Mittsommer statt Osterfeuer?

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Osterfeuer-Aufbau in Holthausen: Bereits vor dem Ausbruch der Corona-Krise hatte man damit begonnen, das Untergestellt des Osterfeuers aufzubauen.

Plettenberg – Schon mit Beginn der Coronakrise in Deutschland war schnell klar: Die so heiß geliebten Osterfeuer im Plettenberger Stadtgebiet müssen in diesem Jahr ausfallen. Wohl oder übel mussten sich die Mitglieder der Osterfeuergemeinschaften mit diesem Entschluss anfreunden.

„Wir haben schon drei Wochenenden aufgebaut, aber als sich die Krise dann immer weiter entwickelt hat, stand für uns schnell fest, dass wir dieses Jahr sicherlich keine Genehmigung bekommen werden“, erklärte Moritz Tillmann von der Osterfeuergemeinschaft Hechmecke. Für die Mitglieder war dieser Entschluss natürlich nicht einfach, denn hier kommen jährlich ab Mitte März junge und ältere Mitglieder zusammen, um das große Feuer aufzubauen. Als die Genehmigung dann vonseiten der Stadt abgelehnt wurde, habe man nicht lange überlegen müssen und direkt mit dem Abbau begonnen.

 „Nur das Untergerüst steht jetzt noch, das lassen wir auch einfach bis nächstes Jahr stehen“, erklärt Moritz Tillmann. Die Fläche, die der Familie Bickel gehört, ist also wieder freigegeben und kann wieder als Schafswiese dienen. Auch die Mitglieder der Holthauser Osterfeuergemeinschaft sind geknickt, dass ihr Osterfeuer in diesem Jahr nicht abgebrannt werden kann. Wie auch in der Hechmecke haben die Männer und Frauen schon seit Mitte März fleißig aufgebaut – erst die große Mitteltanne und das Untergerüst, dann wurden Bäume nach und nach aufgestapelt. 

Coronakrise zwingt zur Absage

„Es ist natürlich sehr schade, dass nicht abgebrannt werden darf, aber es ist nicht zu ändern“, erklärt Tobias Weißpfennig von der Osterfeuergemeinschaft. Im Gegensatz zur Hechmecke steht das Osterfeuer bis jetzt noch oberhalb der Gartenstraße auf dem Grundstück von Dieter Liehr. „Wir haben jetzt soweit alles andere weggeräumt, sodass die Wiese wieder normal als Pferdewiese genutzt werden kann“, erklärt Weißpfennig. Ob das Feuer bis zum nächsten Jahr stehenbleiben soll, stehe noch nicht fest. „Wir hatten mal überlegt, eventuell ein Mittsommernachtsfest zu veranstalten, wenn Corona vorbei ist. Das müssen wir allerdings erstmal abwarten, ob und wie überhaupt dieses Jahr noch eine ähnliche Veranstaltung genehmigt wird!“, so der Plettenberger. 

Die Bürger der Vier-Täler-Stadt dürfen also sehr gespannt sein, ob es dieses Jahr noch ein Feuerfest geben wird oder die Holthauser im kommenden Jahr schon ihren Grundstock fürs Osterfeuer 2021 aufgebaut haben. Tierfreunde dürfen übrigens beruhigt sein, denn: Horrorbilder von verbrannten Tieren, die unter den gestapelten Feuer Schutz suchen und dann qualvoll sterben müssen, wird es in der Hechmecke und in Holthausen nicht geben. Dafür bauen die Gemeinschaften ein Untergestell auf, das bis zu einem Meter zwischen Boden und Bäumen Platz lässt, sodass die Tiere gar nicht erst auf die Idee kommen, dort Unterschlupf zu suchen.

Was die Bürger am Osterwochenende gemacht haben, lesen Sie hier.

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