1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Plettenberg

 Gas-Notfallplan: Landrat bespricht Szenarien

Erstellt:

Von: Georg Dickopf

Kommentare

Durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 fließt derzeit deutlich weniger Gas von Russland nach Deutschland als zuvor.
Durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 fließt gerade kein Gas von Russland nach Deutschland - Firmen und auch der Kreis und die Stadtwerke und Ordnungsbehörden müssen sich auf den Notfall vorbereiten. © dpa / Stefan Sauer

Die Flutkatastrophe hat sich gerade gejährt und zeigte, wie wichtig es ist, Notfallpläne in der Schublade zu haben. Derzeit bereitet der Füllstand der Bäche und Flüsse wenig Sorgen, dafür drohen aber die Gasspeicher leer zu laufen, wenn die russische Erdgaspipeline Nordstream I dauerhaft außer Betrieb bleibt.

Plettenberg - Wie unsere Zeitung aus sicherer Quelle erfuhr, werden derzeit im Lüdenscheider Kreishaus Notfallpläne geschmiedet, um bei der Auslösung der dritten Gasnotfallstufe gewappnet zu sein. Eine entsprechende Videokonferenz soll Landrat Marco Voge in dieser Woche mit Vertretern der Stadtwerke, der Polizei, der Feuerwehren und des Katastrophenschutzes geführt haben. Dabei soll es auch um die Frage gegangen sein, ob und wann die Polizei Amtshilfe leisten muss, wenn beispielsweise der Gashahn eines Unternehmens abgedreht werden muss.

Konkret darauf und auf die Pläne im Kreishaus angesprochen, antwortete Landrat Marco Voge wie folgt: „Fragen zur Energieversorgung bestimmen zurzeit die öffentliche Debatte im gesamten Land.“ Noch sei die Gasversorgung in Deutschland stabil, wenn auch die Preissteigerungen private wie gewerbliche Verbraucher stark belasten würden.

Verschiedene Vorkehrungen unternommen

„Seitens der Bundesregierung sowie der Bundesnetzagentur werden zurzeit verschiedene Vorkehrungen unternommen. Damit sind im Zweifel auch für uns auf lokaler Ebene unterschiedliche Fragestellungen verbunden. Bereits seit längerem beschäftigen sich die Kreise und Kommunen mit der Thematik. Wir hoffen natürlich, dass es am Ende durch die Maßnahmen der Bundesregierung nicht zu schweren Ausfällen kommt.“

Es sei laut Voge wichtig zu betonen, dass Privathaushalte gesetzlich geschützt seien und im Kreis zum jetzigen Zeitpunkt keine Versorgungsausfälle drohten. „Trotzdem ist es natürlich notwendig, sich schon jetzt mit verschiedenen Eventualitäten und Szenarien zu beschäftigen“, so Voge mit Blick auf die dritte Stufe des Gasnotfallplans, die massive Einschränkungen beim Gasverbrauch im Gewerbebereich vorsieht.

Indirekt bestätigte er die Videokonferenz, denn nach den Angaben des Landrates stehe die Kreisverwaltung bereits jetzt im engen Austausch mit der Bezirksregierung, der Kreispolizeibehörde und verschiedenen betroffenen Stellen. „Dazu gehören natürlich auch Versorger und Netzbetreiber. Ziel ist es, Fragen auszutauschen, Vorkehrungen zu treffen und Szenarien zu besprechen. Das ist ein übliches Vorgehen und für alle Beteiligten wichtig, um soweit es geht Absprachen zu treffen.“

Die Polizei beschäftige sich nach den Angaben des Landrates intern ebenfalls mit entsprechenden Fragestellungen, doch hier seien zunächst die Planungen und Vorgaben durch das Land entscheidend.

„Am liebsten wäre es mir natürlich, wenn wir gar nicht an diesen Punkt gekommen wären, dass wir uns nun damit beschäftigen müssen. Aber aus verschiedenen Gründen stehen wir nun vor der Aufgabe, uns auf mögliche Versorgungsengpässe bei Gas und Strom vorzubereiten, damit wir – wie bei anderen Krisenfällen auch – bestmöglich vorbereitet sind. Hierzu arbeiten die zuständigen Stellen in der Kreisverwaltung selbstverständlich intensiv zusammen, besonders im Bereich Bevölkerungs- und Katastrophenschutz.“
.

Auch interessant

Kommentare