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Für die südländische Küche: Geschäft für Balkan-Spezialitäten öffnet im MK

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Von: Johannes Opfermann

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Schemsi Tahiri eröffnet in Eiringhausen ein Lebensmittelgeschäft: Im Lindi-Markt bietet er eine große Auswahl an Spezialitäten vom Balkan an.
Schemsi Tahiri eröffnet in Eiringhausen ein Lebensmittelgeschäft: Im Lindi-Markt bietet er eine große Auswahl an Spezialitäten vom Balkan an. © Opfermann, Johannes

Die Geschäftsräume an der Reichsstraße 56 standen nach einem Wasserschaden längere Zeit leer, nun eröffnet dort am Samstag, 30. Oktober, der Lindi-Markt. 

Plettenberg - Mit Spezialitäten vom Balkan möchte Inhaber Schemsi Tahiri eine kulinarische Lücke in Plettenberg schließen.

„Wir wollen damit etwas wagen und hoffen, dass es in Plettenberg gut ankommt“, sagt Tahiri über sein Feinkostgeschäft für Spezialitäten vom Balken und aus dem Orient. Ein solches Geschäft gebe es im ganzen Umkreis nicht, weder im Märkischen Kreis noch im Kreis Olpe oder dem Hochsauerlandkreis, sagt Tahiri. Wer Feinkost und Spezialitäten aus den Ländern des Balkans kaufen wollte, musste bisher nach Dortmund fahren.

Job für Neueröffnung gekündigt

Statt die vor zwei Jahren komplett renovierten Räume an der Reichsstraße 56 zu vermieten – das Haus gehört Tahiri und seiner Frau – , entschloss er sich, dort selbst ein Geschäft zu eröffnen. Um diese Idee verwirklichen zu können, kündigte der 40-Jährige seinen Job bei einem metallverarbeitenden Unternehmen in Plettenberg. „Ich gehe damit volles Risiko“, sagt Tahiri. „Wir geben alles, um in Plettenberg mit unserem Angebot zu überzeugen.“

Mit einem breit gefächerten möchte Schemsi Tahiri Waren aus allen Ländern des Balkans anbieten, darunter Lebensmittel aus Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Kosovo oder Bulgarien. Fleischprodukte wie Cevapcici, Pljeskavica oder Sucuk – es gibt Sorten, aus Bosnien, Albanien und Kosovo – sind ebenso dabei Kaschkawa-Käse aus Bulgarien und verschiedene Bier- oder Energydrink-Sorten vom Balkan. Auch Süß- und Teigwaren gehören zum Angebot.

Zum Teil sind es Tiefkühl-Produkte, aber auch frische Backwaren möchte Tahiri in seinem Laden anbieten. Auch hausgemachtes geräuchertes Fleisch und Trockenfleisch hat Tahiri kurz vor Eröffnung geliefert bekommen und ist sich sicher, dass er mit diesen Produkten punkten kann.

Kooperative mit Dorf im Kosovo

Besonders emotional ist es für Tahiri, dass er eingelegtes Gemüse – Gurken, Paprika, Peperoni – von einer ganz bestimmten Firma im Sortiment hat, einer Kooperative aus dem Dorf Krusha im Kosovo. Diese wurde nach der Ermordung zahlreicher Männer des Dorfes im Kosovo-Konflikt von deren Witwen aufgebaut wurde. „Da krieg ich Gänsehaut“, sagt Tahiri, der selbst Wurzeln im Kosovo hat. Mit viel Hartnäckigkeit sei es ihm gelungen, die Produkte auch ins Angebot seines kleinen Ladens zu bekommen.

Eine persönliche Geschichte steckt im Übrigen auch im Namen des Ladens. Diesen hat er auf den Spitznamen seines fünfjährigen Sohns Ailind – Lindi – getauft. „Mir war wichtig, dass es ein charakteristischer Name mit Wiedererkennungswert hat“, sagt Tahiri. Sein Sohn wisse, dass der Laden nach ihm benannt sei: „Wenn er hier ist, sagt er, er würde am liebsten alles selbst essen.“

Neben der Qualität der Produkte ist Tahiri in seinem Geschäft die Hygiene besonders wichtig – gerade in Corona-Zeigen – , ebenso der Dienst am Kunden, der in größeren Märkten oft zu kurz komme. „Und das Ambiente muss stimmen“, sagt er.

Ab diesem Samstag können sich die Kunden davon überzeugen. Der Lindi-Markt hat künftig von montags bis freitags von 9 bs 18 Uhr und samstags von 9 bis 19 Uhr geöffnet.

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