Schwerelose Männer und tanzende Frauen

50 Gäste bei Ausstellungseröffnung der Werkstatt Plettenberg mit dem niederländischen Künstler Frank van Hemert

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Der niederländische Künstler Frank van Hemert freute sich bei der Eröffnung darüber, dass seine Werke wie die Serie „Frauen“ so gut ankamen.

Plettenberg - Eine Frau tanzt über die Leinwand, ein Mann schwebt im Weltraum – in bunten Farben erstrahlt seit Donnerstagabend die Ausstellung „Frauen und Männer“ von Frank van Hemert, einem niederländischen Künstler, im Ratssaal des Plettenberger Rathauses.

Zur Eröffnung, zu der die Werkstatt Plettenberg am Donnerstag eingeladen hatte, waren rund 50 Interessierte gekommen, um sich die Werke von Frank van Hemert anzusehen und mit dem Künstler ins Gespräch zu kommen. Sie honorierten das, was ihnen geboten wurde, mit Worten wie „wunderbar“ und „großartig“. Die Hauptwerke der Ausstellung sind zwei Serien, einmal zum Mann und einmal zur Frau.

Frank van Hemert wurde 1956 in Kerkrade in Holland geboren und studierte von 1975 bis 1979 in Tilburg, wo er unter anderem Meisterschüler von Jan Dibbets war. Seit 35 Jahren ist der Niederländer als Künstler tätig, kurze Zeit unterrichtete er an einer Akademie, kehrte dann jedoch wieder ausschließlich zu seinen Werken zurück.

Diese gestaltet er vorrangig in Öl auf Leinwand; in der Ausstellung sind jedoch auch Bilder mit Acryl auf Papier zu sehen, wie die Serie „Männer“, die aus neun Teilen besteht. Neben dem Thema Menschen beschäftigt sich van Hemert oft mit Blumen, wie in den beiden Gemälden „Water Song, Birth Song“ und „Songs of Hope“. Der Künstler lebt mit seiner Frau in Starnmeer, nördlich von Amsterdam, auf dem Land. Wenn er durch sein Atelier läuft, kann er die vielen Blumen im Garten sehen, die ihn bereits für das ein oder andere Werk inspirierten.

Der Kontakt zur Werkstatt Plettenberg kam über das Gustav Lübcke Museum in Hamm zustande, in dem Frank van Hemert bereits ausgestellt hatte. Er hatte in der Vergangenheit rund 100 Ausstellungen, unter anderem 1982 auf der Documenta in Kassel, in Oberhausen, Brüssel und als letztes in Kapstadt in Südafrika. Das Museum in Hamm und das Museum für Gegenwartskunst in Siegen kauften zudem Werke von ihm an. Über Plettenberg sagte er am Donnerstag im Gespräch mit der Heimatzeitung: „Es gefällt mit gut hier. Wir kommen unbedingt zurück.“

lied der Werkstatt Plettenberg, verglich Frank van Hemert in seiner Rede zur Ausstellungseröffnung mit dem Renaissance-Künstler Jakopo Trintovetto. Dieser zerlegte Elemente des Themas und fügte sie für ein nächstes Bild zusammen und erkannte, wie wichtig räumliche Elemente und Bewegung sind. „Die Leuchtkraft der Farben in expressiver Maltechnik, dynamisch mit großen Farbflächen, mal abstrakter, mal figurativer aber immer stimmig zu einer Komposition gebracht“, beschreibt Hauer.

Zudem gebe es einen geistigen Teil in der Kunst des 62-Jährigen, erklärt Hauer, in dem er Fragen des existenziellen Daseins des Menschen stellt, es geht um Menschen und ihre Verwundungen, ihre Ängste, Einsamkeit und Schmerz. So greift er in seinen Arbeiten „Komm tanz mit mir. Für Tina Bausch“ und „Frauen“ die Tänzerin Pina Bausch auf, die während ihrer Schaffenszeit Morddrohungen erhielt. „Der Tanz ist aber auch Disziplin, Schmerz im körperlichen Sinne“, erklärte Hauer, weshalb das Blut in den Bildern geradezu echt und konkret wirke, gestaltete Wirklichkeit.

Die zweite Hauptserie „Männer“, die Männer darstellt, die im Weltall schweben, ohne verortet zu sein, beschrieb das Vorstandsmitglied als: „taumelnd in einer Welt, die vielleicht kleine klaren Rollen mehr für Männer parat hat, so wie früher, als Muskelkraft und der Versorgungsgedanke als Familienpatron im Vordergrund standen.“

Alle ausgestellten Werke können auch erworben werden. Während die Serie „Frauen“ aus sechs Einzelbildern besteht, ist die Serie „Männer“ aus neun Teilen jedoch nur als Einzelteil zu erhalten. Noch bis zum 2. November können sich Interessierte die Ausstellung ansehen, unter anderem auch am heutigen Samstag von 11.00 Uhr bis 16.00 Uhr.

Öffnungszeiten:

Die Ausstellung ist bis Freitag, 2. November jeweils montags und mittwochs von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr geöffnet, dienstags von 8.15 Uhr bis 16.00 Uhr, donnerstags von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr und freitags von 8.15 Uhr bis 12.00 Uhr im Ratssaal des Rathauses geöffnet. Zudem können sich Interessierte die Ausstellung auch an den Samstagen ansehen und am Feiertag Allerheiligen, 1. November, dann immer in der Zeit von 11.00 Uhr bis 16.00 Uhr.

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