„Manche Klippen umschifft“

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Die Erzieherinnen des Papilio-Familienzentrums Stadtmitte mit ihrer scheidenden Leiterin Gabi Hoffmann (hi. 4.v.re.) und deren kommissarischer Nachfolgerin Petra Möwes (3.v.re.).

Plettenberg - Rührende Szenen spielten sich am Donnerstag in der Turnhalle des städtischen Familienzentrums Stadtmitte an der Ernst-Moritz-Arndt-Straße ab. Dort wurde die Einrichtungsleiterin Gabi Hoffmann nach 31 Jahren feierlich in den Ruhestand verabschiedet.

Zunächst einmal sang der Kindergartenchor mit den Erzieherinnen ein selbstgedichtetes Lied, ehe Jugendamtsleiter Hans-Peter Kapitain das Wort ergriff und den Werdegang von Gabi Hoffmann skizzierte. Sie habe 1986 in den damals noch angemieteten Räumen des Krankenhauses die Leitung der ersten städtischen KiTa mit vier Mitarbeiterinnen und 50 Kindern in zwei Gruppen übernommen.

 „31 Jahre später ist daraus das Papilio-Familienzentrum mit 75 Kindern und 14 engagierten Mitarbeitern geworden“, lobt Kapitain die Aufbauarbeit der Leiterin, mit der er selbst 30 Jahre gut zusammengearbeitet habe. „Wir haben manche Klippen umschifft und sie hat im Rathaus auch einige Leute wachgerüttelt“, erinnert sich der Jugendamtsleiter, der ihr „Danke“ sagte für ihren großen Arbeitseinsatz. Bevor er die Abschiedsurkunde des Bürgermeisters Ulrich Schulte überreichte, zitierte er Arthur Schopenhauers Worte: „Ein Abschied ist immer schmerzhaft, auch wenn man sich lange darauf freut“. 

Auch Bärbel Miß richtete als Komba-Gewerkschaftssprecherin einige Worte an Gabi Hoffmann, die selbst seit 25 Jahren Mitglied sei. Die Elternratssprecherin Katharina Kreikebaum wünschte Gabi Hoffmann „stellvertretend für alle Eltern“ alles Gute im neuen Lebensabschnitt. Gemeinsam mit Carsten Fink überreichte sie der fast 61-jährigen Kindergartenleiterin eine Kiste Iserlohner Bier mit gravierten Gläsern.

 „Es ist fast schon ein Naturgesetz, dass man bei seiner Verabschiedung mehr Lob bekommt, als im gesamten Berufsleben“, sparte auch Petra Möwes nicht mit freundlichen Worten bei der Verabschiedung von Gabi Hoffmann – Möwes wird vorerst kommissarisch die Leitung der Einrichtung übernehmen. Sie warf einen Blick zurück. Vor 31 Jahren habe Gabi Hoffmann ihren Dienst als Kindergartenleiterin bei der Stadt Plettenberg angetreten. In dieser Zeit sei viel geschehen. „Es ist Dein Verdienst, dass diese Einrichtung heute da ist, wo sie steht“, dankte Möwes. Früh sei der Kindergarten in eine Tageseinrichtung für Kinder umgewandelt worden – einige Jahre seien auch als Hortkinder in der Einrichtung untergebracht.

 „An Dir schätzen wir besonders die Sauerländer Bodenständigkeit. Du stehst mit beiden Beinen im Leben“, sagte Möwes mit Blick auf die Umwandlung zum Familienzentrum im Jahr 2009 und die Papilio-Zertifizierung 2016. Mit einem Augenzwinkern hob Möwes auch die Heimatverbundenheit zu Hoffmans Geburtsstadt Iserlohn hervor, „die für uns alle zu einem Mythos geworden ist“. Einige der vor 30 Jahren von ihr aufgestellten Regeln würden heute noch gelten. Sprüche wie „Wir haben sie nicht alle“ oder „Weißte was mein Vater jetzt sagen würde?“, würden den Kollegen in guter Erinnerung bleiben, wie Möves versicherte, die Gabi Hoffmann genau wie Ehemann Peter Hoffmann viele erlebnisreiche Jahre wünschte. Bevor der offizielle Teil endete, zeigten Damaris Keune und Tobias Müller eine amüsante Bilderreise aus 31 Jahren Kindergartengeschichte. 

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