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Gelände völlig zugewachsen: Bike-Park im MK steht vor dem Aus

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Von: Georg Dickopf

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Ein symbolträchtiges Bild der Sparkassen Bike Arena im Grünetal: Das Unkraut ist teilweise mannshoch, die Fahrspuren nicht mehr erkennbar und das Schild mit den Nutzungshinweisen verwittert.
Ein symbolträchtiges Bild der Sparkassen Bike Arena im Grünetal: Das Unkraut ist teilweise mannshoch, die Fahrspuren nicht mehr erkennbar und das Schild mit den Nutzungshinweisen verwittert. © Dickopf

Die Sparkassen Bike Arena war nach Meinung der an der Umsetzung Beteiligten vor fünf Jahren die ideale Ergänzung zum P-Weg-Matrathongelände.

Plettenberg - Und so wurde mit professioneller Unterstützung auf dem ehemaligen Freibadgelände ein Paradies für Mountainbiker geschaffen.

Die Fläche, auf der sich einst das Freibad Grünetal befand und wo später ein Neubaugebiet entstehen sollte, wurde mit Bodenaushub angefüllt und später auch modelliert.

Für Anfänger und Profis wurden drei verschiedene Trails mit Sprüngen und Steilkurven errichtet. Zusätzlich baute Günter Bracht, Geschäftsführer von Turbomatics Bikeparks, auch eine Strecke für einen Cross Country Enduro-Singletrail vor. Für große Sprünge wurden dabei zwei sogenannte Dirtlines errichtet – also eine Sprungschanzenspur, deren unterschiedliche Schanzen aus Erde bestehen. Diese wurden im Nachgang von den Mitgliedern des Radsportclubs Plettenberg noch ergänzt durch hölzerne Rampen.

So sah es vor fünf Jahren kurz nach der Eröffnung auf dem ehemaligen Freibadgelände in Grünetal aus.
So sah es vor fünf Jahren kurz nach der Eröffnung auf dem ehemaligen Freibadgelände in Grünetal aus. © Turbomatic

Im Mittelteil der Anlage wurde ein sogenannter Pumptrack-Rundkurs mit vier 180-Grad-Steilkurven und weiteren Finessen errichtet. Wie Günter Bracht seinerzeit betonte, eigne sich die Strecke gleichermaßen für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis.

Probleme mit dauerhafter Pflege

Der Erbauer der Anlage bedauert den heutigen Zustand der Anlage: Schwierig sei es laut Günter Bracht immer, wenn solche Bikeparks nicht von städtischer Hand gepflegt würden. Der Turbomatic-Geschäftsführer ist auch weiterhin gut im Geschäft und baute unter anderem Bikeparks in Finnentrop und Meschede, die allerdings beide von der jeweiligen Kommune betreut werden.

In Plettenberg oblag die Pflege dem Radsportclub Plettenberg und dessen Mitgliedern. Nach einem verregneten Sommer, der Corona-Pandemie und der Auflösung des Radsportclubs Plettenberg fällt es heute schwer, noch irgendwelche Strecken, Steilkurven oder Rampen zu entdecken, denn die Natur hatsich das Gelände größtenteils zurückerorbert.

Fünf Jahre nach der Eröffnung gleicht die Bike Arena eher einem Biotop, als einer Spielwiese für Mountainbiker.
Fünf Jahre nach der Eröffnung gleicht die Bike Arena eher einem Biotop, als einer Spielwiese für Mountainbiker. © Dickopf

Bedauerlich findet das auch der Plettenberger Cedrik Jakob, der semiprofessioneller Mountainbiker ist und in Winterberg Fahrtechnikkurse gibt. Zwischenzeitlich habe er in Grünetal im hinteren Teil des Geländes spektakuläre Sprünge geübt und mit weiteren jüngeren Mountainbikern auch professionelle Rampen aus Siebdruckplatten gebaut. „Leider waren Vandalismusschäden dort immer wieder ein Thema“, sagt Jakob.

Vandalismus auf dem Gelände

So seien die Siebdruckplatten und Rampen zerstört worden, Müll sei auf dem Gelände verteilt worden und auch mit motorisierten Rollern sei unerlaubterweise über das Gelände gefahren worden. Noch dazu sei es für eine gute Handvoll Jugendlicher, die vornehmlich die Sprungrampen im hinteren Teil des Geländes nutzten, schwierig gewesen, sämtliche Fahrspuren und Strecken freizuhalten.

„In der Corona-Zeit waren wir dann manchmal zu zweit dort, aber da wir in der Pandemie keine Unfälle und damit belegte Krankenhausbetten riskieren wollten, ist dort nicht mehr viel passiert“, berichtet Jakob. „Und irgendwann ist die Natur einfach schneller“, bedauert er.

Und da sich spätestens nach der Auflösung des Radsportclubs und dem Ende des Jugendtrainings niemand mehr so richtig um das städtische Grundstück kümmert, kann sich Bürgermeister Ulrich Schulte dort demnächst auch eine andere Nutzung vorstellen, denn auch wenn dort kein Krankenhaus-Neubau entstehen sollte (wir berichteten), sei es denkbar, dass man die Pläne für ein Neubaugebiet wieder aus der Schublade hole oder die Ansiedlung von Gewerbeflächen prüfe. Damit dürfte das Ende der Bike Arena dann endgültig besiegelt sein.

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