Verändertes Kundenverhalten zwingt die Volksbank zu Umdenken

Auf Fusion folgt weiterer Wandel

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Die Geschäftsstelle der Volksbank am Lindengraben ist in die Jahre gekommen. Das Gebäude soll im Bestand saniert und in Richtung des benachbarten Grünen Krugs erweitert werden.

Plettenberg – Märker und Siegerländer passen durchaus gut zusammen: Die Fusion der beiden Geschäftsbereiche, die seit gut einem halben Jahr als Volksbank in Südwestfalen gemeinsam agieren, sei ein richtiger und wichtiger Schritt gewesen, betont Vorstandssprecher Karl-Michael Dommes.

Doch weil Stillstand bekanntlich Rückschritt bedeuten würde, will sich die Volksbank auf den guten Zahlen, die im Rahmen einer Pressekonferenz präsentiert wurden, nicht ausruhen. Auf die Fusion folgen weitere Veränderungen, die Auswirkungen auf das Personal, die Kunden und die Erreichbarkeit der Volksbank haben. 

Das veränderte Nutzungsverhalten der Bürger erfordere ein Umdenken, erklärte Dommes. Im Zeitraum von 2011 bis 2017 sei die Zahl der Kundenbesuche um die Hälfte zurückgegangen. „Wir verlieren keine Kunden, sie kommen aber nicht mehr so häufig zu uns in die Bank“, betonte Dommes. 

Er nannte das Beispiel der Baufinanzierung, welches zeige, dass immer mehr Bürger den Weg über Internetplattformen einschlagen. Diese „digitalen Angebote müssen wir verstärkt in Angriff nehmen“, sagte der Vorstandssprecher, der auf bereits bestehende Online-Angebote wie den Immobilien-Check hinwies. 

Um langfristig Kosten zu senken, seien zwar keine Personalkürzungen vorgesehen. Doch Nachfolger für Mitarbeiter, die demnächst in Rente gehen, werde es nicht in jedem Fall geben. Dennoch warb Dommes weiter für Auszubildende, die sich den neuen Geschäftsfeldern widmen sollen. „Wir brauchen jeden“, betonte er, dass der Fachkräftemangel nicht nur in der Industrie, sondern auch bei der Volksbank zu spüren sei. 

Wo sich der Arbeitsplatz der zukünftigen Azubis befindet, das scheint indes noch nicht geklärt zu sein. Fest steht, dass die Volksbank nicht an allen ihrer aktuell 39 Geschäftsstellen festhalten wird. Pro Ort ein Anlaufpunkt mit Mitarbeitern, so lautet die Maxime. Vor Ort ist daher mit einer Schließung der Eiringhauser Geschäftsstelle zu rechnen. Einen genauen Zeitpunkt wollte und konnte Dommes nicht nennen. Er sprach aber bereits von dem Bringservice für ältere Bürger, den es schon länger bei der Volksbank gebe. 

Eine Aufgabe der Plettenberger Geschäftsstelle schloss der Vorstandssprecher kategorisch aus. Gravierende Veränderungen kündigte er aber auch für den Lindengraben an: Das Gebäude aus den 1970er Jahren genüge nicht mehr den aktuellen Ansprüchen. Es soll im Bestand saniert (kein Abriss) und durch einen Anbau auf der Fläche in Richtung Grüner Krug erweitert werden. In dem Gebäude sollen neben den Geschäftsräumen der Bank auch altengerechte Wohnungen eingerichtet werden. 

Im Rahmen eines Architektenwettbewerbes werden Ideen für die genaue Gestaltung gesammelt. Gegen Ende des Jahres sollen erste Ergebnisse vorliegen und präsentiert werden, ehe das weitere planerische Vorhaben seinen Lauf nimmt. Die Umsetzung des Vorhabens dürften noch einige Zeit dauern. 

Wesentlich eher müssen sich die Volksbank-Mitarbeiter aus dem Märkischen Kreis mit einer internen Herausforderung befassen. Anfang Oktober soll eine neue Computersoftware eingeführt werden; die Vorbereitungen laufen bereits.

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