Wie läuft es bei den Gastronomen

Neuer Eigentümer sagt dem Haus Heidrich goldene Zeiten voraus

„Es soll schick werden, aber nicht zu schick“, sagt Hakan Cici über das Hotel und Restaurant Haus Heidrich, das seine Immobilienfirma übernommen hat.
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„Es soll schick werden, aber nicht zu schick“, sagt Hakan Cici über das Hotel und Restaurant Haus Heidrich, das seine Immobilienfirma übernommen hat.

Während die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie gerade die Gastronomie hart treffen, hat sich im Oestertal ein erstaunlicher Schritt vollzogen: Das Werdohler Immobilien-Unternehmen Cici hat vor wenigen Wochen das Hotel & Restaurant Heidrich an der Oestertalstraße 63 übernommen. „Es kommen goldene Zeiten“, prophezeit der stellvertretende Geschäftsführer, Hakan Cici.

Plettenberg - Und damit das auch so kommt, wird momentan ordentlich umgebaut, auch der Küchenbereich. Bestellt werden kann übrigens auch weiterhin – zum Abholen oder Liefern. Auch Buffets könnten etwa für Weihnachtsfeiern zu Betrieben gebracht werden. Auf der Karte stehen deutsche und italienische Gerichte und in Zukunft soll das Angebot noch aufgepeppt werden. „Wir wollen auch Burger mit reinnehmen“, sagt er. Bestellungen sollen bald auch über die bekannte Bestell-App Lieferando möglich sein – bisher bietet das nur die Pizzeria Capriccio in Plettenberg an.

Der Retro-Look bei Heidrich soll teilweise bleiben, dazu wird aber auch viel modernisiert. „Es soll schick werden, aber nicht zu schick“, sagt Cici, der das gewohnte Restaurant-Team übernommen hat und sogar noch erweitert will. „Wir suchen noch einen Koch“, erklärt er. 

Wenn Cici auf die CoronaZeiten und die vielen Einschränkungen blickt, sei so ein Neustart natürlich mit Risiko verbunden. Was die Lieferungen und Abholungen angeht, so laufe es momentan „schleppend“. Bis die Top-Zeiten erreicht würden und sich die Corona-Lage wieder entspannt hätte, würde es sicher noch dauern, meint er. Aber Cici sieht die Situation auch als Chance.

Ein wichtiger Grund für die Übernahme Anfang dieses Monats sei auch der Saal gewesen, der Platz für bis zu 100 Personen bietet. Seit gut zehn Jahren betreibt Cici schon die Event-Halle an der Werdohler Gewerbestraße, die für Hochzeiten sehr beliebt ist. „Für viele Feiern ist die Halle aber zu groß“, erklärt er. Der Saal im Oestertal sei beispielsweise für kleinere Hochzeiten, Geburtstage oder auch Trauergesellschaften ideal.

Der größte Fortschritt wird aktuell im Hotel deutlich. Die neun Zimmer und die Ferienwohnung wurden komplett neu mit Möbeln auf Vier-Sterne-Niveau eingerichtet. Bei unserem Besuch am letzten Freitag wurde gerade der Flur gestrichen – weiß und schwarz mit goldenen Akzenten. 

Kein Vergleich zum normalen Betrieb sind Lieferdienst und Abholservice beim Inside-Restaurant in Böddinghausen. Der Umsatz sei massiv eingebrochen. „Gäste gehen nicht nur zum Essen ins Restaurant, sondern auch für eine gute Zeit“, sagt Inhaber Mustafa Yaman, der das Lokal Anfang Februar dieses Jahres neu eröffnet hatte – und damit nur wenige Wochen, bevor es mit Corona so richtig los ging.

Yaman hofft, dass es besser wird und er schon bald wieder Gäste im Laden begrüßen kann. Für ihn sei nicht verständlich, dass die Restaurants wieder mit am härtesten von den Maßnahmen getroffen werden. „Wir haben Corona von vornherein ernst genommen und viel investiert“, erklärt er mit Blick auf Desinfektionsmittel-Spender, Plexiglasscheiben und die stark reduzierten Gästezahlen. Mehrfach am Tag sei dazu alles gereinigt und desinfiziert worden. Auf dem Boden im Lokal befinden sich Abstandsmarkierungen. Auch auf Masken sei immer geachtet worden; dazu gab es natürlich die Gästelisten.

Im Gespräch erklärt der Inhaber, dass er auch mit Gastronomen in der Umgebung gesprochen habe: 70 bis 80 Prozent weniger Umsatz seien derzeit keine Seltenheit, lautet die erschreckende Bilanz.

Abholen und liefern lassen geht zum Beispiel auch bei Niko’s Mezebar an der Bahnhofstraße, die sich auf Höhe des Hit-Marktes befindet. Beim letzten Lockdown habe Inhaber Niko Sfiriklas die Erfahrung gemacht, dass unter der Woche nur wenig bestellt wird. Deswegen hat er die Öffnungstage dieses Mal von Donnerstag bis Sonntag gewählt. Ein Ersatz für den richtigen Restaurant-Betrieb ist das Angebot aber auch hier nicht.

„Davon kann man nicht leben“, sagt er. Nicht mal die Grundkosten könnten bezahlt werden. Ohne Hilfen habe er keine Chance, erklärt er. Niko Sfiriklas teilt die Sorge vieler, dass die Situation erstmal nicht viel besser wird: „Das wird im Dezember weitergehen“, befürchtet er im Gespräch, dass die Bundesregierung die Maßnahmen am kommenden Mittwoch vermutlich verlängern wird – und Restaurant-Betreiber einmal mehr zu den Haupt-Leidtragenden gehören werden. Seine Prognose: Vielleicht wird ab Mitte Januar wieder mehr möglich sein.

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