Folge des Klimawandels?

Sensations-Fund: Zehn Zentimeter langes Tier im MK entdeckt

Zehn Zentimeter lang, silbergraue Zeichnung, Stummelschwänzchen: Das ist die Raupe des Totenkopfschwärmers. Sie wurde in Plettenberg entdeckt.
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Zehn Zentimeter lang, silbergraue Zeichnung, Stummelschwänzchen: Das ist die Raupe des Totenkopfschwärmers. Sie wurde in Plettenberg entdeckt.

Eigentlich kennt sich der junge Nick Zeppenfeld schon gut aus mit der Natur. Aber diese Raupe, die er da auf einer Wiese gefunden hatte, ist im Sauerland nicht nur sehr selten, sondern lässt bei vielen Menschen auch alte Ängste aufkommen. 

Plettenberg -  Im Gras auf einer Wiese in Plettenberg-Himmelmert bewegte sich die zirka zehn Zentimeter lange gelbe Raupe mit V-förmiger, silbergrauer Zeichnung und einem kleinen Stummelschwänzchen. Was war das bloß für ein Tier?

Schnell wurden ein paar Fotos davon gemacht und dem Nachbarn und Naturfreund Heribert Lill gezeigt, der sich auch ratlos zeigte. Im fast allwissenden Internet fand Peter Zeppenfeld anschließend heraus, dass es ein in unseren Breiten noch verhältnismäßig seltener Besucher aus afrikanischen, arabischen oder südeuropäischen Ländern war. Es war die Raupe eines Totenkopfschwärmers.

Totenkopfschwärmer? Ja, richtig, da war mal was. Der Schmetterling mit der Totenkopf-gleichen Zeichnung auf dem Rücken hat es schon in mehreren Büchern und Filmen zu Bekanntheit gebracht, zum Beispiel im Roman Dracula.

Sensations-Fund im MK: Totenkopfschwärmer bekannt aus Filmen

Vor allem aus dem Kult-Thriller „Das Schweigen der Lämmer“ dürften ihn viele kennen. Serienmörder Buffalo Bill platziert die Puppe des riesigen Falters im Mund seiner Opfer. Der inhaftierte Psychiater und Kannibale Hannibal Lecter erklärt der Ermittlerin im Film, was es damit auf sich hat: So wie die Puppe zum Schmetterling werde, wolle auch der Serienkiller sich entpuppen und zur Frau werden. Deshalb flößt das kleine Tierchen noch heute vielen Menschen Angst ein, wenn sie den Namen Totenkopfschwärmer hören. 

Auch auf dem DVD-Cover von Das Schweigen der Lämmer ist der Totenkopfschwärmer abgebildet.

"Das Zeichen des Todes ist wieder gesichtet worden", schrieb sogar die britische Zeitung Independent, als vor einigen Jahren ein Totenkopfschwärmer in Großbritannien aufgetaucht ist. Nach der Berichterstattung hat sich eine Leserin aus der Eifel gemeldet: Auch sie hat die seltene Raupe entdeckt.

Sensations-Fund im MK: Totenkopfschwärmer gefunden

Aber eigentlich ist das Tier ganz harmlos. Dr. Ludwig Erbeling konnte als ausgewiesener Insektenkundler aus Plettenberg auf Nachfrage noch einiges mehr über den Schmetterling berichten: Der Totenkopfschwärmer ist ein Wanderfalter und verdankt seinen Namen einer Rückenzeichnung, die manchmal einem Totenkopf ähnelt. Dr. Erbeling: „Früher wurde er als Unheilsbote angesehen. Heute wissen wir, dass er, aus wärmeren Gegenden kommend, kaum eine Chance zur Vermehrung in unseren Breitengraden hat. Doch als Wanderfalter kommt er, auch im Zeichen unserer Klimaveränderung, immer häufiger bei uns vor.“

Als Nahrung bevorzuge er die Kartoffelpflanzen und als ausgewachsener Falter ganz besonders Honig. Dazu nutze er Duftstoffe, die er aussendet und so nicht als Feind von den Bienen erkannt wird.

Die Entdeckung der Riesen-Raupe eines Totenkopfschwärmers wird offenbar weit über die Grenzen des Sauerlandes hinaus mit großem Interesse verfolgt. Weitere Leser melden sich und berichten uns, dass sie ebenfalls Riesen-Raupen gesichtet haben.

Übrigens ist er es nicht alleine, der bei uns die immer wärmer werdenden Jahreszeiten nutzt. Vogelarten wie der Bienenfresser, der Silberreiher oder der Halsbandsittich sind auffälliger als die Kräuseljagdspinne oder die Wespenspinne. „Käfer, Wanzen, Libellen und andere Insekten weiten ihren Lebensraum zu uns hin aus, während viele bisher bei uns heimische Arten aufgrund des Klimawandels hier aussterben werden“, ist Dr. Erbeling überzeugt. 

Als ein Mann sein Badezimmer putzte, huschte plötzlich ein ungewöhnliches Tier durch den Raum. Er schaute genauer nach - und war geschockt.

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