Längst kein Geheimtipp mehr

Frauenkarneval in St. Laurentius begeistert die Massen

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Zum Abschlussbild der Darsteller auf der Bühne stürmte der Rönkhauser Prinz Michael II. mit seinem Akkordeon und sang sich sofort in die Herzen der Närrinnen.  

Plettenberg - „Eine superjeile Zick“ verbrachten die Närrinnen auf der Weiberfastnacht in der katholischen Pfarrgemeinde St. Laurentius. Längst ist das Programm dem Status „Ihr seid ein echter Geheimtipp“ (Zitat des Rönkhauser Karnevalsprinzen Michael II.) entwachsen, wie denn auch der proppenvolle Pfarrsaal demonstrierte. 

Ein altersmäßig bunt gemischtes Publikum, fantasievoll mit Liebe zum Detail kostümiert, schäumte über vor Lebensfreude und dem Willen, einen grandiosen Weiberkarneval zu feiern.

Ein Schelm, wer Böses denkt bei dem Lied „Wahnsinn, warum schickst du mich in die Hölle“. Für die Närrinnen, die aus Leibeskräften mitsangen, bestand unter dem Mantel der St. Laurentiuskirche dafür keine Gefahr, denn die Herren der Schöpfung sorgten in Kostümen polizeilicher Obrigkeit für einen gewissen Hauch an Sicherheit und für den Service. Elisabeth „Betty“ Pilsner moderierte im Stinktierkostüm souverän durch das Programm, animierte zum Abschuss von „Raketen“, die bei der Großartigkeit des Programms häufig und mit vollem Körpereinsatz der Gäste erzeugt wurden. Helau oder Alaaf, da machten die Damen keinen Unterschied. 

Gefeiert wurde alles, was die Lachmuskeln strapazierte. Tanzen, betanzt werden, Polonaisen – die Damen waren am Start. Tanzeinlagen wurden gebührend bejubelt, besonders von einem, der für den Weiberkarneval „von den Toten auferstanden war“. Die hinreißende Michael-Jackson-Tanzeinlage von Theodora Lindner, geheimnisvoll von Schwarzlicht illuminiert, sorgte für wahre Begeisterungsstürme. 

Mit Vergnügen unternahmen die bunt verkleideten Gäste mehrere Polonaisen durch den Pfarrsaal.

Das Schwarzlicht erzeugte einen Leuchteffekt der weißen Kostümanteile – Socken, Handschuhe und T-Shirt und die Skelettgesichtsmaske ließen keinen Zweifel an dem „Besuch“ aus der Totengruft. Bühnenreifen Charakter bekundeten die Sketche etwa zur „artgerechten Haltung des Mannes“, Wortspielereien mit den Begriffen „Was, wie und egal“, englische Ausspracheprobleme und deren Falschinterpretation von Seniorinnen bei der Speisenbestellung in einer amerikanischen Fastfoodkette. Festgestellt wurde unter anderem, dass Beerdigungen ganz schön teuer werden können, besonders in Sachen Gedenkstein. 

So bunt war der Frauenkarneval in St. Laurentius

Die Witwe kaufte sich einen ausgesucht teuren Gedenkstein in Form eines Ringjuwels. Zuviel Neugier am Bankschalter beim Bankgeheimnis kann zum plötzlichen Erschießungstod führen, mangelnde Diskretion an der Arztrezeption zu ausführlichen Tratschgeschichten. Für die Rönkhauser Tanzgarde stand fest, dass Mallorca „der geilste Ort der Welt ist“. Tänzerisch brachte das Ballett Mallorca-Szenen auf die Bühne mit signifikanten Mallorcaschlagern, wie etwa von Micky Krause. Auch wenn die Weiberfastnacht eine Veranstaltung für die Frauen ist, so ganz ohne Männer geht’s dann doch wieder nicht.

Beste Stimmung herrschte auch bei den jungen Gästen während des Weiberkarnevals.

 

Für überschäumende Stimmung sorgten Markus Ingenohl und Heinrich Bäumer mit ihren Playbacks als Peter Wackel „Die Nacht von Freitag auf Montag“ und Andreas Gabalier „I sing a liad für di“ oder als Arzt-Patient-Gespann, das sich bei heutiger Langlebigkeit um Methoden zur Lebensverkürzung kümmerte. 

Mit dem Auftritt des noch amtierenden Rönkhauser Karnevalsprinzen Michael II. und dem Kinderprinzen Fynn I. warteten die Organisatoren des Laurentius-Weiberkarnevals mit einer furiosen Überraschung auf. Zum Abschlussbild der Darsteller auf der Bühne stürmte Prinz Michael mit seinem Akkordeon und sang sich sofort in die Herzen der Närrinnen. Auch nach Programmende wurde noch ausgiebig bis in die Morgenstunden gefeiert. - Ai-Lan Na-Schlütter

Und dann war da noch...

Der Stargast des Abends beim Weiberkarneval in St. Laurentius war Jacqueline Feldmann. Die 23-Jährige, die unter anderem mit dem Quatsch-Comedy-Club quer durch Deutschland tourt, enterte am Donnerstag die Bühne des Pfarrsaals und ließ es krachen. „Man kennt mich vielleicht vom Einkaufen aus dem Hit“, machte die ehemalige Plettenbergerin schnell ihre Verbundenheit zu ihrer Heimatstadt deutlich. Vielleicht aber kenne sie der ein oder andere auch von der Wahl zur Miss Sauerland, wo sie achte geworden sei. Höflicher Applaus im Pfarrsaal.

Komikerin Jacqueline Feldmann, vielen bekannt aus dem Fernsehen, enterte am Donnerstag die Pfarrsaal-Bühne 

„Mein Papa wurde bei dieser Miss-Wahl Erster. Auf Platz drei landete eine Kuh. Und eigentlich gab es auch nur sieben Teilnehmer“, ergänzte „Schackeline“, die sich Witze über ihren eigenen Namen („in einer Reihe mit Chantalle oder Schalke“) nicht verkniff. Besonders amüsant war die Geschichte, wie sie in einem Hotel ihrer neuen „Pinkelschwester“ Helene Fischer begegnet sei. Ja, sie, Jacqueline, habe tatsächlich neben Helene Fischer auf der Toilette gesessen und sich dabei Gedanken gemacht, was dieser Klodeckel (also der von Helene) wohl bei Ebay einbringen würde. Hinterher bekam sie dann tatsächlich noch ein Foto. „Helene sieht darauf aus wie ein Wachsfigur und ich wie ein Reh, das gleich überfahren wird“, schmunzelte Jacqueline. - Sebastian Schulz

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