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Geflüchtete aus der Ukraine nicht alleine lassen: Ehrenamtliche Paten gesucht

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Von: Christos Christogeros

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Mit einem Kleinbus, zur Verfügung gestellt vom Heggener Reisedienst Schulte, können die Helfer der Bus-Brücke kleine Fahrten und zum Beispiel auch Umzüge durchführen.
Mit einem Kleinbus, zur Verfügung gestellt vom Heggener Reisedienst Schulte, können die Helfer der Bus-Brücke kleine Fahrten und zum Beispiel auch Umzüge durchführen. © Brodhun

Die Helfer der heimischen Initiative Bus-Brücke haben bereits vielen Flüchtlingen aus der Ukraine geholfen, Zuflucht in der heimischen Region zu finden.

Plettenberg - In der für sie neuen und fremden Umgebung – ohne zu wissen, wann sie in ihre Heimat zurückkehren können – werden die Geflüchteten aber auch weiterhin Unterstützung benötigen – gerade für Fahrten zu Ärzten, Behörden oder auch einfach nur zum Einkaufen. Die Bus-Brücke möchte nun ein Netzwerk von Paten aufbauen, um den Familien aus der Ukraine die Eingewöhnung so gut es geht zu erleichtern.

Viele helfende Hände haben in den vergangenen Wochen bereits angepackt – Transporte von Polen ins Sauerland wurden durchgeführt, Unterkünfte und Gastfamilien organisiert. Nun gelte es, weitere Hilfsangebote für die Geflüchteten aufzubauen. „Man kann sich das wie eine Nachbarschaftshilfe vorstellen. Jede Familie soll ein privates Netzwerk von Paten bekommen, das sie unterstützt“, sagt Albrecht Brodhun von der Initiative. Um dieses Netzwerk zu etablieren, sucht die Bus-Brücke derzeit Freiwillige, die sie unterstützen möchten.

„Wem eine ganze Patenschaft zu viel ist, der kann sich auch auf das Anbieten von Fahrdiensten beschränken. Vereinzelt werden auch Helfer für Umzüge benötigt“, erklärt Brodhun. „Dank der großzügigen Unterstützung des Heggener Reisedienstes Schulte steht der Bus-Brücke jetzt auch ein Kleinbus für Fahrten in der Region kostenfrei zur Verfügung.“

Die Freiwilligen sollten aus Plettenberg, Werdohl oder Herscheid kommen, beziehungsweise aus Attendorn und Umgebung. Ukrainisch zu sprechen ist nicht nötig.

Hilfe benötigt

Nach wie vor sind Menschen aus der Ukraine auf der Flucht und benötigen Hilfe. „Viele Ukrainer, die derzeit noch in der Westukraine sind, haben angekündigt, dass sie nach Polen oder Deutschland flüchten möchten. Sie sitzen aber erst einmal noch auf gepackten Koffern, weil sie zunächst abwarten möchten, wie sich die Lage entwickelt. Sie möchten möglichst nah bei ihrem Zuhause bleiben, weil sie hoffen, schnell wieder dorthin zurückkehren zu können“, sagt Florian König, Initiator der Bus-Brücke.

Daher würden derzeit nur vereinzelt Geflüchtete von der heimischen Initiative ins Sauerland geholt. Und es gelte weiterhin: Voraussetzung sei, dass eine Unterkunft hier im Sauerland zur Verfügung steht.

So wurde zum Beispiel am Sonntag eine Familie, die mit dem Flüchtlingsbus nach Dortmund gekommen war, nach Plettenberg geholt und am Mittwoch eine weitere fünfköpfige Familie nach Attendorn. „Wir konnten die Familie in einer Wohnung unterbringen. Allerdings fehlten dort noch Bettdecken. Das ist ein gutes Beispiel, an welcher Stelle das Paten-Netzwerk nun tätig wird. Denn die Familie kann noch nicht einfach losfahren und selbst Decken kaufen“, schildert Vivien Köster.

In der vergangenen Woche fanden mehrere Aktionen statt, um die Bus-Brücke zu unterstützen (wir berichteten). Für diese tatkräftige Unterstützung und die Spenden bedankt sich die Initiative ganz herzlich. eB/cc

Kontakt

An einer Patenschaft Interessierte können sich per E-Mail an busbruecke@akzente.org wenden oder telefonisch an Vivien Köster unter Tel. 0 171 / 16 88 734.

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