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Gesund aufwachsen: Wenn die Natur zum Klassenraum wird

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Von: Christos Christogeros

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Den Schülern wurde respekt- und rücksichtsvolles Handeln in der Natur vermittelt, das dennoch viel Spaß macht.
Den Schülern wurde respekt- und rücksichtsvolles Handeln in der Natur vermittelt, das dennoch viel Spaß macht. © JANSEN/AOK

Die Vielfalt der Natur erkennen, sie wertschätzen und vor allem schützen wollen: Die Klasse 7a der Plettenberger Zeppelinschule erlebte jetzt vier spannende Tage im „grünen Klassenzimmer“ des Waldpädagogischen Zentrums MK.

Plettenberg – Raus aus der Schulklasse, hinein in die Natur: Das Projekt, das von der AOK unterstützt wird, soll vor allem den Nachwuchs dafür sensibilisieren, wie verletzlich die Natur und wichtig der Schutz der Umwelt ist. Dabei ging es nicht um bloßen Frontalunterricht – die Siebtklässler sollten vielmehr mit allen Sinnen lernen.

Gesund aufwachsen

„Unser Ziel ist es, dass sich Jugendliche wieder mehr im Freien aufhalten und die Natur mit ihrer biologischen Vielfalt als einen Ort für Bewegung und Entspannung entdecken. Die erlebnispädagogischen Aktionen sollen auch dazu beitragen, Grenzen auszuloten, das Selbstbewusstsein zu stärken und den Teamgeist zu fördern“, sagt Jochen Groos, Teamleiter Prävention der AOK Nordwest. Gerade diese Erfahrungen seien enorm wichtig für die Gesundheit. Mit dem „Lernen im Grünen“ wolle die AOK Familien dabei unterstützen, dass Jugendliche gesund aufwachsen.

Der Outdoor-Unterricht wurde vom erlebnispädagogischen Team um Andrea Hirsch und Holger Schneider begleitet, die ebenso mit großem Engagement die verschiedenen Aktionen wie den Bau einer Kugelbahn und Teamspiele anleiteten. „Es ist toll, mit jungen Menschen zu arbeiten und die Veränderungen bei ihnen an den einzelnen Tagen zu erleben“, so die beiden.

„Alle Einheiten unseres Schulprojektes beinhalten Bewegung, Naturerlebnis und eine Reflexion für die nachhaltige Wirkung. Bei den Teambuilding-Maßnahmen wie zum Beispiel der Bewegungs-Olympiade oder dem Naturerkundungsgang steht aber hauptsächlich der Spaß im Vordergrund. Denn nur über den Spaß wird auch die Nachhaltigkeit erreicht“, sagt Bewegungsberater Manuel Iwannek. Andrea Hirsch, vom Waldpädagogischen Zentrum im Märkischen Kreis ergänzt: „Unterricht im Wald ist eine tolle Abwechslung für die jungen Menschen und trägt dazu bei, ein ökologisches Bewusstsein für unsere Umwelt zu entwickeln.

Als Team agieren

Durchhaltevermögen und gute Zusammenarbeit wurden von allen Schülern eingefordert, um als gesamte Klasse die verschiedenen Gruppenziele zu erreichen. Die Klassenlehrerin Annika Jakubowski: „Es war schön zu sehen, wann die Schüler als Gruppe und wann sie gemeinsam als Team agieren.“ Die teilnehmenden Zeppelinschüler hätten demnach seit März mehrere Waldwochen durchgeführt. Zuhören, respektvoll sein und Absprachen treffen. Darum ging es auch während des Projekts.

Konzipiert wurde das Projekt von der AOK Nordwest und der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld. Die Aufgaben sollen alle Sinne ansprechen. Als Projektpartner vor Ort unterstützen die Zeppelinschule und das Waldpädagogische Zentrum des Märkischen Kreises die gesunde Aktion.

Kontakt

Interessierte Schulen können sich unter Tel. 0 800 / 26 55 - 50 87 41 oder per Mail an Manuel.Iwannek@nw.aok.de informieren. Weitere Informationen zu „Natürlich erleben“ gibt es im Internet unter www.aok.de/nw.

Jugendliche bewegen sich zu wenig

Viele Kinder und Jugendliche würden sich mittlerweile zu wenig bewegen und hielten sich kaum noch draußen auf. Mit zunehmendem Alter nehme die körperliche Aktivität laut AOK immer weiter ab – bei Mädchen mehr als bei Jungen. So erreichten nur noch 13,6 Prozent der Jungen und 8,6 Prozent der Mädchen im Alter von 15 Jahren die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), wonach sich Kinder und Jugendliche mindestens eine Stunde täglich bewegen sollten.

Die dringend notwendige tägliche Bewegung konkurriere mit Spielkonsole, Computer und Handy. In den letzten zwei Jahren seien die Corona-Beschränkungen in Schulen und Vereinen erschwerend hinzugekommen. Welche positive Wirkung die Natur auf die Gesundheit hat, würden viele Jugendliche daher weder erleben noch kennen.

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