekow die gelungene Veranstaltung schon seit Ende Dezember des letzten Jahres vorbereiteten, freute sich, wie auch die Moderatorin Cornelia Benninghoven über den guten Zuspruch der Plettenberger. Benninghoven lachend: „Anscheinend kennen sich hier alle untereinander.“ Eine gute Voraussetzung für eine funktionierende Vernetzung über die zentrale Kontaktstelle des Krankenhauses.

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