Gelbe Invasion aus Blütenstaub dieses Jahr besonders schlimm

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An der Oestertalsperre sammelt sich der Blütenstaub bereits am Ufer neben der Staumauer.

Plettenberg - Vom einst schwarzen Auto ist nicht mehr viel zu sehen und egal wo der Blick hinfällt scheint Plettenberg eine gelbe Wüstenlandschaft geworden zu sein. Für den saharaartigen Zustand ist aber kein Sandsturm verantwortlich, sondern die Pollen. In diesem Jahr scheint es besonders schlimm zu sein.

Seit Wochen sieht alles gelb aus, von Autos bis zu Gartenmöbeln und sogar die Oestertalsperre. Die Plettenberger sind schon eine Weile mit dem Blütenstaub beschäftigt. Ob nun durch das vermehrte Besuchen der Autowaschanlage oder die gelbe Staubschicht auf den Fenstern und vor allem Allergiker haben mit den Pollen zu kämpfen.

Doch aus welchem Grund kam es gerade in diesem Jahr zu einer explosionsartigen Verbreitung des Blütenstaubs? Im April und Mai ist die Hauptblüte von Birke, Buche und anderen Waldbäumen. Insbesondere die Pollen der Birke und der Fichte, der wir den gelben Blütenstaub zu verdanken haben, breiten sich durch ihr hohes Auftreten im Sauerland rasant aus.

Eine klare Ursache des Pollenausbruchs ist nicht bekannt. „Genau kann wahrscheinlich keiner sagen warum es dieses Jahr so einen Ansturm gab“, meint der Plettenberger Förster Henning Stolz.

Manche Förster vermuten hinter der rasanten Verbreitung gerade von Fichtenpollen das Phänomen des Mastjahres. Darunter versteht man ein synchrones Massenblühen von Bäumen, das nur alle fünf bis zehn Jahre, je nach Region, auftreten kann. „Waldbäume wie die Fichte blühen gerne in Zyklen“, erklärt Stolz.

Viele Autos sind mittlerweile gelb.

Verstärkt wurde das Mastjahr durch den extrem warmen April. In den letzten Wochen gab es nur wenig Regen in Plettenberg, was sich wiederum auf die Pollen auswirkt. Die lange Trockenphase und die starken Winde waren optimale Verhältnisse für eine rasante Verbreitung. Hinzu kommt der vom Klimawandel verkürzte Winter und das daraus resultierende frühe Blühen von Bäumen und Gräsern.

Los wird man den lästigen gelben Staub vermutlich erst Anfang Juni, wenn die Blütezeit der Fichte endet. Bis dahin kommt es vor allem auf die Wetterlage an. Nur kräftige Regenschauer können zeitweise für Abhilfe sorgen und die Pollen aus der Luft waschen. Doch wer wünscht sich kurz vor Anfang der Sommermonate schon Regen? Am kommenden Wochenende mit sonnigem Wetter und Temperaturen bis zu 25 Grad in Plettenberg wird die Fichte allerdings noch stärker blühen, dabei bleibt die Erlösung von der gelben Pest noch aus.

Von Nina Maringer

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