Patrick Schnell spricht beim Neujahrsempfang über die Zukunft der katholischen Gemeinde

Wie geht es mit dem Gemeindeleben weiter?

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Im Rahmen des Neujahrsempfangs fanden auch Ehrungen statt: Pfarrer Schnell ehrte Magdalene Zeppenfeld (St. Laurentius), Richard Lehmann (St. Mariä Aufnahme i.d. Himmel Herscheid) und Bernd Schlotmann (St. Johannes Baptist Eiringhausen) (v.li.).

Plettenberg - Traditionell wurde der Neujahrsempfang der katholischen Pfarrei St. Laurentius mit einer Andacht begonnen. Im Anschluss hielt Pfarrer Patrick Schnell in seiner Begrüßungsansprache einen kurzen Rückblick über das ereignisreiche vergangene Jahr.

Unter die Schlaglichter fielen u.a. die Wallfahrt nach Fatima, das 20-jährige Bestehen der Marienkapelle auf der Bracht, das 50. Jubiläum der Kita St. Laurentius oder das große Fest zur 100-jährigen Frauenpower (der KFD) in der Pfarrei, die Übertragung der Heiligen Messe aus der Laurentiuskirche durch das Fernsehen, oder die Pilgerfahrt nach Israel gemeinsam mit evangelischen Glaubensgeschwistern. Pfarrer Andreas Hirschberg von der Ev. Kirchengemeinde übermittelte ebenfalls Grußworte und unterstrich die intensive gelebte Ökumene in Plettenberg. Hirschberg würdigte zudem positiv die klare Konzeption in der katholischen Gemeinde. 

Ein Thema, das nicht nur im vergangenen Jahr irgendwie über allem stand, war der Pfarreientwicklungsprozess (PEP), dessen Planungsphase im Herbst abgeschlossen werden konnte. In einer zusammengefassten Powerpointpräsentation erläuterte Pfarrer Schnell die wesentlichen Bestandteile des Votums an den Bischof, wie sich die Pfarrei in Zukunft pastoral und wirtschaftlich aufstellen will. Verabschiedet wurde das Votum nach über zweijährigen Beratungen durch Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat. Damit sei ein wichtiger Schritt in Richtung Zukunft getan, so Schnell. Das Ziel des wirtschaftlichen Konzeptes sei es, einen ausgeglichenen Haushalt bis 2030 zu erreichen. Dies beinhalte Einsparungen von etwa 45 Prozent im Vergleich zum Haushalt von 2013. 

Ohne diese Einsparmaßnahmen käme die Pfarrei mit einem geschätzten Betrag von etwa 134 000 Euro in die roten Zahlen. Entlassungen seien nicht vorgesehen, da durch Ruhestände Personalabbau gegeben sei, jedoch müsse ein Gemeindezentrum aufgegeben werden. Die Planungen sehen vor, die Kirche St. Johannes Baptist bis 2025 und das dazugehörende Gemeindezentrum bis 2030 aufzugeben. Für den Erhalt von St. Laurentius spräche die zentrale Lage und die Räumlichkeiten, die durch verschiebbare Trennwände mehrfach nutzbar seien. Gegen die Aufgabe der Herscheider Kirche St. Mariä Aufnahme i.d. Himmel spräche die große Entfernung zu anderen Kirchen. Schnell unterstrich dabei die Wichtigkeit, dass pro Kommune zumindest eine Kirche beibehalten werde. Warum also habe man sich zur Aufgabe von St. Johannes Baptist entschieden? Die Lage und die guten Möglichkeiten einer Umnutzung sind bei der Eiringhauser Kirche mehr gegeben als bei anderen, als auch die guten Möglichkeiten, für die bisherige Nutzung alternative Orte zu finden.

 Die Entfernung von Eiringhausen nach St. Laurentius liegen mit knapp 3,5 Kilometern im erreichbaren Bereich. Wie soll es also mit dem Gemeindeleben weitergehen? Schnell skizzierte die Leitsätze im pastoralen Konzept, die als Grundlage für zukünftiges Handeln dienen und beschreiben, wie sie sich als Glaubensgemeinschaft in Zukunft sehen und durch ihr Tun darstellen wollen. Vor allem jungen Menschen will man ermöglichen, mit Gott in Berührung zu kommen, sie neugierig machen über niederschwellige Angebote und ansprechend gestalteten Gottesdiensten. Menschen jeden Alters sollen sich willkommen wissen, ob sie nun regelmäßig kommen oder nur zu bestimmten Anlässen. Respektiert wird die jeweils eigene Art, den Glauben auszudrücken oder mit einem anderen Zugang zum Glauben findet als gewohnt. „Wir verstehen uns als Teil der christlichen Gemeinschaft, darum wollen wir dies in der Ökumene leben und bezeugen. Dies bedeutet auch, dass wir voneinander lernen und uns gegenseitig beeinflussen.“ Räume zur Versammlung und zum Gebet in allen drei Gemeinden seien wichtig, unabhängig von noch existierenden explizit katholischen Zentren. Diese Räumlichkeiten können auch in ökumenischer Verbundenheit oder in Zusammenarbeit mit den Kommunen gehalten werden. 

Wichtig ist es der Pfarrei, rechtzeitig und ansprechend über Aktivitäten und Gottesdienste zu informieren und dazu einzuladen. Das pastorale Ziel für die Zeit bis 2030 ist es, dass es in allen drei Gemeinden langfristig Gemeindeleben gibt. Dabei soll die Zusammenarbeit der drei Gemeinden intensiviert werden. Beachtet werden muss eine Vermeidung einer Überlastung der Engagierten. In aller Ausführlichkeit ist das Votum auf der Homepage der Pfarrei St. Laurentius oder in Papierform in der Kirche St. Laurentius ausliegend nachzulesen. Die Ausführungen von Pfarrer Schnell wurden musikalisch vom Frauenchor FemmeVokal aufgelockert, der im Anschluss an den Sektempfang als Programmpunkt des Neujahrempfangs verpflichtet wurde.

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