„Der Investitionsstau im Krankenhaus war schon heftig“

+
Pflegedienstleiter Heiko Heseler, Chef-Anästhesist Dr. Andrzej Ploch, Geschäftsführerin Barbara Teichmann, Susanne Schneider, gesundheitspolitische Sprecherin der FDP, und der FDP-Vorsitzende Michael Schulte (von links) vor dem neuen CT im Plettenberger Krankenhaus.

Plettenberg - Hohen Besuch gab es am Freitag im Plettenberger Krankenhaus, wo sich Susanne Schneider, gesundheitspolitische Sprecherin der FDP, gemeinsam mit dem FDP-Vorsitzenden Michael Schulte über die heimische Klinik informierte.

Dabei äußerte sich Schneider auch zur Krankenhaussituation in Nordrhein-Westfalen. „Politischer Wille der Landesregierung ist es, dass die Menschen ein Krankenhaus in ihrer Nähe haben. Aber wir werden sicher auch Krankenhäuser schließen müssen“, sagte sie mit Blick auf die Überversorgung in einigen Regionen. „In Bochum-Wattenscheid gibt es im Umkreis von 30 Kilometern 95 Krankenhäuser und im Kreis Steinfurt nur eins.“ 

Wichtig sei es ihr als früherer Krankenschwester und Stationsleiterin, die Qualität der Versorgung in der Pflege zu verbessern und die Zahl der Auszubildenden zu verdoppeln. Von dem am 1. Januar 2019 in Kraft tretenden Pflegepersonal-Stärkungsgesetz der Bundesregierung hält Schneider allerdings nichts. „Das ist ausgesprochen realitätsfremd.“

 Pflegedienstleiter Heiko Heseler sieht das ähnlich. „Wir arbeiten schon immer mit einer guten Personaldecke. Und weil das so ist, bekommen wir keine Fördergelder und werden praktisch dafür bestraft.“ Susanne Schneider setzte sich in der Landesregierung auch dafür ein, dass Medizinstudenten, die sich verpflichten, nach der Ausbildung in unterversorgten Gebieten als Hausarzt zu arbeiten, vom Numerus Clausus auszunehmen. Auch müsse es möglich sein, mit einer nur ein- statt dreijährigen Ausbildung in der Pflege tätig zu werden. Abschließend fragte unsere Zeitung die gesundheitspolitische Sprecherin nach ihrem Eindruck vom Plettenberger Krankenhaus: „Das Haus macht einen ganz guten Eindruck. Ich hab das Gefühl es herrscht eine sehr gute Stimmung im Haus. Ich habe hier einige hochmotivierte Mitarbeiter getroffen und glaube, dass diese Klinik auf einem sehr guten Weg ist“, so Schneider.

 Dass im Plettenberger Krankenhaus im ersten Quartal des neuen Jahres für 350 000 Euro ein komplett neuer Eingangsbereich geschaffen wird, lobte Schneider ebenso wie die Einrichtung von WLAN für rund 50 000 Euro ab Januar 2019. Ab Mitte 2019 nimmt die Geschäftsführung des Radprax-Krankenhauses dann zwei Millionen Euro in die Hand, um neue OP-Säle zu errichten. Ab 2021 will man die Erweiterung des Seniorenzentrums in Angriff nehmen. Auf einen Neubau verzichtet man dabei wie berichtet. Nach der Neuanschaffung von neuen Betten sowie einem mobilen Röntgengerät (Kostenpunkt 700 000 Euro) wurde von der Radprax-Gruppe auch das MRT aufgerüstet und ein neues CT angeschafft (rund eine Million Euro). „Der Investitionsstau hier im Krankenhaus war schon heftig“, sagte Geschäftsführerin Teichmann abschließend.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare