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Smoothie-Bike und Entspannungsreise: Gesundheit der Mitarbeiter fördern

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Von: Sabrina Jeide

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Gesundheitsstag bei STP Plettenberg mit Smoothiebike
Das Smoothie-Bike wurde von den STP-Auszubildenden betreut und fleißig genutzt, auch vom Betriebsrats-Vorsitzenden Patrizio Cianni, Jens Nagel, den Geschäftsführern Cornel Müller und Mark Martin sowie Gesundheitsmanagerin Katja Müller (von links). © Sabrina Jeide

Schwere Arbeit mit schweren Teilen – in vielen Plettenberger Unternehmen ist das die Regel. Bei der Schmiedetechnik Plettenberg (STP) nahm man das vor einigen Jahren zum Anlass, ein professionelles Gesundheitsmanagement zu etablieren. Vorausgegangen war die Erkenntnis: „Wir müssen etwas für unsere Mitarbeiter tun“. Seitdem ist die Firma im Zusammenspiel mit Angestellten und Betriebsrat in dem Bereich besonders aktiv, hat in Katja Müller eine Verantwortliche für das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) und mit der AOK einen Gesundheits-Partner.

Plettenberg – Dabei stand 2018 am Anfang eine Umfrage unter den Mitarbeitern, an der sich immerhin 96 Prozent vollkommen anonym beteiligten. Die Ergebnisse aus dem 120-Fragen-Katalog setzt man seitdem sukzessive um, versucht durch den bewussten Umgang mit der Gesundheit, den Krankheitsstand zu reduzieren und ein gutes Signal nach außen zu transportieren. „Wir nehmen das Thema sehr ernst“, verspricht Geschäftsführer Mark Martin. Für seine Bemühungen erhielt STP 2021 den „Corporate Health Award“ des Handelsblattes (1. Preis Mittelstand/Automotive).

„Gerade in diesen Zeiten möchten wir das Thema Gesundheit in den Fokus stellen und arbeiten daran, die Mitarbeiter für ihre Gesundheit zu sensibilisieren und dabei zu begleiten“, erklärt Katja Müller. Passend dazu fand kürzlich ein Gesundheitsstag am Standort an der Daimlerstraße statt. Dort startete die Geschäftsführung gerne das Smoothie-Bike, bei dem man durch Trampeln Energie erzeugen konnte, um einen Mixer für Smoothies in Gang zu setzen. Die Mitarbeiter begaben sich auf einen Gleichgewichtssimulator oder konnten mit der Soulworkerin Kathrin Arens auf eine Entspannungsreise gehen. Bewegte Pausen, eine Schilddrüsen-Diagnostik mit Dr. Altenkämper vom Werksarztzentrum Mittel-Lenne oder die Vorstellung der Kooperation Business-Bike (nahezu jeder sechste STP-Mitarbeiter least ein Bike): Die Aussteller und ihre Themen waren vielfältig.

Gesundheitstag bei STP Plettenberg mit Berufsgenossenschaft
Matthias Nickel (links) von der Berufsgenossenschaft Holz und Metall gab Tipps zum richtigen Heben und Tragen. © Sabrina Jeide

Gefahren richtig wahrnehmen

Besonders anschaulich wurde es bei der Berufsgenossenschaft Holz und Metall, wo Matthias Nickel die STP-Mitarbeiter eine Kiste mit zehn Kilogramm schweren Pleuelstangen heben ließ, um anschließend die Haltung auszuwerten. Die Berufsgenossenschaft ist regelmäßig mit Aktionen in Betrieben zu Gast, um präventive Arbeit zu leisten. Matthias Nickel: „Prävention hat viel mit Wissen und Verstehen zu tun – nur so können Gefahren wahrgenommen werden“. Er verglich das mit einer roten Ampel: Nur wer wisse, dass man bei einer roten Ampel die Straße nicht überquere, bleibe auch stehen. Ähnlich verhalte es sich eben auch bei der Gefahrenwahrnehmung in Betrieben. Dabei sei die Entwicklung der vergangenen Jahre durchaus positiv: Die Maschinen und Arbeitsverhältnisse seien heutzutage meist sehr gut – das Thema Gesundheit sei aber eben in den letzten Jahren viel stärker in den Fokus gerückt.

Das TOP-Prinzip der Prävention in Unternehmen

Die Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) empfiehlt, das sogenannte TOP-Prinzip zur Gesundheitsprävention anzuwenden. Das gliedert sich in drei Bereiche:

Technische Maßnahmen: rückengerechte Arbeitsverfahren auswählen; technische Hilfsmittel zur Vermeidung manueller Lasten-Handhabungen (z. B. Balancer, Hubtische, Rollenbahnen) einsetzen; Arbeitsbereich, Arbeitsplatzmaße, Bewegungsfreiräume anpassen; Schwingungsbelastungen vermeiden bzw. verringern.

Organisatorische Maßnahmen: Lastgewichte minimieren; Handhabungshäufigkeiten verringern; Arbeitsaufgabe auf mehrere Beschäftigte aufteilen; Tätigkeitswechsel vorsehen, Pausen gestalten; Beschäftigte bei der Arbeitsgestaltung beteiligen; Regelungen zum Umgang mit Lasten vereinbaren.

Personenbezogene Maßnahmen: Beschäftigte informieren/unterweisen; Arbeitsmedizinische Vorsorge durchführen; Gesundheitskompetenz stärken; Ausgleichsübungen anbieten; Gesundheitsförderung etablieren.

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