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„Froh, das erste Jahr geschafft zu haben“: Einzelhändler hofft nun auf Innenstadtsanierung

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Von: Dirk Grein

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Ein kompliziertes erstes Geschäftsjahr liegt hinter Murat Dilik (Mitte). Mit Unterstützung seiner Familie betreibt er am Alten Markt das „Bay & M“ – auf unserem Bild sind die Söhne Yusuf Ali und Bünyamin (rechts) zu sehen, die fleißig mit anpacken.
Ein kompliziertes erstes Geschäftsjahr liegt hinter Murat Dilik (Mitte). Mit Unterstützung seiner Familie betreibt er am Alten Markt das „Bay & M“ – auf unserem Bild sind die Söhne Yusuf Ali und Bünyamin (rechts) zu sehen, die fleißig mit anpacken. © Grein, Dirk

Ein einjähriges Bestehen ist in der Regel kein Grund für eine überschwängliche Feier. Doch wenn die Umstände, unter denen ein neues Geschäft sich einen Namen machen möchte, so ungewöhnlich sind, wie die in den vergangenen zwölf Monaten, dann gibt es allen Grund zur Freude. 

Plettenberg - So auch bei Murat Dilik und seinem Laden am Alten Markt.
Im Juli 2021 eröffnete der Plettenberger, der vielen als Händler von Wochenmärkten in der Region bekannt sein dürfte, das „Bay & M“ neben der Stadtbücherei. Die Anfangseuphorie wurde rasch gebremst: Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen verunsicherten die Kundschaft.

Hinzu kam die Umgestaltung der Plettenberger Innenstadt: Lange Zeit war der Bereich unter dem Stephansdachstuhl eine Baustelle. Das habe den Kreis der Laufkundschaft zusätzlich geschmälert. Viele Personen haben einen Bogen um die Baustelle gemacht, berichtet Dilik.

Diese Worte wählt er mit Bedacht und will sie nicht als Kritik verstanden wissen. Im Gegenteil: Er befürwortet die Bemühungen der Verwaltung, die Innenstadt aufzuwerten. Und er begrüßt die bereits durchgeführten und noch geplanten Veranstaltungen unter dem Stephansdachstuhl sowie die dort installierten Wasserspiele. „Mein Wunsch ist es, dass der Alte Markt wieder aufblüht“, sagt Murat Dilik.

Seit 22 Jahren wohnt er bereits in der Vier-Täler-Stadt, hat in dieser Zeit einen Wandel festgestellt: Früher habe es mehr Geschäfte gegeben, mehr Leben, mehr spielende Kinder in der Innenstadt. Doch warum hat er sich trotzdem entschlossen, in die rückläufige Entwicklung hinein das Wagnis eines eigenen Geschäftes einzugehen? „Wir wollen Plettenberg etwas zurückgeben“, sagt Dilik.

Gelungene Integration

Vor 22 Jahren sei er von Istanbul ins Sauerland gekommen. Hier hat er eine Familie gegründet, sind seine beiden Söhne aufgewachsen. Er spricht von einer gelungenen Integration, davon, dass Plettenberg längst zu seiner zweiten Heimat geworden sei.

Genau deswegen hilft die ganze Familie mit beim Betrieb des „Bay & M“, das Murat Dilik als sein Hobby bezeichnet. Er und seine Frau bauen sich damit ein zweites Standbein auf, gehen aber beide auch anderen beruflichen Tätigkeiten nach.

In ihrem Geschäft verbringen sie einen Großteil ihrer Familien- und Freizeit. Daher sind sie froh, dass trotz aller schwierigen Umstände zuletzt mehr Kunden in das etwa 100 Quadratmeter große Ladenlokal gekommen sind.

„Wir mögen es einfach, mit Leuten in Kontakt zu treten. Und wir sind froh, dass in unserem Geschäft mehrere Kulturen aufeinandertreffen“, beschreibt Dilik das „Bay & M“ auch als Treffpunkt. Das anfänglich hauptsächlich aus Spielzeug und Haushaltsartikeln bestehende Warensortiment habe man – den Wünschen der Kunden entsprechend – angepasst und erweitert. Durch die Schaffung eines zweiten Eingangs in Richtung Offenbornstraße hofft die Familie auf noch mehr Zulauf.

Gratis-Waffeln verteilt

„Wir sind einfach froh, dass wir dieses erste Jahr geschafft haben“, erzählt Murat Dilik von Verkaufszahlen, die zumindest dazu beitragen, dass sich der Laden selbst finanziert. Aus Freude darüber und anlässlich des ersten Geburtstages verteilte die Familie Dilik kostenlos Waffeln in den Geschäften und an die Besucher des Alten Marktes.

Einen Wunsch für die Zukunft seines Ladens habe er auch: Dieser soll nach Möglichkeit weiter wachsen, um für Plettenberg eine Bereicherung darstellen zu können. Denn, und das wiederholt der Betreiber gern: „Wir wollen unserer Stadt etwas zurückgeben.“

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