Der Vier-Täler-Stadt laufen die Frauen davon

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Kreisweit, aber auch in Herscheid und vor allem in der Vier-Täler-Stadt lässt sich ein Einwohnerrückgang feststellen. Dabei ist der Anteil an Frauen an der Bevölkerung im selben Zeitraum deutlich stärker gesunken (zum Vergrößern bitte auf das X klicken).

Die Vier-Täler-Stadt hat in den vergangenen Jahren nicht nur mit dem allgemeinen Einwohner-Rückgang zu kämpfen – ihr laufen auch die Frauen davon. Im Vergleich zu 2011 lebten im vergangenen Jahr 3,2 Prozent weniger Frauen in Plettenberg.

Im gleichen Zeitraum hat sich die gesamte Einwohnerzahl in Plettenberg im zwei Prozent verringert. Lebten 2011 noch 26 134 Menschen in der Vier-Täler-Stadt, waren es in 2016 nur noch 25 640. Von den einst über 13 200 Plettenbergerinnen waren im vergangenen Jahr noch 12 871 übrig geblieben. Damit machen die Frauen aber immer noch knapp mehr als die Hälfte der Bewohner der Vier-Täler-Stadt aus.

Warum die Zahl der weiblichen Bewohner so stark zurückgegangen ist, ist nur schwer zu erklären. Ein Grund dürfte die Geburtenrate sein. Denn Forscher entdeckten erst letztens, dass in der Regel weltweit mehr Jungen als Mädchen geboren werden. Laut Experten liege dies unter anderem in einer höheren Sterblichkeit von Mädchen während der Schwangerschaft begründet.

Auch die Ebbegemeinde hat im Vergleich zu 2011 mit einem Rückgang der Bevölkerungszahlen zu kämpfen. Diese verringerte sich in 2016 immerhin um 1,9 Prozent auf 7 169. Im Verhältnis dazu ist auch die der Anteil der Herscheiderinnen stark gesunken (um 2,4 Prozent). Der Bevölkerungsschwund bestätigt sich auch kreisweit, was wiederum die Erkenntnis bestätigt, dass die ‘Landflucht’ unvermindert vorherrscht und die Menschen vermehrt in die Großstädte ziehen.

Denn laut dem Statistischen Bundesamt würde die Bevölkerung in Deutschland bis 2060 – trotz Zuwanderung – schrumpfen. Besonders dramatisch könnte dieser Bevölkerungsrückgang im Märkischen Kreis werden. So wird sich die Zahl der Märker laut IT.NRW bis 2040 (im Vergleich zu 2014) um knapp 20 Prozent auf rund 337 000 verringern. Der heimische Kreis würde damit den größten Bevölkerungsrückgang aller Kreise in Nordrhein-Westfalen aufweisen – mit großem Abstand zum vorletzten Platz. Diesen würde dann der Hochsauerlandkreis belegen, der allerdings nur knapp die Hälfte an Einwohnern (circa 41 000) gegenüber dem Märkischen Kreis (circa 80 000) verlieren würde.

Vom vermehrten Zuzug in die Städte profitiert dagegen das Land Nordrhein-Westfalen, das eine positive Bevölkerungsbilanz aufweisen kann. Die Einwohnerzahl ist im Vergleich zu 2011 immerhin um 1,9 Prozent auf rund 17,5 Millionen Menschen gestiegen. Auch der Frauenanteil hat sich um 0,9 Prozent erhöht: Knapp 9,1 Millionen Frauen lebten in 2016 in NRW.

Der Hauptgrund für die positive Entwicklung besteht aber im Wanderungssaldo: In 2016 haben sich rund 36 000 Menschen mehr in Nordrhein-Westfalen niedergelassen, als das Land verlassen haben. Auch die sogenannte „natürliche Bevölkerungsbilanz“ kann am positiven Trend nichts ändern: Über 102 000 Todesfällen standen nur knapp 83 400 Geburten gegenüber.

Die größte Stadt des Landes bleibt übrigens auch weiterhin Köln, die mit ihren rund 1,1 Millionen Einwohnern auch immerhin die viertgrößte Stadt Deutschlands ist. Auf Platz zwei folgt, mit gehörigem Abstand, die andere Rheinmetropole: Düsseldorf zählte 2016 rund 611 000 Einwohner. Auf Platz drei liegt Dortmund (ca. 585 000), auf Platz vier Essen (584 000).

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