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Inflation und Krieg: Gefahr für Altersarmut steigt - ebenso der Pessimismus

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Vielfältige Krisen erhöhen das Risiko für Altersarmut
Die vielfältigen Krisen der vergangenen Jahre erhöhen laut Sparkasse unter anderem auch die Gefahr für Altersarmut – besonders in den niedrigeren Einkommensklassen. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Erstmals seit sechs Jahren hat die finanzielle Zufriedenheit der Menschen in Deutschland wieder abgenommen, fühlten sich nur noch 38 Prozent der Deutschen finanziell gut oder sogar sehr gut aufgestellt. „Die Krisen lassen den Pessimismus wachsen“, wissen auch die Verantwortlichen der Vereinigte Sparkasse im Märkischen Kreis.

Plettenberg – Anlässlich der Weltspartage, an denen viele Kinder für ihr Sparen belohnt wurden, wurde auch in diesem Jahr das so genannte Vermögensbarometer erhoben – eine repräsentative Umfrage zum Thema Finanzen: Vom 20. Juni bis zum 8. Juli 2022 wurden dabei vom Meinungsforschungsinstitut Kantar im Auftrag des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) bundesweit mehr als 4800 Menschen ab 14 Jahren online befragt. Das Ergebnis: Die Zufriedenheit nimmt ab, die Unsicherheiten der Menschen wächst.

Finanzielle Zufriedenheit nimmt ab

Erstmals seit 2016 hat die finanzielle Zufriedenheit der Menschen in Deutschland wieder abgenommen, sank von 43 auf 36 Prozent. Damit ist der zuletzt positive Trend gebrochen, heißt es von der Sparkasse. „Wir sehen ganz deutlich, dass steigende Lebensmittelkosten und Energiepreise, der Krieg gegen die Ukraine und die andauernde Corona-Pandemie bei den Menschen angekommen sind“, erklärt Sparkassen-Sprecher Tomislav Majic.

Inzwischen schätzten 22 Prozent der Deutschen ihre finanzielle Situation sogar als schlecht oder sehr schlecht ein. Das spiegelt sich auch im Sparverhalten wider: „54 Prozent der Befragten haben das eigene Sparverhalten aufgrund der Krisen bereits angepasst oder planen, dies zu tun. Die Hälfte von ihnen spart jetzt mehr, ein Drittel spart weniger und ein Sechstel möchte auf andere Anlageprodukte setzen“, fügt Majic hinzu.

Zukunftsaussichten düster

Auch der Blick in die eigene finanzielle Zukunft sei getrübt: „Jedem Fünften geht es schlecht und fast jeder Dritte rechnet damit, dass sich die eigene finanzielle Situation innerhalb der kommenden zwei Jahre noch verschlechtert. Damit sind die Menschen so pessimistisch wie seit der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008 nicht mehr.“ Dieser Pessimismus werde mit Blick auf die kommenden sechs Monate noch stärker: „Nur 19 Prozent rechnen für das kommende halbe Jahr mit einer Verbesserung. Vor zwei Jahren waren es noch 32 Prozent.“

Unsicherheiten bei Altersvorsorge

Ein weiteres Augenmerk der Menschen in Deutschland liegt derzeit auf der finanziellen Absicherung ihres Lebensabends: „Trotz vielfacher Maßnahmen zur Altersvorsorge blicken 60 Prozent der Befragten beunruhigt in Richtung Ruhestand“, sagt Majic. Fast ein Drittel der Vorsorger zweifele an der zukünftigen finanziellen Absicherung im Alter oder halte sie gar für ausgeschlossen.

Sehr deutlich äußern sich die Deutschen auch zu den anhaltenden Preissteigerungen: „89 Prozent von ihnen bewerten die hohe Inflation als kritisch beziehungsweise sehr kritisch. Zwei Drittel mussten sogar bereits auf bestimmte Dinge des Alltags verzichten“, so der Pressesprecher. Wer wenig verdient, sei härter betroffen: Unter den Befragten mit einem Haushaltsnettoeinkommen zwischen 1000 und 1500 Euro müssen 69 Prozent ihre Ausgaben einschränken. „Das sind Ergebnisse, die leider wenig überraschen“, ergänzt Majic. „In niedrigen Einkommensgruppen wächst damit die Gefahr der Altersarmut.“ Bei einem Beratungsgespräch könnten mögliche Vorsorgepotenziale ermittelt und finanzielle Freiräume geschaffen werden.

Zur Freude der Verantwortlichen seien die Sparkassen auch in diesem Jahr wieder Spitzenreiter bei der Vertrauensfrage: Demnach hätten 40 Prozent der Befragten weiterhin „tarkes Vertrauen“ in das Geldinstitut.

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